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Orientierungshilfe

Selbsttest – Welche Instandhaltung passt für Sie?

| Autor: B.A. Sebastian Hofmann

Bei der Anschaffung einer Maschine müssen Unternehmen festlegen, wer sich künftig um die Wartung kümmern soll. Unser Fragebogen unterstützt Sie dabei, diese Entscheidung fundiert und sinnvoll zu treffen.

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Eine professionelle und nachhaltig aufgestellte Instandhaltung ist für Industrie- unternehmen unverzichtbar.
Eine professionelle und nachhaltig aufgestellte Instandhaltung ist für Industrie- unternehmen unverzichtbar.
(Bild: ©Tomasz Zajda - stock.adobe.com)

Plötzliche Produktionausfälle durch defekte Maschinen sind für Industrieunternehmen eine Katastrophe. Etwa bei Automobilherstellern klettern die Kosten durch eine stillstehende Fertigungsstraße schon mal auf bis zu 20.000 Euro pro Minute. Absolut unverzichtbar ist deshalb ein nachhaltig und professionell aufgestelltes Instandhaltungsmanagement. Dabei stehen Betriebe oft vor der Entscheidung: Kümmere ich mich selbst um die Wartung meiner Anlage oder beauftrage ich einen externen Dienstleister? Grundsätzlich gibt es für beides gute Gründe.

Gemeinsam mit dem Branchenexperten John Dowling* haben wir für Sie einen Fragebogen zusammengestellt, der alle relevanten Entscheidungskriterien umfasst und Ihnen eine fundierte Orientierungshilfe gibt.

Frage 1: Wie relevant ist die Anlage für Ihre Fertigung?

A) Selbst einen kurzen Ausfall kann mir auf keinen Fall leisten.
→ Selbst managen

B) Notfalls kann ich meine Produktionsstraße für eine Weile auch ohne die Maschine am Laufen halten.
→ Fremdvergabe

Tipp: Wenn für Sie der kurzzeitige Ausfall einer Maschine den kompletten Produktionsstillstand bedeutet, müssen Sie die Instandhaltungskompetenz unbedingt im Haus vorhalten. So sind die Servicetechniker schnellstmöglich vor Ort und können sich um die Fehlerbehebung kümmern.

Frage 2: Liegt der zu wartende Prozess in Ihrem Kernkompetenzbereich?

(Das wäre bei einem Stahlhersteller beispielsweise der Fall, wenn es um Stahlpressen geht. Anders sähe es hier bei Anlagen für Industriegase aus, die nur mittelbarer Bestandteil der Stahlproduktion sind.)

A) Eher ja.
→ Selbst managen

B) Eher nein.
→ Fremdvergabe

Tipp: Wenn der zu wartende Prozesse nicht Teil Ihres Kerngeschäfts ist, müssen Sie auch nicht das entsprechende Knowhow vorhalten. Oft ist es sinnvoller, auf speziell geschulte Dienstleister zuzugehen.

Frage 3: Wie anspruchsvoll sind die Instandhaltungsarbeiten?

A) Es geht größtenteils nur um den Austausch von Verschleißteilen.

→ Selbst managen

B) Die Arbeiten sind ziemlich umfangreich und erfordern Fachwissen beziehungsweise sind diffizil.

→ Fremdvergabe

Tipp: Für schwierige und kleinteilige Arbeiten holen Sie sich am besten Fachexperten zur Unterstützung. Hier ist fachspezifisches Wissen gefragt, das häufig nur externe Dienstleister oder Maschinenhersteller haben.

Frage 4: Wie häufig muss die Anlage gewartet werden?

A) Häufiger als alle paar Monate.
→ Selbst managen

B) Alle paar Monate oder Jahre.
→ Fremdvergabe

Tipp: Wenn Sie ihre Maschine nur selten warten müssen, können Sie die dafür notwendige Kompetenz oft kaum selbst vorhalten. Stetige Investitionen in die Weiterbildung Ihrer Servicetechniker lohnen sich meist nicht. Deshalb sollten Sie externe Dienstleister zu Rate ziehen.

Frage 5: Worauf liegt Ihr Fokus bei der Instandhaltung?

A) Ich muss mich auf kurzfristige Einsparungen/Kostenreduzierungen konzentrieren. Hauptsache meine Produktion läuft.
→ Selbst managen

B) Ich möchte meine Instandhaltung auf lange Sicht wirtschaftlich sinnvoll aufbauen und vom Knowhow anderer Unternehmen profitieren.
→ Fremdvergabe

Tipp: Einige Dienstleister bieten heute bereits Services an, die in Richtig vorausschauende Wartung (predictive maintenance) gehen. Sie gleichen Ihre Maschinendaten mit den Daten anderer Betriebe ab und können so etwaige Fehlfunktionen früh erkennen und proaktiv auf Sie zukommen.

* Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von John Dowling, Principal der Unternehmensberatung Inverto in 50825 Köln, erstellt. Weitere Informationen: Tel. (02 21) 48 56 87-0, kontakt@inverto.com

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Über den Autor

B.A. Sebastian Hofmann

B.A. Sebastian Hofmann

Redakteur, Vogel Business Media