SKZ-Seminar mit Mehrwert für Spritzgießer

So bleibt ihre Spritzgussform stets topfit

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Alternative: Wartungsarm durch „Sonderschicht“

Wer keine Zeit oder Lust dazu hat, seine Werkzeuge ständig im Auge zu behalten oder zu viel Personal für die Wartung und Instandsetzung zu investieren, kann auf andere Weise profitieren. Denn von Novoplan kam zu diesem SKZ-Seminar auch Udo Daniels als Referent. Sein Vortrag spann sich um die Möglichkeiten, wie Spritzgießwerkzeuge mithilfe spezieller Beschichtungen besonders wartungsarm gemacht werden können. Daniels plädierte dabei für die sogenannte Planotek-Schichttechnik, mit der quasi alle an einem Werkzeug verbauten Metalle, auch gesinterte oder gehärtete Komponenten sowie Kupfer und andere Buntmetalle, beschichtet werden könnten.

Zu den Vorteilen dieser auf Nickel basierten Planotek-Schicht zählt laut Daniels, dass es dabei zu keinem Kantenaufbau kommt, die Beschichtung mit nur 90 °C erfolgen kann, die Schichtdicke definiert und variiert werden kann, Erodier- und Ätzstrukturen erhalten bleiben und planparallele Schichten auch auf Rippen und in Bohrungen entstehen. Außerdem ließen sich Schichtkombinationen machen und ein Neube- oder Entschichten sei auch möglich.

Wie Daniels erläuterte, können die Beschichtungen auch durch Schleifen, Erodieren oder Polieren nachbearbeitet werden. Dabei gebe es für fast jede Komponente an und in einem Spritzgießwerkzeug die passende Planotek-Beschichtung. Für das Auswerfersystem kommt etwa eine Gleitbeschichtung in Betracht, die ein „Fressen“ der beweglichen Teile dauerhaft verhindert, so Daniels. Tests sollen bewiesen haben, dass eine solche, rund 5 µm dicke Schicht noch nach über 3,5 Mio. Zyklen funktionsfähig ist. Ablagerungen im Heiß- oder Kühlkanal verhindern 10 µm dicke Planotek-Schichtvarianten, erklärte Daniels. Diese übernähmen außerdem den Korrosionsschutz, verhinderten auch Verschleißeffekte und hielten Ablagerungen fern. Die Platten eines Spritzgießwerkzeuges können außerdem beschichtet werden, was sie gegen Handschweiß, Wasser und aggressive Kunststoffschmelzen immunisieren soll. So sei eine Lagerung auch ohne Konservierung möglich. Passungsrost soll auch kein Problem sein.

Bei den „weicheren“ Bestandteilen, die aus Kupfer oder Aluminium sind, ist laut Daniels ein Verschleißschutz eine gute Möglichkeit, um die Funktionsfähigkeit zu sichern. Die Wärmeleitfähigkeit der Werkstoffe werde dadurch nicht beeinträchtigt. Um die Kavität aufzurüsten, gibt es außerdem Planotek-Beschichtungen, die als Entformungshilfe dienen oder Beläge verhindern können. Nur 2 µm dick, führten sie dazu, dass Teile leichter und schneller entformbar seien.

Bei all den technischen Möglichkeiten hier sind jedoch auch engagierte Mitarbeiter, die mit „offenen Augen“ arbeiten und strikt einzuhaltende Maßnahmenpläne mit Nennung der für die Durchführung Verantwortlichen eine wichtige Basis dafür, dass die Betriebsmittel stets einsatzbereit sind. So bleibt ein Unternehmen wettbewerbsfähig und überzeugt seine Kunden außerdem vom eigenen Können. MM

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