Energieversorgung Teilnahme am Regelenergiemarkt eröffnet Verdienstmöglichkeiten

Autor / Redakteur: Marcel Becker / Stéphane Itasse

Durch den steigenden Anteil von Strom aus den volatilen erneuerbaren Energien wird es anspruchsvoller, das Netz stabil zu halten. Die Regelenergie ist daher ein Markt mit Zukunft. Durch die Bereitstellung von flexiblen Leistungskapazitäten können Unternehmen auch Zusatzerlöse generieren.

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Bild 1: Auch industrielle Stromverbraucher können dazu beitragen, dass die Stromnetze trotz des steigenden Anteils erneuerbarer Energien stabil bleiben.
Bild 1: Auch industrielle Stromverbraucher können dazu beitragen, dass die Stromnetze trotz des steigenden Anteils erneuerbarer Energien stabil bleiben.
(Bild: DB Energie/Michael Utech)

Zum Erhalt der Netzstabilität müssen in jeder Regelzone stets Stromangebot und –nachfrage übereinstimmen. Der Regelenergiemarkt ermöglicht dem Übertragungsnetzbetreiber, flexibel auf diese Differenzen zu reagieren und ein Unter- oder Überangebot an Strom in seinem Netzgebiet auszugleichen. Diese Flexibilität wird umso mehr nachgefragt, je mehr von den vergleichsweise schlecht prognostizierbaren erneuerbaren Energien am Netz sind.

Netzbetreiber vergüten sowohl positive als auch negative Regelenergie

Ein Anlagen- oder Prozessbetreiber kann dem Netzbetreiber helfen, indem er entweder zusätzlichen Strom aus dem Netz nimmt, also negative Regelenergie anbietet, oder das Netz mit mehr Strom versorgt, also positive Regelenergie bereitstellt. Diese Leistung wird von den Netzbetreibern zu Konditionen vergütet, die in der Regel deutlich über eine reine Entschädigung des eigenen prozessualen Aufwands hinausgehen. Negative Regelenergie kann von Unternehmen beispielsweise durch das Herunterregeln eigener Energieerzeugungsanlagen oder die Intensivierung flexibler Produktionsprozesse bereitgestellt werden. Positive Regelenergie ergibt sich im Gegenzug durch das Hochfahren von Eigenerzeugung oder das Abschalten beziehungsweise Reduzieren von Prozessen. Der Einsatz einer Förderanlage (Pumpe oder ähnliches) ist beispielsweise ein solch flexibler Prozess, der zeitlich verschoben werden kann, da hier ein Speichermedium (Tank) nachgelagert ist.

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Allerdings sollten trotz der attraktiven Erlösmöglichkeiten nie das Kerngeschäft und die Kernprozesse vernachlässigt werden. Sind diese jedoch gesichert, lohnt es sich gerade für Großverbraucher, über eine Teilnahme am Regelenergiemarkt nachzudenken. Wenn ungenutzte Potenziale identifiziert sind, können die freien Kapazitäten gewinnbringend am Markt platziert werden. Dabei ist es dem Anlagen- oder Prozessbetreiber freigestellt, ob er sie durchgängig oder nur zu von ihm bestimmten Zeiten anbietet.

Der Betreiber wird sich mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob er seine Kapazitäten selbst vermarkten oder besser einen entsprechenden Dienstleister hinzuziehen soll. Die Eigenvermarktung verspricht ungeschmälerte Erlöse, ist allerdings an Bedingungen geknüpft und mit sehr hohem Aufwand verbunden. Zum einen muss eine entsprechende IT-Landschaft entwickelt werden, zum anderen erfordert der 24/7-Betrieb einen großen Stamm an qualifiziertem Personal. Daher ist diese Option in der Regel erst für Betreiber mit deutlich mehr als 15 MW installierter Leistung interessant.

Dienstleister helfen Unternehmen, am Regelenergiemarkt teilzunehmen

Ein Dienstleister für die Teilnahme am Regelenergiemarkt ist beispielsweise die DB Energie GmbH. Ist sie mit der Vermarktung beauftragt, stellt sie IT-Infrastruktur und Ersatzfahrpläne für den Bilanzkreis bereit. Sie poolt und besichert die angebotene Leistung und platziert entsprechende Angebote am Markt.

Neben der Kostenersparnis für diese Prozesse hat die Vermarktung über einen solchen Dienstleister für den Betreiber den Vorteil, dass der Einstieg in den Markt beschleunigt wird. Bereits sechs bis acht Wochen nach der so genannten Präqualifikation (damit kennzeichnet man die Prüfung, ob der Betreiber die nötigen Voraussetzungen zur Teilnahme erfüllt) können Betreiber ihre erste Einheit Regelenergie am Markt platzieren.

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