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Den „Future-Radar“ erläuterte Dr. Post am Beispiel der Lampenproduktion: „Wenn in den kommenden Jahren Glühbirnen verboten werden – wie werden dann künftig Lampen produziert? Wie wird in dieser Produktion automatisiert? Und wie können wir unsere Kunden dabei begleiten?“ Diese Fragen würden zwar erst ab dem Jahr 2015 wirklich wichtig, doch gelte es jetzt schon, entsprechende Lösungen zu entwickeln.
Unternehmen dürften Forschung nicht vernachlässigen
Besonderen Wert legte der Festo-Forschungsleiter auf die Forschung im Unternehmen. „Viele Firmen, insbesondere Mittelständler, machen einen Fehler, wenn sie glauben, sie können auf eigene Forschung verzichten“, erklärte der R&D-Leiter von Festo. Die Unternehmen müssten selbst das aufgreifen und in Produkte umsetzen, was an den Hochschulen entwickelt werde, sonst könne der Forschungstransfer nicht funktionieren.
Wichtig sei es außerdem, kreative Impulse aus komplett anderen Bereichen aufzunehmen. „Wenn der Chef beim Denken ungewohnte Wege gehen darf, darf der Mitarbeiter das auch“, erläuterte Dr. Post, „das beeinflusst die Unternehmenskultur erheblich.“
Eine Innovationskultur gehört für ihn zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren des Technologiemanagements: „Innovation beginnt in den Köpfen und muss von ganz oben nach unten getragen werden.“ Ein Beispiel ist das „Bionic Learning Network“ von Festo, bei dem das Unternehmen auf der Hannover-Messe gezeigt hat, wie sich neue technische Möglichkeiten aus Vorbildern in der Natur ergeben (wir berichteten).
Weidmüller baut Technologiemanagement strategisch auf
Auf einen strategischen Aufbau des Technologiemanagements setzt auch der Hersteller von elektrischer Verbindungstechnik Weidmüller. Die Planung des Technologieaufbaus erfolgt dabei anhand einer Rückprojektion ausgehend von Zukunftsszenarien, wie Weidmüller-CTO Ulrich Wallenhorst in Aachen erläuterte.
Am Anfang stehe die Analyse der Ausgangssituation und die Beschreibung von Zukunftsszenarien. „Diese wird meist ausgelassen, das ist ein Fehler“, kommentierte Wallenhorst das übliche Vorgehen. Bei Weidmüller laute die Frage beispielsweise „wie sieht die Struktur der Industrie bis 2020 aus?“. Daraus könne man eine Vision für die Produkte bis zum Jahr 2020 ableiten, dazu die Felder der Technologieführerschaft.
Aus diesen wiederum ließen sich die erforderlichen Technologien und Kompetenzen ableiten, die zur Realisierung erforderlich sind. Die Projektplanung des Produkt-, Technologie- und Kompetenz-Aufbaus werde schließlich in der Technologie-Roadmap festgehalten. „Mit dieser Roadmap haben wir ein einziges Tool für den Vorstand bis hinunter in die generische Ebene. Dahinter stecken dann ganz konkrete Personalplanungen und Budgetierungen“, erläuterte Wallenhorst.
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