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Technologiemanagement macht aus Ideen erfolgreiche Produkte

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Prof. Schuh machte insgesamt zehn Erfolgskriterien für das Technologiemanagement aus. Die Technologiestrategie ist für ihn ein immanenter Bestandteil des erfolgreichen Technologiemanagements. Zwar besitzen 70% der befragten Unternehmen eine wirklich detaillierte Technologiestrategie, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu knapp der Hälfte im Jahr 2005. Bei den besten 20% der Unternehmen haben jedoch fast alle (97%) eine explizit definierte Technologiestrategie.

Technologiestrategie ist Querschnittsaufgabe

Die Erstellung der Technologiestrategie muss laut Prof. Schuh als Querschnitttsaufgabe angegangen werden. Innerhalb der übergeordneten Unternehmensstrategie steht sie selbstständig neben der Forschungs- und Entwicklungsstrategie, der Fertigungsstrategie oder der Marktstrategie. Wichtig ist die Erarbeitung der Technologiestrategie in übergreifenden Gremien, die auch über den Tellerrand hinausblicken können. „Wenn Sie kein Gremium haben, das etwas von Elektromotoren versteht, bauen Sie immer Benzinmotoren und auch keinen Hybrid“, verdeutlichte Prof. Schuh.

Für ein erfolgreiches Technologiemanagement ist zudem eine langfristige Technologieplanung mit Szenarien und Roadmaps notwendig. „Selbst die besten machen es noch nicht langfristig genug“, kommentierte der IPT-Direktor, „wer nur an das Ende des übernächsten Produkzyklus denkt, denkt zu kurz.“

Die Technologiefrüherkennung ist strukturierbar; definierte Prozesse wie Strategieaudit, Früherkennung, Planung, Entwicklung und Verwertung machen Sie effizient. Wichtigste Punkte sind hierbei, dass Verantwortliche für die Aufgaben sowie die Aufgaben selbst festgelegt sind und dass ein Verantwortlicher für den Gesamtprozess benannt wird.

Neue Technologien systematisch ausfindig machen

Der Zeithorizont der Technologieplanung sollte sich am Produklebenszyklus orientieren und kann über Trends und Szenarien ausgerichtet werden. Neue Technologien lassen sich über Suchfelder systematisch identifizieren. Erfolgreiche Unternehmen setzen mit einem Anteil von 75% Suchfelder häufiger ein als der Durchschnitt der befragten Unternehmen (50%).

Technologiemanagement braucht darüber hinaus Netzwerkmanagement – alle Gewinner des Konsortial-Benchmarkings sind laut Prof. Schuh darin überdurchschnittlich gut. Ganz oben auf der Liste der Informationsquellen stehen die eigenen Mitarbeiter, danach folgen die Kunden und Lieferanten. Die 20% der erfolgreichsten nutzen zudem überdurchschnittlich oft Forschungseinrichtungen, Hochschulen und nicht zuletzt die Wettbewerber. „Es muss nicht Industriespionage sein, aber die Besten schauen genauer hin, was der Wettbewerb macht“, erläuterte der IPT-Direktor. Dabei nehme der Druck ständig zu: „Morgen müssen Sie wissen, wo Wissen entsteht, bevor es explizit entstanden ist.“

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