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Produktetrend Software in der Blechbearbeitung

| Autor: Simone Käfer

Alles aus dem Material herausholen, Kosten einfach kalkulieren und die Maschinen bestmöglich auslasten – dafür setzten auch Blechbearbeiter CAD/CAM-Software ein. Wichtige Kriterien: die richtigen Funktionen und eine einfache Bedienung.

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CAD-Man von LVD überwacht die gesamten Zusammenhänge und unterstützt die Rationalisierung des kompletten Fertigungsprozesses. Hier im Bild wird ein Biegeprozess visualisiert.
CAD-Man von LVD überwacht die gesamten Zusammenhänge und unterstützt die Rationalisierung des kompletten Fertigungsprozesses. Hier im Bild wird ein Biegeprozess visualisiert.
(Bild: LVD Company)

Teile konstruieren und berechnen, Schneidpläne und Biegeprogramme erstellen, Fertigungsprozesse planen und überwachen – all das muss eine Software für die Blechbearbeitung können. Wir haben uns auf dem Markt umgeschaut und möchten Ihnen drei Programme kurz vorstellen. Auch dieses Mal berichtet ein Anwender über seine Erfahrungen mit einem der Produkte.

Bernhard Wunder Formenbau hat seine CAM-Prozesse komplett auf die CAD/CAM-Lösung Visi des gleichnamigen Anbieters umgestellt. Der 2,5D-Bereich programmiert nun per Featureerkennung und die Erodierabteilung konstruiert ihre Elektroden selbst. Mit nur wenigen Mausklicks entstehen hier die Elektroden, die anschließend in der ebenfalls neuen Fertigungszelle automatisch gefräst, konturgemessen und in die beiden Erodiermaschinen eingewechselt werden.

Visi ist mit ihren zahlreichen, eng verzahnten Modulen für Konstruktion, Simulation, Produktdatenverwaltung (PDM) und Fertigung speziell auf die Anforderungen des Werkzeug- und Formenbaus zugeschnitten.

Weniger Maschinen, doppelter Durchsatz mit Visi

Nach der Elektrodenkonstruktion mit dem Modul Visi Elektrode werden die NC-Daten mit Visi Machining erzeugt und die Elektrode automatisch in der Fertigungszelle dreiachsig auf der OPS Speed Hawk gefräst. Auch dieser Schritt konnte teilautomatisiert werden. So ist der Durchlauf, wie geschruppt, wie geschlichtet und mit welchen Werkzeugen das gemacht wird, schon vorgegeben. In die Programmierung wird nicht mehr eingegriffen. Voraussetzung ist ein hohe Standardisierung und dass mit den gleichen Werkzeugen gearbeitet wird. Da die Software auch die Prozesse verwaltet, ist die Umrechnung per Hand, die viel Zeit kostete und so manchen Fehler produzierte, nicht mehr nötig. Vor allem aber bleibt man ausreichend flexibel.

Elektrodenkonstruktion in der Erodierabteilung bei Bernhard Wunder Formenbau: hier eine in Visi Elektrode mit Messpunkten versehene Graphitelektrode.
Elektrodenkonstruktion in der Erodierabteilung bei Bernhard Wunder Formenbau: hier eine in Visi Elektrode mit Messpunkten versehene Graphitelektrode.
(Bild: Visi)

So kann es zum Beispiel vorkommen, dass ein neuer Nullpunkt für die Fräsprogrammierung benötigt wird. Visi kennt dann automatisch den Zusammenhang zwischen Werkstück- und Elektrodennullpunkt. Außerdem definiert das Modul, welche Elektrode was erodiert, und unterstützt die ganze Dokumentation – auf Papier oder papierlos. Zudem misst das Programm die Konturen gegen das CAD-Modell automatisch.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe