Suchen

Werkzeugschleif- und/oder -erodiertechnik auf der EMO Hannover 2019

Systemtrio erschafft präzise Zerspanungswerkzeuge

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Metallgebundene Diamantschleifscheiben erosiv abrichten

Das Abrichten von metallisch gebundenen Diamantschleifscheiben entscheidet über deren Abtragsleistung und Standzeit, so Vollmer. Bei mechanischen Abrichtverfahren verlieren die Diamantkörner zum Teil ihre Schärfe und brechen leicht aus, heißt es weiter. Daraus resultiere ein nur mäßiger Kornüberstand, welcher es der metallisch gebundenen Schleifscheibe nicht erlaube, in ihrem optimalen Arbeitspunkt eingesetzt zu werden. Die Lösung des berührungslosen Funkenerodierens erhält Struktur und Haltekraft der Diamantkörner, betont Vollmer. Der Biberacher Schärfspezialist zeigt auf der Messe nun erstmals seine Drahterodiermaschine Vpulse 500, die mit Zusatzfunktionen ausgestattet ist, um Diamantschleifscheiben erosiv abzurichten. Ein weiterer Vorteil dieses Vollmer-Ansatzes ist, dass durch den Einsatz eines Dielektrikums auf Kohlenwasserstoffbasis, die Spannsysteme der Scheibenpakete vor Korrosion geschützt werden.

Optimale Scheibentopografie im Mikrometerbereich

Mit einer speziellen Verfahrenstechnik und eigens entwickelten Erodierparametern ist es den Biberachern nach eigenen Angaben gelungen problemtechnisch quasi alle Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Der abgestimmte Erodierprozess trage den metallischen Binder rund um das elektrisch nichtleitende Diamantkorn ab. Dabei entstehe eine optimale Topografie am Schleifbelag. Im Einzelnen gehören ein hoher Kornüberstand sowie nicht vorgeschädigte Diamantkörner bei hoher Kornhaltekraft zu den Vorteilen. Die erzielte Konturgenauigkeit liegt je nach Binder und Korngröße bei ± 2 µm, betont Vollmer.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 14 Bildern

Längere Standzeit durch Offenporige Oberfläche

Wegen des Dielektrikums auf Kohlenwasserstoff-Basis müssen außerdem die Spannsysteme und Schleifscheibenpakete nicht gegen Korrosion geschützt werden, gibt Vollmer zu bedenken. Über die Fünf-Achskinematik misst und erodiert die VPulse 500 jede Diamantschleifscheibe automatisch. Dank des feinen Erodierdrahts lassen sich selbst komplexe Geometrien auf der Schleifscheibe in einer Aufspannung bearbeiten, merkt Vollmer an. Interne Tests mit der Vpulse 500 haben ergeben, dass sich im Vergleich zu mechanischen Verfahren die Standzeiten von metallisch gebundenen Schleifscheiben signifikant steigern lassen, weil sie besser gekühlt werden. Darüber hinaus verbessert sich aufgrund der offenporigen Schleifscheibe mit Kornfreistand die Abtragsleistung deutlich. Und mit der Vpulse 500 kann man das Abrichten der Schleifscheiben frei programmieren. Optional können vier unterschiedlichen Werkstückspeichern integriert werden, wodurch sich bis zu 68 Schleifscheibenpakete mannlos und rund um die Uhr bearbeiten lassen, so Dr. Brand.

(ID:46143802)