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Der Einstieg als Zulieferer für die Medizintechnik ist in den letzten Jahren vielen Unternehmen gelungen, die bereits Erfahrungen in anderen Hightech-Branchen vorweisen konnten. Denn viele Erkenntnisse aus dem Formenbau, der Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie der Mikrotechnik sind fast 1:1 übertragbar.
CNC-Werkzeugmaschinen an Medizintechnik-Erfordernisse anpassen
Auch die benötigten Werkzeugmaschinen haben sich in diesen Branchen bereits bewährt und lassen sich mit ihren modernen CNC (Bild 1 – siehe Bildergalerie) an die neuen Herausforderungen der Medizintechnik anpassen. Was sie mitbringen müssen sind höchste Qualität, Präzision und Prozesssicherheit. Denn schließlich möchte jeder in Sachen Gesundheit das Beste vom Besten bekommen.
Besonders gefragte Maschinen in der Medizintechnik sind Langdrehautomaten (Bild 2). Auf ihnen lassen sich Knochenschrauben, Marknägel sowie Implantate und Instrumente herstellen (Bilder 3 und 4). Der Trend bei diesen Maschinen geht klar in Richtung Komplettbearbeitung, wofür bei komplexen Produkten neben dem Drehen meist auch Fräsen und Tieflochbohren erforderlich sind.
Drehmaschinen mit mehreren Revolvern und zusätzlichen Achsen für die Medizintechnik
Innovative Maschinenhersteller bieten dafür Drehautomaten an, die mit mehreren Revolvern und zusätzlichen Achsen ausgestattet sind. Angetriebene Werkzeuge übernehmen dann Fräs-, Bohr- und Gewindearbeiten. Besonders wirtschaftlich ist die Bearbeitung, wenn mehrere Werkzeuge gleichzeitig im Eingriff sein können, da dies die Stückzeiten erheblich verringert.
Ein Beispiel: Um Knochennägel komplett zu bearbeiten, müssen außer der Drehbearbeitung noch Tiefloch- und Querbohrungen eingebracht und verschiedenste Fräsbearbeitungen durchgeführt werden. Dies lässt sich in idealer Weise mit einem Langdrehautomaten lösen, der über drei Revolver sowie Y- und B-Achse im Revolver verfügt. Durch die fünfachsigen Bearbeitungsmöglichkeiten können sogar sogenannte Grooves (gedrallte Rillen im Knochennagel) und speziell geformte Verstärkungshöcker effizient gefräst werden.
Diese Höcker, meist zwei an einem Nagel, sind freigeformt mit unterschiedlichen Konturen. Um sie mit zwei Fräsern gleichzeitig zu bearbeiten, ist nicht nur ausgefeilte Maschinentechnik, sondern auch eine besonders leistungsstarke, mehrkanalige Steuerung erforderlich.
CNC muss für Medizintechnik-Produktion insgesamt 16 Servoachsen steuern
Eine solche Hochleistungssteuerung ist zum Beispiel die Fanuc-CNC der Serie 30i. Die erwähnte Beispielmaschine benötigt vier Kanäle und macht es erforderlich, insgesamt 16 Servoachsen zu steuern, von denen immer fünf bis sechs Achsen zueinander interpoliert werden müssen. Außerdem hat die Steuerung mindestens sieben Spindeln zu beherrschen.
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