Schall und Rauch? Synapticon-CEO Ensslen kommentiert zum Robotic Institute Germany

Quelle: Synapticon 5 min Lesedauer

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Das neue Robotics Institute Germany (RIG) nimmt seine Arbeit auf. Doch könnte dem Startschuss nicht ein Schuss in den Ofen folgen? Das fragt sich Nikolai Ensslen. Hier seine Argumente ...

Nikolai Ensslen ist CEO des Robotiklieferanten Synapticon. Er hat die „Geburt“ des Robotic Institute Germany (RIG) verfolgt. Seiner Erfahrung nach, gibt das Ganze der Robotik in Deutschland Aufwind. Aber er befürchtet auch, dass es schiefgehen kann. Hier seine Ansichten ...(Bild:  Synapticon)
Nikolai Ensslen ist CEO des Robotiklieferanten Synapticon. Er hat die „Geburt“ des Robotic Institute Germany (RIG) verfolgt. Seiner Erfahrung nach, gibt das Ganze der Robotik in Deutschland Aufwind. Aber er befürchtet auch, dass es schiefgehen kann. Hier seine Ansichten ...
(Bild: Synapticon)

Unterstützt von allerlei Prominenz aus Forschung, Wirtschaft und vor allem Politik hat das Robotics Institute Germany (RIG) vor wenigen Wochen seine Arbeit als zentrale Koordinationsstelle für Forschung zur KI für Roboter in Deutschland aufgenommen. Nachdem sich der erste Shownebel nun gelichtet hat, blickt Nikolai Ensslen, Gründer und CEO des Robotiklieferanten Synapticon, der kürzlich mit Synapticon Intelligence eine Beratung für KI in der Robotik in Stuttgart ins Leben gerufen hat, auf die Pläne und Hoffnungen, die rund um das RIG entstanden sind ...

„Wenn ein Trend ernst wird, ruft man nach der Politik“

Ensslen meint: „Grundsätzlich ist es natürlich positiv, wenn durch Initiativen wie das RIG die wahrnehmbare Aufmerksamkeit für das Thema Robotik in Politik und Medien steigt. Damit wird zumindest ein gewisser Impuls gesetzt.“ Der Kontext, in dem dies geschieht, ist jedoch wieder einmal der, dass ein technologischer Trend in den wichtigen Industrienationen mit Höchstgeschwindigkeit voranschreitet. In Deutschland schaut man dem zunächst zu, wundert sich, ist zum einen Teil beeindruckt, zum anderen Teil gepeinigt, weil man das ja alles vor Jahren auch schon in Europa in der Forschung gekonnt hat, so der Experte. Man merkt dann irgendwann, dass die Entwicklung ernst ist und ruft dann nach der Politik, die der Wirtschaft dringend helfen soll, nun doch schnell Lücken zu schließen, oder auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, bevor der Wettbewerb schließlich am Horizont verschwindet.

Deutschland betreibt oft blinden Aktionismus

Die Politik tut dann einmal mehr genau das, was nötig ist, um das Thema zumindest kurzfristig abzuräumen und einen sichtbaren Erfolg zu erzielen – man gründet einen Arbeitskreis respektive eine Organisation, stellt ein Gebäude auf die grüne Wiese und hat damit Tatkraft bewiesen, so die Erfahrung von Ensslen. Relevante Auswirkungen auf die Wirtschaft habe dieser Aktionismus jedoch – abgesehen von ein paar Beraterverträgen und dem Umsatz einiger Bauunternehmen – meist keinen. Parallel dazu laufen womöglich gerade noch Debatten über die 4-Tage-Woche oder ähnliche Themen, die dem Individuum für die optimale Gestaltung seiner Lebenszeit wichtig sind, wie der Synapticon-CEO einwirft. In Asien und den USA gehe derweil die Post ab. Wenn man sich umschaut, welche Unternehmen und deren Belegschaften wirklich versuchen, neue Dinge auszuprobieren und hoch gesteckten Zielen mit viel Einsatz hinterherjagen, dann sind die Unterschiede zwischen Mitteleuropa und den USA sowie China und Taiwan et cetera nicht zu übersehen, so Ensslen.

Gute Innovationen gehen oft nicht in Serie

In den Laboren und Kellern von DLR, Fraunhofer, ETH, TUM, KIT, IIT, DTI, Tecnalia & Co. stehen durchaus schon fantastische Ideen, Prototypen, Einzelstücke und Testaufbauten, wie Ensslen weiter ausführt. „Daraus aber dann marktreife Serienprodukte zu entwickeln, die sich an den Bedürfnissen und Budgets der Kunden orientieren, das überlassen wir den internationalen Wettbewerbern – dies ist ein branchenübergreifend bekanntes europäisches Muster“, wundert sich der Experte. Es ist für ihn oft sehr frustrierend zu sehen, wie lange es hier dauert, bis aus einer Idee ein Produkt wird. Das passiert sowohl aufgrund der Arbeitsgeschwindigkeit an sich als auch wegen der zu geringen Investitions- beziehungsweise Risikobereitschaft bei Geldgebern und bei Unternehmen. Ensslen: „Man setzt schlichtweg lieber weiterhin auf die Cash Cows und gibt Neuem keine Chance.“

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