Composite-Branche in Schieflage

Schwarzmalerei und werkstofflicher Paradigmenwechsel

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Hightech-Material CFK verliert Wachstumsvertrauen an GFK

Bleiben, wie auch in den letzten Markterhebungen, Deutschland, Europa und Asien die Weltregionen, aus der die wesentlichen Wachstumsimpulse für das Composite-Segment erwartet werden, so rollt der Faserverbund-Zug werkstoffseitig betrachtet auf einen Paradigmenwechsel zu, wie es weiter heißt.

Denn von den Befragten wurde in den ersten 13 Erhebungen stets CFK (carbonfaserverstärkter Kunststoff) als das Material genannt, aus dessen Umfeld die wesentlichen Wachstumsimpulse für den Composites-Bereich zu erwarten sind, so wird jetzt GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) bereits zum zweiten Mal als wichtigster Werkstoff genannt (aktuelle Prognose siehe Diagramm 5). Dieser Trend nimmt, gemessen an der Anzahl der Nennungen, sogar noch zu.

Diagramm 5: Zum zweiten Mal in Folge wird glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) als stärkerer Impulsgeber gesehen als carbonfaserverstärkter (CFK). Im Vergleich zur letzten Markterhebung verlor CFK 2 % und gewann GFK 5 %.
Diagramm 5: Zum zweiten Mal in Folge wird glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) als stärkerer Impulsgeber gesehen als carbonfaserverstärkter (CFK). Im Vergleich zur letzten Markterhebung verlor CFK 2 % und gewann GFK 5 %.
(Bild: Composites Germany)

(Bei der 14. Markterhebung wurde für GFK ein Wachstum von 35 % prognostiziert, für CFK noch 28 %.)

Hoffnung im Hinblick auf den Herbst...

Momentan hat sich die Lage nicht nur im Composite-Bereich deutlich zugespitzt. Denn außer entsprechenden Produktionsausfällen und einem stark zurückgehenden Investitions- und Konsumklima aufgrund der Corona-Pandemie, sorgen auch stets politische Unsicherheiten und wirtschaftspolitische Querelen für eine negative Stimmung in den Unternehmen. Viele der getroffenen Maßnahmen scheinen derzeit noch nicht ausreichend zu sein, um eine optimistische Grundstimmung zu erzeugen. Zwar drehen die Erwartungen an die zukünftige Geschäftslage generell ins Positive, was aber offensichtlich noch nicht zu einer positiveren Bewertung der eigenen Position am Markt führt. Der Composites-Development-Index gibt der Situation geschuldet somit nochmals, teils deutlich, nach (Diagramm 6).

Diagramm 6
Diagramm 6
(Bild: Composites Germany)

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf und vor allem im Herbst entwickeln wird. In den letzten Jahren ist es gelungen, Composites in vielen neuen Anwendungsbereichen zu etablieren, womit eine fast kontinuierlich positive Entwicklung erreicht wurde, blickt Composites Germany zurück. Composites bleiben also höchstwahrscheinlich, und nicht zuletzt aufgrund ihrer vielfältigen, positiven Eigenschaften, ein wichtiger Zukunftswerkstoff, der trotz der derzeitigen Krise weiterhin diverse Schlüsselbranchen der Industrie überzeugen wird, um sich noch stärker in zukünftigen Produkten zu etablieren.

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