Vorwärts Naturrohstoffe Textilforscher kooperieren noch stärker mit Laubholz-Experten

Redakteur: Peter Königsreuther

Ihre bestehende Zusammenarbeit wollen die Deutschen Institute Für Textil- und Faserforschung (DITF) und das Technikum Laubholz vertiefen. Das soll vielen Branchen neue Impulse geben.

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Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) verstärken die Zusammenarbeit mit der Technikum Laubholz GmbH. Daraus sollen sich neue Anwendungen für Laubholz ergeben und marktfähige Produkte entstehen, sagen die Beteiligten.
Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) verstärken die Zusammenarbeit mit der Technikum Laubholz GmbH. Daraus sollen sich neue Anwendungen für Laubholz ergeben und marktfähige Produkte entstehen, sagen die Beteiligten.
(Bild: Technikum Laubholz)

Laubholz gehört zu den nachwachsenden Rohstoffen und muss nicht unbedingt als Möbel oder Brennholz enden. Denn die Kooperation der Technikum Laubholz (TLH) mit den DITF hat zum Ziel, neuartige technische Einsatzmöglichkeiten des Rohstoffs Laubholz zu erschließen. Auch marktfähige Produkte will man dabei auf den Weg bringen, heißt es weiter. Ein tiefgehender Technologietransfer schaffe nun die Grundlagen für eine fundierte und wissensbasierte Zusammenarbeit.

Patenverkäufe sichern den Technologietransfer

Die Basis für diesen Technologietransfer sind umfangreiche Patentfamilien, die von den DITF an die TLH verkauft wurden, heißt es weiter. So könnten die Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die Entwicklung neuer Produkte leichter einfließen. Die industrielle Umsetzung nachhaltiger Verfahren, etwa zur Herstellung technischer Zelluloseregenerat-Fasern und von Carbonfasern auf Basis von Lignin und Zellulose, bilden den Kern der gemeinsamen Forschungsarbeiten. Mit dem Verkauf der Patente folgten die Partner einer strategischen Richtlinie, die deren Zusammenarbeit fördere und eine professionelle Vermarktung der neuer Möglichkeiten für die Laubholzverwendung mit sich bringe.

Neue Fasern und vegane Lebensmittelproteine in Arbeit

Parallel dazu werden in Forschungsprojekten Methoden weiterentwickelt, wie sie etwa zur Verarbeitung von Cellulose aus ionischen Flüssigkeiten genutzt werden. Auch neuartige Fasertypen für den technischen Einsatz und für Gebrauchstextilien sollen dabei in den wachsenden Markt nachhaltiger Materialien eingeführt werden.

Damit will man der Bestimmung des neu eingerichteten Forschungszentrums folgen, die bedeutsame Produkte und Verfahren auf Basis von Laubholz, das aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern der Region stamme, im Sinn hat. Die DITF werden nach eigenen Angaben die Grundlagen ökonomischer und ökologischer Herstellungsverfahren für aus Buchenholz hergestellte Zellulose- und Ligninfasern beisteuern.

Das Technikum Laubholz wird dabei acht Forschungsteams aus unterschiedlichen Instituten vernetzen. Es dient auch als Schnittstelle zur Industrie. Weitere Forschungsprojekte befassen sich mit neuen Verfahren zu Herstellung von Biotensiden sowie veganen Lebensmittelproteinen – natürlich auch auf Basis von Laubholz.

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Das Technikum Laubholz ist nach eigenen Angaben eine unabhängige, außeruniversitäre Forschungseinrichtung, die auf Initiative des Landes Baden-Württemberg unter Federführung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz vor rund einem Jahr gegründet wurde. Es hat zur Aufgabe, die Entwicklung neuer und hochwertiger Anwendungen für Laubholz zu beschleunigen und speziell für Baden-Württemberg eine internationale Spitzenposition in der auf Laubholz basierten Rohstoffverwendung zu besetzen.

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