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Risikomanagement unterstützt bedrohten Großanlagenbau

| Autor/ Redakteur: Ulrich W. Schamari / Udo Schnell

Effizientes Projekt-Risikomanagement kann für Großanlagenbauer die Antwort auf den steigenden Wettbewerbsdruck sein. Das ergab eine Studie des VDMA, die in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Binnen drei Jahren könnten demnach die Deckungsbeiträge merklich erhöht werden, wenn das Projekt-Risikomanagement greife.

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„Das umfassende Risikomanagement kann 10 bis 20 % höhere Deckungsbeiträge für den deutschen Großanlagenbau generieren“, betonte Helmut Knauthe in Frankfurt am Main.
„Das umfassende Risikomanagement kann 10 bis 20 % höhere Deckungsbeiträge für den deutschen Großanlagenbau generieren“, betonte Helmut Knauthe in Frankfurt am Main.
(Archiv: Vogel Business Media)

Die deutschen Großanlagenbauer sind steigendem Wettbewerbsdruck ausgesetzt, was zu niedrigeren „Hitrates“ – dem Verhältnis von Angeboten zu Aufträgen – und wachsenden Angebotskosten führt. Dies ergab eine Studie des VDMA. Helmut Knauthe, Mitglied der Geschäftsführung bei Thyssen-Krupp Uhde in Dortmund und Sprecher der VDMA-Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau, sieht in effizientem Projekt-Risikomanagement einen Ausweg aus diesem Dilemma. Knauthe: „Im Risikomanagement steckt Potenzial. Binnen drei Jahren können Projekt-Deckungsbeiträge um 10 bis 20 % gesteigert werden.“

Technikkompetenz hilft deutschem Anlagenbau gegen Wettbewerb aus China und Korea

Was den Wettbewerbsdruck deutlich intensiviere, so Knauthe, sei das starke Eingreifen in die Märkte durch Südkorea und China. „Das ist wesentlich für die europäischen Anlagenbauer, weil China viele Jahre lang als Markt zum Sourcing oder um selbst Arbeit dorthin zu verlagern, gesehen worden ist“, bemerkte er dazu. Jetzt dagegen würden chinesische Anlagenbauer ebenfalls aktiv an den Weltmärkten auftreten.

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Doch der deutsche Anlagenbau habe weiterhin seine Stärken in der Technik- sowie in der Prozesskompetenz. Auch untermauerten die Ergebnisse der Studie eindeutig die Personalkompetenzen der deutschen Unternehmen. Ein wesentliches Verkaufsargument des deutschen Anlagenbaus sei also die Technikkompetenz, die einhergehe mit einer hohen Kompetenz des Personals.

Zeitfaktor ist größtes Projektrisiko für Großanlagenbauer

„Das drückt sich natürlich in der Entwicklungs-, Abwicklungs- und kaufmännischen Kompetenz aus – also in all dem, was am Markt auch einen Kunden überzeugt, beim deutschen Großanlagenbau zu kaufen“, zeigte sich Knauthe optimistisch. Typisch sei, dass Unternehmen mit umfassendem Know-how im Detailmanagement – also einer Prozesskompetenz – sich häufig einem geringeren Wettbewerbsdruck ausgesetzt sähen. Wer den Prozess im Griff habe und damit beispielsweise kürzere sowie optimierte Abwicklungszeiten anbieten könne, habe auch Wettbewerbsvorteile.

Ob eine Anlage, die irgendwo in der Welt errichtet wird, in 35, 33 oder 30 Monaten an den Kunden übergeben werden könne, bedeute für den Auftragswert des Anlagenbauers meist keinen wahrnehmbaren Unterschied. Schnelle Übergabe erlaube aber dem Kunden, früher an den Markt zu kommen, was bei den Umsätzen der heutigen Großanlagen eine enorme Differenz zur Folge habe.

Das heißt aber auch, dass der Zeitfaktor das größte Projektrisiko für die Großanlagenbauer ist, denn der Ärger seitens der Kunden bei nicht eingehaltenen Terminplanungen ist erheblich. Wie Marc Artmeyer, Prinzipal der mit der Durchführung der Studie betrauten Consultingfirma Management Engineers, Düsseldorf, in Frankfurt darlegte, wurde auf der Basis einer Umfrage unter 160 Topmanagern des Großanlagebaus versucht, die wichtigsten Projektrisiken zu identifizieren, und hier lagen die zeitlichen Risiken wie etwa zu enge Terminpläne eindeutig auf dem ersten Rang.

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