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VDMA-Auftragseingang

Talfahrt im Maschinenbau verstärkt sich wieder

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Auftragslage der Maschinenbauer aus Deutschland hat sich erneut eingetrübt. Im Oktober 2019 war das Minus bei den Bestellungen wieder zweistellig und lag um real 11 % unter dem Vorjahrswert, wie der VDMA am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Es läuft nicht rund im deutschen Maschinenbau: Im Oktober hat sich der Rückgang bei den Auträgen wieder verstärkt.
Es läuft nicht rund im deutschen Maschinenbau: Im Oktober hat sich der Rückgang bei den Auträgen wieder verstärkt.
(Bild: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Anzeichen von Entspannung hatte es noch im September gegeben, als die Talfahrt bei den Bestellungen mit minus 4 % zum Vorjahr sich zu verlangsamen schien. „Die jüngsten Hoffnungszeichen auf ein Ende der konjunkturellen Talfahrt in der deutschen Industrie machen sich noch nicht in den Auftragsbüchern der Maschinenbauer bemerkbar“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Die Bestellungen aus dem Inland sanken im Oktober um 13 %, die Nachfrage aus dem Ausland ging um 10 % zurück. Aus den Euro-Ländern kamen 8 % weniger Orders, aus den Nicht-Euro-Länder waren es 13 % weniger. „Wir erleben auf vielen Feldern im Maschinenbau, dass Kunden ihre Investitionen zurückhalten. Grund dafür ist eine anhaltende Verunsicherung, wie es mit der Weltkonjunktur kurz- und mittelfristig weitergeht“, sagte Wiechers.

Im Drei-Monats-Vergleich August bis Oktober 2019 lagen die Bestellungen ebenfalls um real 11 % unter dem Vorjahreswert. Die Inlandsaufträge sanken um 11 %, die Auslandsorders verbuchten ein Minus von 10 %. Die Bestellungen aus den Euro-Ländern gingen um 6 % zurück, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 12 % weniger Aufträge.

Für die weitere Entwicklung machte Wiechers den Maschinenbauern Mut: „Es gab in den letzten Wochen immer wieder einige Signale, die auf ein Ende des globalen Abschwungs hoffen lassen“, sagte er. Die Frage sei, ob und wann sie sich auf den Maschinenbau auswirken. „Generell gilt: Wir müssen noch einige Zeit abwarten, wie nachhaltig diese Signale sind und ob sie nicht wieder durch Tweets des Präsidenten oder andere Ereignisse gestört werden. Zum zweiten dauert es immer einige Zeit, bis sich ein positiver Frühindikator auch in höheren Aufträgen niederschlägt. Die Erwartung muss sich beim Investitionsklima stabilisieren“, erläuterte der VDMA-Chefvolkswirt.

Für die unterschiedliche Entwicklung in einzelnen Fachzweigen sieht Wiechers in der aktuellen Situationen mehrere Ursachen. „Da ist zum Einen die Konjunktur. Fachzweige, die vorher ein besonders starkes Wachstum haben, haben ein starkes Rückschlagspotenzial. Dann das Thema Handelspolitik: Wer besonders exponiert ist, etwa in China, spürt den Rückgang deutlicher. Und schließlich der Strukturwandel, der allerdings in vielen Punkten noch forciert werden muss. Hinzu kommt das Thema Digitalisierung“, sagte er. Es gebe Fachzweige, die von allem haben, wie die Werkzeug- oder die Kunststoffmaschinen.

Immerhin drei Fachzweige konnten in den vergangenen drei Monaten ein Plus beim Auftragseingang von 15 % oder mehr verzeichnen, wie VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann auf Anfrage von MM Maschinenmarkt sagte: Power Systems (Turbinen), Bergbaumaschinen sowie Druck- und Papiertechnik. Auf der anderen Seite erlitten vier Fachzweige einen Rückgang von mindestens 25 % bei den Bestellungen: Antriebstechnik, Werkzeugmaschinen, Gießereimaschinen sowie Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate.

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