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CAD/CAM-System

Systeme für die effizienten CNC-Programmierung

| Autor / Redakteur: Ralf Steck / Stefanie Michel

Trotz Softwareschnittstellen prozesssichere Abläufe: Am Beispiel des Formen- und Werkzeugbaus ist sichtbar, wie eine CAD/CAM-Lösung mit Spezialsoftware zusammenarbeitet.
Trotz Softwareschnittstellen prozesssichere Abläufe: Am Beispiel des Formen- und Werkzeugbaus ist sichtbar, wie eine CAD/CAM-Lösung mit Spezialsoftware zusammenarbeitet. (Bild: Cimatron)

Für die Zeichnungsableitung alleine sind CAD-Daten zu wertvoll. Diese Daten werden immer tiefer in die Unternehmens-IT integriert. Auch die Datenübergabe an die Fertigung unerlässlich. Der Anwender muss dann entscheiden, wie seine Software zusammenarbeitet.

  • CAD-Systeme sind immer mehr in die Unternehmens-IT eingebunden. Deshalb stehen zunehmend ganze Softwarepakete zur Verfügung, die in einer Benutzerumgebung zahlreiche Module beinhalten.
  • Es gibt zwei Ansätze: Der Softwarehersteller entwickelt seine Umgebung weiter beziehungsweise kauft Module zu und bietet so ein nahtloses System an. Etablierte Spezialanwender punkten mit tiefem Know-how und nutzen Schnittstellen zu anderen Systemen.
  • Ein Beispiel aus dem Werkzeugbau zeigt, wie CAD-, CAM- und Simulationsspezialisten ihre Daten austauschen, übergeben und verlustfrei für die Fertigung nutzen.

Die Welt der digitalen Produktentwicklung hat sich in den letzten Jahren entscheidend verändert: Standen um die Jahrtausendwende noch die Modellierung und deren Einschränkungen durch die Software im Fokus, so entwickeln sich CAD-Systeme zu Produktentwicklungssystemen weiter, die einerseits viele weitere Funktionen integrieren und andererseits in die Unternehmens-EDV eingebunden sind. Die Softwarehersteller folgen diesem Trend und bieten immer mehr Module rund um das CAD-System an: von der Simulation über Visualisierung bis hin zu Verwaltungslösungen, IoT-Anbindung, Kommunikation und CAM.

Der Vorteil solcher „All-in-one“-Lösungen ist in der Theorie, dass der Hersteller alle Module eng aufeinander abstimmen kann. Bei integrierten Systemen fallen Schnittstellen, über die Daten von einer Teillösung in die andere übertragen werden, weg. Idealerweise ist auch die Benutzeroberfläche einheitlich, sodass der Anwender über mehrere Module hinweg dieselbe Bedienlogik hat und sich nicht umgewöhnen muss.

Selbst entwickeln oder zukaufen?

In der Praxis kann ein CAD-Hersteller neue Funktionalität erschließen, indem er entweder selbst entwickelt oder zukauft. Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile. Eine Simulationsanwendung aus dem eigenen Haus kann man von Grund auf an die Architektur des eigenen Systems anpassen. So entsteht im besten Fall eine nahtlos integrierte Erweiterung des Modellierungssystems, die derselben Bedienphilosophie folgt und ihre Daten direkt in die Datenbank oder die Datei des CAD-Modells schreiben kann. So entfallen Schnittstellen, denn es handelt sich ja quasi um ein System. Der Nachteil dieser Vorgehensweise ist, dass man dazu – wenn wir beim Beispiel Simulation bleiben – Simulationsspezialisten benötigt, die diese Thematik wirklich verstehen. Zudem erfordert die Entwicklung einen hohen Zeit- und Kostenaufwand. Oft kann die Funktionalität nicht mit den Stand-alone-Lösungen etablierter Anbieter mithalten, die Jahrzehnte an Erfahrungsvorsprung haben.

Der auf den ersten Blick einfachere Weg ist es, einen der Spezialanbieter zu kaufen und sich so die Spezialisten mit ihrem Know-how und ihrer Erfahrung zu sichern. Dazu hat man eine fertige, funktionale Lösung, die man „nur noch“ in das eigene System einpassen muss. Es hat allerdings kaum einen Sinn, diese Spezialisten von Grund auf eine neue, an die eigene Produktpalette angepasste Lösung programmieren zu lassen. Stattdessen nutzen die meisten Anbieter die bestehenden Softwarelösungen und binden diese über Schnittstellen ins eigene Ökosystem ein.

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Sozusagen als dritten Weg kann man die Philosophie sehen, die beispielsweise Solidworks verfolgt: Das System bot von Anfang an eine starke API an, die Anbieter von Speziallösungen nutzen können, um Zusatzanwendungen zu programmieren. Hier ist über Jahre ein Ökosystem von Zusatzlösungen entstanden, die von Grund auf in ein bestimmtes System integriert sind und dessen Bedien- und Speicherphilosophie teilen. Allerdings sind diese Zusatzanbieter auf Gedeih und Verderb an den CAD-Anbieter gebunden, zudem haben die Programmierer von Zusatzanwendungen durchaus unterschiedliche Vorstellungen davon, wie tief sie ihre Lösung tatsächlich ins Hauptsystem integrieren möchten.

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