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Schleifen Roboter übernehmen Schlüsselrolle beim Messingschleifen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Wiener Evva Sicherheitstechnologie setzt bei der Bearbeitung von Profilzylindern und Hangschlössern aus Messing auf eine eigens entwickelte Roboter-Schleifanlage von SHL.

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Für den richtigen Schliff sorgt eine SHL-Doppelfreiband- und Kontaktrollenschleifmaschine vom Typ DKS 250/450 ROB.
Für den richtigen Schliff sorgt eine SHL-Doppelfreiband- und Kontaktrollenschleifmaschine vom Typ DKS 250/450 ROB.
(Bild: SHL)

Seit diese im Einsatz ist, hat sich die Durchlaufzeit von einer Woche auf einen Tag verkürzt, und die Oberflächen erfüllen die Kundenanforderungen vollständig, wie das Böttinger Unternehmen mitteilt. Evva sieht sich in den vergangenen Jahren mit deutlich gestiegenen Kundenanforderungen konfrontiert. „Unsere Schließsysteme müssen ein makelloses Erscheinungsbild aufweisen. Dies bedeutet, dass wir sehr gute Oberflächen benötigen“, sagt Rudi Reidl, Abteilungsleiter Oberflächentechnik bei Evva. Das Schleifen von Profilzylindern und Hangschlössern bereitete ihm dabei Kopfzerbrechen. Die Werkstücke wurden von Hand in diversen Arbeitsschritten an unterschiedlichen Maschinen bearbeitet. „Das hat zu lange gedauert, und mit der Oberflächenqualität waren wir nicht immer zufrieden“, berichtet Reidl. Ein automatisiertes System, überlegten die Verantwortlichen, könnte hier Abhilfe schaffen.

Prozesssicherheit, Oberflächenqualität und bessere Lieferperformance erwartet

Bald stießen die Wiener auf SHL, Spezialist für robotergestützte Anlagen zum Schleifen, Polieren und Entgraten. Die Österreicher hatten klare Vorstellungen, was im Pflichtenheft stehen sollte. „Hohe Prozesssicherheit, sehr gute Werkstückoberflächen und eine verbesserte Lieferperformance. Darüber hinaus war es uns wichtig, die Wertschöpfung im Hause zu behalten“, präzisiert Reidl.

SHL machte sich umgehend ans Werk, nahm die Prozesse unter die Lupe, entwarf erste Konzepte und führte in Böttingen Schleifversuche durch. So entstand ein halbes Jahr nach den ersten Gesprächen eine Schleifanlage mit sechsachsigem Industrieroboter zum automatischen Führen profilierter Werkstücke samt Sicherheitsumgebung, Paternoster, Schleifaggregaten und Schutzeinhausung. Nach kurzer Einweisung ist die Anlage 2017 in Betrieb gegangen.

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Seither hat Evva bereits über 175.000 Werkstücke bearbeitet. Der Prozess läuft reibungslos, wie das Böttinger Unternehmen mitteilt: Zunächst öffnet der Bediener die Beladeseite des Paternostersystems und schiebt die Werkstückträger mit den Rohteilen ein. Anschließend betätigt er die Beladung, und der Paternoster führt den ersten Träger in die oberste Position. „Dort wird er in einer definierten Position fixiert. Daraufhin greift sich der Roboter das Werkstück und startet den Prozess an den Bearbeitungsmaschinen“, beschreibt SHL-Projektleiter Daniel Welte. Für den richtigen Schliff sorgt zunächst eine SHL-Doppelfreiband- und Kontaktrollenschleifmaschine vom Typ DKS 250/450 ROB. An einem SHL-Schleifaggregat P550/100 ROB erfolgt der Bürstvorgang.

Roboter schleift und bürstet vollautomatisch

Nach der Bearbeitung legt der Roboter das Werkstück auf der Trägerposition ab, an der er es zuvor geholt hat. Eine weitere Komponente kann geschliffen und gebürstet werden. Ist der Träger abgearbeitet, schiebt ihn die Anlage automatisch auf die Entnahmeseite des Paternosters und führt einen weiteren mit Rohteilen nach. Der Bediener entnimmt die fertigen Teile aus dem System und führt mit Rohlingen bestückte Träger in freie Plätze ein. Auf diese Weise erfolgt die Be- und Entladung ohne Unterbrechung.

Für Evva haben sich Prozesssicherheit und Lieferperformance verbessert. Der Roboter schleift und bürstet alle Seiten der Hängeschlösser und skandinavischen SKA-Zylinder vollautomatisch. Die Taktzeiten liegen zwischen 40 und 120 s. In einem Arbeitszyklus schleift und bürstet die Anlage 20 Paletten mit insgesamt 1440 Werkstücken. Bislang waren dafür bis zu fünf Fertigungsschritte erforderlich. „Dies verkürzt die Durchlaufzeit von einer Woche auf einen Tag“, sagt Reidl. Jedes Teil wird zur Endabnahme von einem Mitarbeiter lediglich kurz kontrolliert.

Dank ihrer Einhausung arbeitet die Anlage leise und sauber. Jede Woche fallen beim Schleifen rund 10 kg Messingstaub an. Dieser gelangt aber nicht in die Umgebung, sondern wird von der Absauganlage gesammelt und für das Recycling bereitgestellt.

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