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Die geforderte Präzision nimmt zum Beispiel bei energiegetriebenen, handgehaltenen Dental-Instrumenten zu. Dort werden die Durchmesser- und Längenmaßtoleranzen, aber auch Form- und Lagetoleranzen zunehmend enger, was mit den sehr hohen Drehzahlen zusammenhängt, die bei diesen Instrumenten zuverlässig übertragen werden müssen. Ähnlich ist es bei der Herstellung von Laborzentrifugen, die im medizinischen und pharmazeutischen Sektor verwendet werden. Höhere Genauigkeit eröffnet die Möglichkeit zu höheren Umdrehungsgeschwindigkeiten, was wiederum bessere Arbeitsergebnisse hervorbringt.
Werkstücklagenkompensation statt Komplettbearbeitung
Sollte Komplettbearbeitung aufgrund der Komplexität nicht möglich sein, stellt Fanuc für das Erreichen höchster Präzision eine weitere Hilfsfunktion zur Verfügung. Die Werkstücklagenkompensation (Workpiece Setting Error Compensation) kommt besonders dann zum Tragen, wenn ein Werkstück nach einem Bearbeitungsvorgang entnommen wird – etwa für Messungen – und anschließend auf der Maschine weiterbearbeitet werden soll.
Kleinere Maßabweichungen gegenüber der ursprünglichen Aufspannung lassen sich dabei nicht vermeiden. Diese Funktion kann Messergebnisse als Korrekturfaktoren für die nachfolgenden Bearbeitungsvorgänge einbeziehen.
Neben den klassischen Dreh- und Fräsbearbeitungen sind in der Medizintechnik weitere zerspanende Verfahren üblich. Beispielsweise werden Knochenschrauben vielfach mit Wirbelmaschinen hergestellt. Weil in der Serienfertigung neben hoher Leistungsfähigkeit größte Zuverlässigkeit gefordert ist, werden auch dort Fanuc-CNC eingesetzt. Das Gleiche gilt für Gewindefräsmaschinen, die ebenfalls zur Produktion von Knochenschrauben dienen.
CNC-Steuerungen für die Medizintechnik äußerst zuverlässig
Die höchste Verfügbarkeit der Fanuc CNC-Steuerungen wird in der Medizintechnik nicht nur von Endkunden immer wieder bestätigt, sie lässt sich auch mit Zahlen belegen: Statistische Untersuchungen haben ergeben, dass rechnerisch erst nach über zehn Jahren ein Fehler auftreten kann, der zu einem steuerungsbedingten Ausfall der Werkzeugmaschine führt (Mean Time Between Failures – MTBF).
Von großer Bedeutung für produzierende Unternehmen der Medizintechnik ist auch die Aufwärtskompatibilität der gesamten Fanuc-Software – system- und generationenübergreifend. Das heißt: Jedes Programm, das einmal für eine Fanuc-CNC programmiert wurde, läuft problemlos auf jedem jüngeren Steuerungsmodell. Damit sparen sich die Anwender bei einem neu ausgestatteten Maschinenpark eine Menge Zeit fürs Programmieren beispielsweise selten benötigter Werkstücke oder Ersatzteile.
Einfache Bedienung der CNC mittels Touchscreen und Dialogoberfläche
Ganze Hüftgelenke werden zum Beispiel auf einer Kugel- und Kalottenhonmaschine hergestellt, die mit einem Revolverkopf für fünf Honwerkzeuge ausgestattet ist und über eine Messeinheit für Innen- und Außenmessung verfügt (Bild 5). Die einfache Bedienung mittels Touchscreen und spezieller Dialogoberfläche wurde durch die Fanuc-CNC ermöglicht.
Auch beim Präzisionsschleifen in der Medizintechnik sind Fanuc-CNC im Einsatz. Dieses Verfahren wird unter anderem bei der Herstellung von keramischen Hüftgelenkkugeln verwendet. Die Implantate müssen eine Konturgenauigkeit von bis zu 1 µm aufweisen, wofür eine sehr genaue CNC benötigt wird, die mit geringstem Schleppfehler diese Bahn fahren kann. Fanuc-CNC sind in der Lage, die Verfahrwege der einzelnen Achsen exakt zu interpolieren und den gewünschten Konuswinkel herzustellen.
Dr.-Ing. Manfred Reißig ist Manager CNC & Drives der Fanuc CNC Deutschland GmbH in 73765 Neuhausen.
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