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SKZ-Seminar mit Mehrwert für Spritzgießer

So bleibt ihre Spritzgussform stets topfit

| Autor / Redakteur: Peter Königsreuther / Peter Königsreuther

Wenn der Produktionszyklus für ein Bauteil durchlaufen ist, empfehlen die Experten eine Letztteiletest, um beginnende Probleme zu erkennen, die dann vor dem nächsten Rüsten abstellbar sind.
Wenn der Produktionszyklus für ein Bauteil durchlaufen ist, empfehlen die Experten eine Letztteiletest, um beginnende Probleme zu erkennen, die dann vor dem nächsten Rüsten abstellbar sind. (Bild: Krauss-Maffei)

Kunststoffteile werden oft von kleineren Betrieben in Lohnfertigung hergestellt. Die komplizierten Spritzgießwerkzeuge erfahren nach erfülltem Fertigungsauftrag – meist aufgrund von Zeitdruck – nicht immer die beste Behandlung in puncto Korrosionsschutz und Lagerplatzmodalitäten. Dabei ist ein einwandfrei funktionierendes Produktionsmittel ein wesentlicher Umsatzbringer. Damit es beim nächsten Einsatz, der oft Wochen später erfolgt, keine bösen Überraschungen gibt, wenn wieder Licht auf die Kavitäten fällt, folgen hier einige Tipps zur Instandhaltung der teuren Systeme.

Eine gute Gelegenheit, um über das Thema umfassend beraten und informiert zu werden, hat sich vor einiger Zeit im Rahmen eines von der SKZ KFE gGmbH in Würzburg durchgeführten Seminars ergeben. Wie dabei zu erfahren war, heißt eine der Möglichkeiten, mit denen Werkzeuge mit relativ einfachen Mitteln und Maßnahmen instand gehalten werden können, „Total Productive Management“ (TPM). Diese Herangehensweise wird von Andreas Creutz, dem Geschäftsführer des gleichnamigen Ingenieurbüros in Heppenheim, propagiert. Nicht zuletzt gilt laut Creutz eine stringente Vorgehensweise nach dem TPM-Prinzip als gute Chance, die eigene Wertschöpfung zu steigern, indem unnötiger Ausschuss vermieden werden kann.

Autonome und vorbeugende Maßnahmen

Eine gute Methode also, wie Creutz betont, um auch die Liefertreue zu halten sowie die Kundenerwartungen zu erfüllen und deren Zufriedenheit zu erhöhen. Creutz stützt sein favorisiertes TPM-Gebäude auf mehrere Säulen, die außer dem auf Disziplin, Sauberkeit, Standardisierung und systematischer Ordnung fußendem kontinuierlichen Verbesserungsprozess auch die autonome und die vorbeugende Instandhaltung betreffen. Bei der von ihm beschriebenen autonomen Instandhaltung läuft alles darauf hinaus, Produktionszeiten zu maximieren und Stillstandszeiten nur zu dulden, wenn sie den allernötigsten Standardwartungsarbeiten geschuldet sind. Wie Creutz präzisiert, sind die Ziele dieser Säule des TPM-Prinzips, eine stets saubere Maschine zu haben, Defekte am Werkzeug oder Kühlsystem rechtzeitig zu erkennen, einfache Störungen und Wartungsarbeiten vom Bediener und nicht von der Fachabteilung lösen zu lassen, damit letztere mehr Zeit für die vorbeugende Instandhaltung hat, und dass sich die Mitarbeiter zu diesen Aspekten auch eigenständig weiterbilden und qualifizieren.

Werkzeuge mit „Bordmitteln“ fit halten

Viel Aufmerksamkeit, rät Creutz, sollte bei der autonomen Instandhaltung auch dem Spritzgießwerkzeug gewidmet werden, das schon mit einigen wenigen Aktionen vor Schaden bewahrt werden kann, wenn Folgendes nach jedem Produktionszyklus gemacht wird. Etwa die Konservierung der Kavität und der Flächen vor der Einlagerung des Werkzeugs. Vorteilhaft ist es außerdem, die Kühlkreisläufe, wenn mit Wasser gearbeitet wird, zuvor mit Druckluft auszublasen, um Korrosion zu vermeiden. Wer gut schmiert, fährt bekanntlich gut, kann aber auch im wahrsten Sinne des Wortes reibungsloser spritzgießen. Stets geschmiert sollen deshalb jegliche Mechanik und die Auswerfer an sich sein sowie die Führungsholme des Werkzeugs.Sind Multikupplungen vorhanden, gilt es, diese auf ihre Dichtheit hin zu überprüfen.

Eine Letztteilprüfung ist quasi ein Muss

Ganz wichtig, um beginnende Probleme mit dem Werkzeug möglichst frühzeitig zu registrieren, ist die sogenannte Letztteilprüfung. Dabei sollte untersucht werden, ob das letzte produzierte Teil bereits einen Grat hat, Auswerfermarkierungen zeigt, der Anspritzpunkt zu sehen ist oder ob sich Wasserschlieren oder gar verkohlte Stellen aufgrund des Dieseleffektes auf der Oberfläche ausgebildet haben.

Zu den weiteren Inspektionsmaßnahmen gehört auch, dass sämtliche Spannschrauben kontrolliert, die Lastösen auf Beschädigungen hin geprüft werden sowie zu sorgen, dass dieselben flächig sauber aufliegen. Zusätzlich sollte man einen Blick auf den Zustand und die Funktionsfähigkeit der Stecker von Heißkanalsystemen werfen, soweit vorhanden.

So werden Spritzgießwerkzeuge wieder wie neu

Von Zeit zu Zeit empfiehlt es sich außerdem, eine Grundreinigung des Werkzeugs vorzunehmen. Wenn möglich, sollte man dabei das Werkzeug dadurch fast auf Neuzustand bringen. Dabei ist es ratsam, das komplette Werkzeug zu zerlegen. Bei schweren Typen können dabei besondere Inspektionssysteme helfen, wie sie etwa von EAS angeboten werden, ansonsten reichen ein Deckenkran und ein sauberer Auflagetisch aus. Dabei ist zu beachten, dass das Werkzeug waagrecht aufliegt, damit man es beim Aufziehen nicht verkantet und dadurch die Holme oder überstehende Ränder von Kavitäten beschädigt.

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