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Bei den Dichtungen Closed Seals liegen die Gleitringe mit und ohne KSS-Druck dicht aneinander. Im Allgemeinen sind daher keine Leckageleitungen nötig. Systembedingt benötigt das Prinzip einen minimalen Schmierfilm zwischen den Gleitringflächen.
Drehdurchführungen mit geschlossenen Gleitringen brauchen definierte Prozesse
Mit der Zeit können kleinste KSS-Mengen über die Gleitringflächen wandern. Insofern müssen passende Entlüftungen vorgesehen werden. Drehdurchführungen mit geschlossenen, dicht aneinanderliegenden Gleitringen sind speziell auf das Durchflussmedium, den Druck und die Drehzahl abzustimmen und setzen definierte Anwendungsprozesse voraus.
Wird dagegen konstant trockene Druckluft durch das Werkzeug geleitet, sollte die Entscheidung auf Drehdurchführungen mit „Controlled Leakage“ fallen. Im Gegensatz zu den dauerhaft geschlossenen Gleitringen wird eine diskrete, kontrollierte Leckage in Abhängigkeit vom Medium und den Betriebsdaten toleriert. Diese Drehdurchführungen eignen sich für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung mit trockener Druckluft, jedoch nicht für die Verwendung von Kühlschmierstoffen.
Pop-off-Technik verhindert Verschleiß der Drehdurchführungen bei fehlendem Druck
Zur Bearbeitung mittlerer bis großer Werkstückserien mit Wechsel zwischen KSS, MMS und Trockenbearbeitung ohne Druckluft sind Drehdurchführungen prädestiniert, deren Gleitringe sich bei fehlendem Kühlmitteldruck abheben (Bild 6, Pop-off-Technik). Dadurch bildet sich ein Mikrospalt, der Dichtungsverschleiß im trockenen Zustand verhindert. Bei anliegendem Druck liegen die Gleitringe geschlossen aneinander.
Mit der Pop-off-Technik sind die Drehdurchführungen auch bei hohen Drehzahlen unbegrenzt drucklos trockenlauffähig. Pop-Off-Modelle sollten immer dann in Betracht gezogen werden, wenn Bearbeitungsvorgänge mit und ohne innerer Kühlmittelzufuhr vorkommen.
Weil die Gleitringe während des Werkzeugwechsels voneinander getrennt sind (kein Kühlmitteldruck) und somit Kühlschmiermittel zwischen den offenen Dichtflächen abläuft, müssen eine abwärts gerichtete Leckageleitung und eine Auffangwanne vorhanden sein. Pop-off-Drehdurchführungen sind nicht für den Betrieb mit trockener Druckluft geeignet.
Drehdurchführungen der Baureihe Autosense für zusätzliche Druckluft
Wird zusätzlich Druckluft geführt, sind bei Deublin Drehdurchführungen der Baureihe Autosense erste Wahl (Bild 7). Sie haben sich vor allem jedoch bei kleinen Losgrößen und häufig wechselnden Bearbeitungsprozessen profiliert. Diese Produkte stellen sich automatisch auf die klassische Innenkühlung (KSS), die Minimalmengenschmierung oder Druckluft (bis 10 bar) ein.
Voraussetzung für die Selbsteinstellung ist die Nutzung aller Gleitringeffekte – der geschlossenen Gleitringe, der Pop-off-Technik und der kontrollierten Leckage. Wie bei den Pop-off-Drehdurchführungen ist eine Leckageleitung erforderlich. Die Baureihe All Media von Deublin kann zusätzlich Schneidöl führen (Bild 8). Auch bei ihr stellt sich ein Abstand medienkonform ein, sofern kein Mediendruck anliegt.
* Heribert Freitag ist Vertriebsleiter bei der Deublin GmbH in 65719 Hofheim, Dipl.-Kfm. Jörn Jacobs ist Fachjournalist in 65520 Bad Camberg
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