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Kaltverfestigung an der Oberfläche wirkt sich besonders negativ aus
Um dieses Pensum zu stemmen, war eine filigrane Abstimmung des Prozessablaufs während der Projektphase nötig. Die Materialeigenschaften erschwerten den Bearbeitungsprozess enorm. Bei spanabhebenden Bearbeitungsverfahren stellt sich durch die Entstehung von Druck und Wärme eine Kaltverfestigung an der Oberfläche ein. Dieser Effekt wirkt sich bei Duplexstahl besonders negativ aus. Die größten Herausforderungen stellten während der Projektphase das Formfräsen und das Gewinderollen dar.
Leipold optimierte den gesamten Zerspanprozess anhand der Bedürfnisse des Duplexstahls. So reduzierte das Unternehmen an vielen Stellen auch Schnittwerte, um einen zu schnellen Reibverschleiß der Werkzeuge zu verhindern. Aufgrund der starken Wärmeentwicklung arbeitet Leipold heute mit einer zusätzlichen Hochdruckkühlung, um die Spanbildung und -abfuhr zu beherrschen.
Alleine für die Fertigung der Anschlussstutzen unternimmt Leipold 18 Arbeitsschritte innerhalb des Zerspanprozesses. Auf dem CNC-Mehrspindler MS 40 gelang es dem Hersteller, alle Fertigungsverfahren vom Bohren über das Formfräsen bis zum Konturdrehen und Abstechen in Serie auf den Duplexstahl zu übertragen. Während auf dem Einspindler die Durchlaufzeit je Stück noch rund 120 s betrug, liegt sie in der Serienfertigung bei 28 s. Allerdings erfordert die Duplexstahlfertigung einen hohen Personaleinsatz. Aufgrund der ungünstigen Spanbildung des Werkstoffs und der damit einhergehenden Bruchgefahr der Werkzeuge überwachen die Mitarbeiter den Prozess zu annähernd 100 %.
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