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Universalschleifmaschine

Schleiftechnik für die Komplettbearbeitung

| Autor/ Redakteur: Ina Reichel / Victoria Sonnenberg

Zur stetigen Verbesserung ihrer Innovations- und Leistungskraft investiert die Fischer Spindle Group kontinuierlich in moderne Fertigungstechnik. Dafür hat sie mit dem Werkzeugmaschinenhersteller Wema Glauchau jüngst neue Wege beschritten.

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Sowohl die Bearbeitung von Wellenteilen als auch von Hülsen und Gehäusen ist auf der Wotan S6U hochpräzise und wirtschaftlich zugleich in kleinen Serien möglich.
Sowohl die Bearbeitung von Wellenteilen als auch von Hülsen und Gehäusen ist auf der Wotan S6U hochpräzise und wirtschaftlich zugleich in kleinen Serien möglich.
( Bild: Wema Glauchau )

Seit Sommer 2016 gehört eine neue Universalschleifmaschine zum Maschinenpark der Fischer Spindle Group am Stammsitz in Herzogenbuchsee. „Wir haben nach einer polyvalenten Maschine gesucht, die man sehr schnell umrüsten kann und die klassische Innen- und Außenschleifprozesse schlüssig kombiniert. Bei den meisten Herstellern ist nur eines der beiden Verfahren im Grundkonzept verankert. Unsere Wünsche gingen jedoch noch weiter. Auch das Schleifen von tiefen Bohrungen und das Gewindeschleifen sollte die Maschine ohne aufwendiges Umrüsten ausführen“, benennt Walter Burtscher, Leiter Produktionstechnik bei Fischer, wesentliche Ansprüche.

Geforderter Leistungsumfang war mit Standardtechnik nicht realisierbar

Auf der Schleifmaschine können sowohl Wellenteile, Hülsen und Gehäuse als auch Flanschteile hochpräzise und wirtschaftlich zugleich in kleinen Serien hergestellt werden. Bei der Suche nach einem Produzenten zeigte sich schnell, dass dieser Leistungsumfang mit standardisierter Technik nicht zu realisieren war. An dieser Stelle überzeugte das spezifische Know-how des sächsischen Werkzeugmaschinenherstellers Wema Glauchau, eines Unternehmens der Niles-Simmons- Hegenscheidt Group. „Mit der Entwicklung von Universalschleifmaschinen mit integriertem Werkzeugwechsler haben wir in den letzten Jahren gezeigt, dass die hochpräzise Komplettbearbeitung komplexer Werkstücke in nur einer Aufspannung möglich ist. Unsere Anlagen sind keine Produkte ‚von der Stange‘. Vielmehr definieren wir gemeinsam mit dem Auftraggeber Bedarfe und Einsatzgebiete. Damit wird jede Maschine zu einem kundenspezifischen System, welches sich mit einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis perfekt in vorhandene und zukünftige Prozesse integrieren lässt“, erläutert Wema-Geschäftsführer Ronald Krippendorf.

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Besondere Maschinenparameter stellten Herausforderung dar

Die von Fischer beauftragte Maschine wies einige außergewöhnliche Parameter auf, so die Kombination von vier Innenschleifspindeln und einem Reitstock auf einer Schleifeinheit oder den Einsatz einer Vielzahl an Abrichtwerkzeugen für unterschiedlichste Bearbeitungsprozesse. „Diese mannigfaltigen und zum Teil einzigartigen Anforderungen so sicherzustellen, dass alle Fertigungsprozesse in der Maschine ohne Einschränkungen ausgeführt werden können, war eine enorme Aufgabe. Gemeinsam mit dem Projektteam unseres Kunden Fischer konnten wir diese Herausforderungen bewältigen, zum Beispiel durch detaillierte Kollisionsbetrachtungen“, berichtet der Wema-Geschäftsführer.

Gefordert war ebenso die Bearbeitung sowohl sehr kleiner als auch sehr großer Teile. Beim Durchmesser variiert die Bandbreite zwischen 20 und 500 mm, bei der Länge zwischen knapp 100 und über 1000 mm und beim Gewicht ist eine Aufnahme von bis zu 500 kg vorgesehen. Das Umrüsten von Magnetspanntechnik auf Spannzangen erfolgt lediglich durch das Aufsetzen des entsprechenden Spannelementes und passiert im Fünfminutenbereich. „Das waren schon außergewöhnliche Anforderungen. Als eine der herausforderndsten Aufgaben erwies sich jedoch die Realisierung des Innengewindeschleifens. Hier zeigte sich während der Projektlaufzeit, dass wir mit Bohrungen von weniger als 30 mm Durchmesser und fast 400 mm Tiefe physikalische Grenzen erreichten. Fachleute waren der Meinung, das gehe nicht. Wir haben es jedoch gemeinsam geschafft“, betont Burtscher.

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