Maschinenelemente

Sichere Kühlschmierstoffzufuhr an die Schneidzone

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Drehdurchführungen dosieren Kühlschmierstoff-Menge genau

Dazu muss die minimierte KSS-Menge in Abhängigkeit vom Durchmesser des Werkzeugkühlkanals passend dosiert und zur Werkzeugspitze geführt werden. Diese Aufgabe übernehmen wiederum Drehdurchführungen. Je nachdem, ob das Luft-Öl-Gemisch vorgemischt wird oder unmittelbar in der Spindel zusammenkommt, sind ein- oder zweikanalige Drehdurchführungen erforderlich.

Die technischen Abläufe sind dabei verständlicherweise weit komplexer als geschildert. Die vereinfachte Darstellung zeigt jedoch, dass der KSS-Verbrauch im Vergleich zur einfachen Innenkühlung niedriger ist.

Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit wäre der eingeschlagene Weg bis zur Trockenbearbeitung mit Druckluftunterstützung gedanklich fortsetzbar. Letztlich wäre es der Idealzustand, Werkstücke ganz ohne Kühlschmierstoff zu zerspanen. Nur die Späne müssten mithilfe von Druckluft entfernt werden.

Drehdurchführungen könnten auch Druckluft problemlos führen

Seitens der Drehdurchführungen ist das Führen von Druckluft unproblematisch, jedoch werden für die Trockenbearbeitung bei hohen Drehzahlen besondere und meist teure Werkzeuge benötigt. Außerdem sind nicht alle Werkstoffe trocken bearbeitbar.

Die Entscheidung hat Einfluss auf die Werkstückkosten. Sie ist umso wichtiger, je höher der Kostendruck des Marktes ist. Außerdem spielt die Losgröße eine Rolle. Prinzipiell muss sich ein Fertigungsunternehmen bei jedem spanend zu fertigenden Bauteil fragen, wie es sich kosteneffizient herstellen lässt: klassisch mit Kühlschmierstoff und innengekühltem Werkzeug, mit Minimalmengenschmierung plus passendem Werkzeug und Dosiersystem oder trocken mit Spezialwerkzeug und eventuell Druckluft.

Um diese Spanne abzudecken, haben die Hersteller von spanenden Maschinen und Bearbeitungszentren ein umfangreiches Portfolio im Programm – von speziellen Systemen zur Großserienfertigung, die auf eine der drei Bearbeitungsvarianten optimiert ist, bis zu flexiblen Systemen für die Bearbeitung kleiner Losgrößen. Damit lassen sich alle Varianten bedienen.

Immer spielt jedoch die Drehdurchführung eine entscheidende Rolle. An sie werden daher besonders hohe Anforderungen gestellt, wie sich anhand der folgenden drei Anwendungsfälle zeigen lässt. Dennoch bleiben sie Verschleißteile. Das liegt in der Natur der Sache.

Drehdurchführungen auf einen Kühlschmierstoff bei Maschinen für Großserien ausgelegt

Für eine Großserienfertigung werden Drehdurchführungen benötigt, die auf das Führen eines Kühlschmierstoffs optimiert sind. Ob es sich dabei um Komplettsysteme mit eigener Lagerung oder lagerlose Drehdurchführungen (Dichtsätze) handelt, die sich auf die Spindellager stützen, spielt für die eingesetzte Dichtungstechnik im Prinzip keine Rolle. Vielmehr ist die Art der Kühlschmierstoffzuführung entscheidend. Bei ununterbrochener KSS-Zufuhr oder MMS empfehlen sich dauerhaft geschlossene Gleitringe, fachsprachlich Closed Seals genannt (Bild 4).

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