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Umformpressen Starke Instandhaltung erleichtert Modernisierung

| Autor: Stéphane Itasse

Sie müssen laufen, laufen, laufen, Tag und Nacht: In den Presswerken sind die Maschinen richtig gefordert. Um den Betrieb sicherzustellen, muss die Instandhaltung alles im Griff haben – und die nötigen Veränderungen vorantreiben.

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Pressenstraßen müssen nicht nur rund um die Uhr produzieren, sondern auch auf dem aktuellen technischen Stand gehalten werden.
Pressenstraßen müssen nicht nur rund um die Uhr produzieren, sondern auch auf dem aktuellen technischen Stand gehalten werden.
(Bild: Allgaier)

Blechumformung und Komponentenherstellung: Das sind die Stärken des Tier-1-Zulieferers Allgaier Automotive. Zu den Kernkompetenzen zählen der Karosserie- und Sonderwerkzeugbau, die Presswerke, die Entwicklung, Erprobung und Herstellung von Tanksystemen sowie der Fachbereich Car Body.

Hierbei hat Allgaier viel Erfahrung in der Verarbeitung von Aluminium und Tiefziehstählen bis hin zu hochfesten Güten. Zudem offeriert das Unternehmen alles aus einer Hand – von der Entwicklung, Planung, Konstruktion und Validierung bis hin zur Prototypen- und Serienfertigung.

Spezialist für kleinere Stückzahlen und schwierige Tiefziehteile

„Wenn es um kleinere Stückzahlen oder schwierigere Tiefziehteile geht, kommen die OEMs gerne zu uns“, erläutert Hugo Zürn, Leiter der mechanischen Instandhaltung Maschinen und Anlagen im Presswerk Uhingen, im Gespräch mit MM Maschinenmarkt. Dort fertigt Allgaier Außenhaut- und Strukturbauteile, vor allem für Premiumfahrzeuge deutscher Hersteller.

Zürn sorgt mit seinen Mitarbeitern dafür, dass die Produktion rund um die Uhr läuft und die Teile just in time bei den Automobilherstellern am Band sind. „Bei uns laufen die Anlagen, weil sie gut gewartet sind“, sagt der Instandhaltungsleiter. Dafür machen die Mitarbeiter täglich Inspektionsgänge in den Pressenstraßen und untersuchen Kopfstücke, Flur und Keller. Gewartet wird dabei sowohl nach festgelegten Intervallen als auch nach Erfahrungswerten: Ein erfahrener Instandhalter hört schon im Vorbeigehen, ob die Maschine läuft, wie sie soll, oder nicht. „Wenn etwas defekt ist, wird besprochen, ob man etwas gleich während der Produktion behebt, oder es wird mit der Fertigung abgesprochen, ob man das beim Stillstand der Maschine macht“, berichtet Zürn.

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Außerdem verfügt die Instandhaltung bei Allgaier über einen eigenen, erst 2017 modernisierten Maschinenpark. Damit kann die Abteilung bei Engpässen oder in betriebsarmen Zeiten die benötigten Teile auch selbst produzieren – bis hin zu großen Dreh- und Frästeilen. „Wir können zudem auch auf den Allgaier-Werkzeugbau zurückgreifen“, ergänzt der Instandhaltungsleiter.

Für eine der Pressenstraßen im Werk bereitet er derzeit eine größere Modernisierung vor: Die Pressenstraße 4 umfasst fünf Umformpressen einschließlich der Kopfpresse, wurde 2001 errichtet und läuft im Dreischichtbetrieb. Damit hat die Anlage zwar noch kein wirklich hohes Alter erreicht, dennoch steht eine Erneuerung der Elektrik an. „Aufgrund unserer Zehnjahresbetrachtung schauen wir, welche Elektrokomponenten am Markt abgekündigt sind“, berichtet Zürn. Allgaier habe zwar ein gefülltes Ersatzteillager, doch auch das sei endlich. Deshalb erarbeitet er derzeit mit dem Dienstleister PHA Tech aus Waghäusel eine Strategie, damit die Anlage ohne lange Stillstände für die Zukunft fit gemacht werden kann.

Experten für Umformpressen kennen sich schon lange persönlich

„Je stärker die Instandhaltung beim Kunden ist, desto einfacher ist das Geschäft für uns“, sagt Bülent Özcelik, Betriebsleiter bei PHA Tech. Er weiß, wovon er spricht: Das Unternehmen wurde zwar erst im September 2016 gegründet, doch hat er die Pressenstraße als Mitarbeiter von Schuler mit aufgebaut, schon damals zusammen mit seinen heutigen Kollegen bei PHA Tech.

Damit erklärt sich auch, wie es ein derart junges Unternehmen schafft, mit einem Tier-1-Automobilzulieferer ins Geschäft zu kommen – normalerweise sind die Anforderungen sehr hoch. „Wir haben für jeden Anlagenhersteller ein Portfolio von externen Dienstleistern“, erläutert Zürn. Allgaier arbeitet dabei auch mit kleineren Unternehmen zusammen – nur eine gewisse Mindestgröße sollten sie haben, bei speziellen Kenntnissen der Mitarbeiter. „Wenn Ihnen ein 1-Mann-Betrieb ausfällt, steht das ganze Projekt, deshalb muss ein Hintergrund da sein“, sagt der Instandhaltungsleiter.

Diesen Hintergrund kann PHA Tech vorweisen: Das Unternehmen wurde als Tochter von PHS in Iserlohn gegründet, das zugleich als Geldgeber fungiert und die Geschäftsführung stellt. Damit kann PHA Tech auch auf die Ressourcen von PHS zurückgreifen. „Was uns stark macht, ist die Tatsache, dass wir alle Fachleute für Pressen sind, auch herstellerübergreifend“, ergänzt Özcelik.

Geplante Anlagenstillstände brauchen eine gute Zusammenarbeit

Insbesondere bei einem geplanten Stillstand kommt es dann auf eine gute Zusammenarbeit an. „Geplante Stillstände müssen mit einem 100%-Erfolg enden“, sagt Zürn – die Zeit ist einzuhalten, die Aufgaben sind zu erledigen. Özcelik sieht sich da als Dienstleister mit den Produzenten im gleichen Boot: „So einen geplanten Stillstand muss man richtig durchdenken. Das ist viel einfacher, wenn eine starke Instandhaltung da ist.“ Als Auftraggeber sieht es Zürn ähnlich: „Wir unterstützen PHA bei den Projekten, letzten Endes ist es eine gemeinsame Tätigkeit.“ Wichtig sei die Abstimmung und die gemeinsame Vorplanung mit den drei Ws: Wer kümmert sich um was bis wann. „Es ist ein Vertrauensgeschäft mit gegenseitigem Geben und Nehmen“, bilanziert Özcelik.

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 Stéphane Itasse

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, MM MaschinenMarkt