Strikte Einreisebeschränkungen So hart treffen die China-Lockdowns unsere Maschinenbauer

Von Melanie Krauß

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Maschinen können nicht mehr gewartet werden, Mitarbeiter sitzen in Quarantäne fest und es gibt keine verlässlichen Aussagen. Diese negativen Erfahrungen haben Mittelständler in China gemacht.

Für Reisen nach China gibt es aufgrund von Corona derzeit strikte Beschränkungen.
Für Reisen nach China gibt es aufgrund von Corona derzeit strikte Beschränkungen.
(Bild: ink drop - stock.adobe.com )

Seit Beginn der Pandemie herrschen in China strikte Einreisebeschränkungen. Lange und unberechenbare Quarantänezeiten unter teils unwürdigen Bedingungen, wenig Verlass auf Aussagen der regionalen chinesischen Behörden und eine äußerst geringe Zahl von Flügen in die Volksrepublik – damit haben die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer laut VDMA derzeit zu kämpfen.

Die Folgen: Fachkräfte aus Europa reisen so gut wie gar nicht mehr nach China. Die Unternehmen können ihre vertraglichen Pflichten nicht mehr erfüllen. Notwendige Installationen und Wartungsarbeiten an Maschinen bleiben dadurch auf der Strecke.

Die Einreiserestriktionen wirken sich auch auf die Exporte das Maschinen- und Anlagenbaus nach China aus. So sanken die Ausfuhren Zahlen des VDMA zufolge im Zeitraum Januar bis April um 8,5 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Dazu Ulrich Ackermann, Leiter VDMA Außenwirtschaft: „China ist und bleibt ein wichtiger Markt auch für mittelständische Unternehmen. Aber angesichts all der Behinderungen werden immer mehr Firmen die Geschäftsrisiken vor Ort neu bewerten und sich auf die Suche nach alternativen Absatzmärkten und Produktionsstandorten in Asien machen.“

Der China-Ärger im Mittelstand ist groß. Ebenso die Belastung der Unternehmen. „Unsere Fachkräfte mussten auf 29 Reisen nach China insgesamt 616 Tage in Quarantäne verbringen“, berichtet beispielsweise Ali Bindernagel, Chairman bei Friedrich Kocks. „Das ist psychisch sehr belastend, auch weil die Quarantänedauer immer wieder kurzfristig verändert wird.“

„Durch die Einreiserestriktionen für Fachspezialisten zur Projektberatung und Projektbetreuung in China können sich Projekte verzögern oder gar an lokale Wettbewerber verloren gehen“, warnt auch Stephan Eirich, Geschäftsführender Gesellschafter Maschinenfabrik Gustav Eirich.

Das haben die Unternehmen erlebt

Welche weiteren Erfahrungen mittelständische Maschinenbauer mit China gemacht haben, lesen Sie in unserer Bildergalerie.

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VDMA fordert: Quarantäne abschaffen!

„China schneidet sich mit dieser restriktiven Einreisepolitik auch ins eigene Fleisch, weil man sich den Zugang zu Service genauso versperrt wie zu neuen Technologien“, so Ackermann. Der VDMA ruft die Regierung in Peking daher dazu auf, Quarantäne für ausreichend geimpfte Geschäftsreisende abzuschaffen, ebenso wie die umständlichen und undurchsichtigen Visa-Anforderungen. „Die Unternehmen brauchen zudem wieder ein deutlich ausgeweitetes Flugangebot nach China, um ihre vertraglichen Verpflichtungen dort erfüllen zu können“, so Ackermann weiter.

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