Mehr grüner Stahl Thyssenkrupp gibt Startschuss für milliardenschweren Hochofen

Quelle: dpa

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Der Bau eines Milliarden von Euro teuren Hochofens zur Herstellung von sogenanntem grünem Stahl in Duisburg rückt näher.

Nach der Salzgitter AG beschließt nun auch Thyssenkrupp in die Millionen-Tonnen-Produktion von grünem Stahl zu investieren. Jetzt rücke der Baubeginn für einen milliardenschweren Hochofen zur Sauerstoffredktion per Wasserstoff statt Koks in Duisburg näher.
Nach der Salzgitter AG beschließt nun auch Thyssenkrupp in die Millionen-Tonnen-Produktion von grünem Stahl zu investieren. Jetzt rücke der Baubeginn für einen milliardenschweren Hochofen zur Sauerstoffredktion per Wasserstoff statt Koks in Duisburg näher.
(Bild: dpa / M. Kusch)

Vorstand und Aufsichtsrat des Industriekonzerns Thyssenkrupp haben jetzt einen Eigenmittelanteil des Unternehmens für die sogenannte Direktreduktionsanlage, in der kohlendioxidarmer Stahl produziert werden kann, freigegeben. Sie soll vor allem mithilfe von Fördermitteln realisiert werden. Über die genaue Höhe der Bausumme schweige sich das Unternehmen aber aus. Beobachter gehen davon aus, dass der Eigenmittelanteil im höheren dreistelligen Millionenbereich liegen könnte. Das Großprojekt steht, wie es heißt, aber weiter unter dem Vorbehalt einer Förderung durch die öffentliche Hand.

Hochofen für grünen Stahl wird größer und teurer

In der Anlage soll klimaneutral hergestellter Wasserstoff den bisher in Hochöfen verwendeten Koks ersetzen, um dem Eisenerz den Sauerstoff zu entziehen. Nach einem weiteren Bearbeitungsschritt entsteht Roheisen, das dann aber auf übliche Weise weiterverarbeitet werden kann. Bisher, so ist zu erfahren, hatte das Unternehmen die Investitionskosten für die erste derartige Anlage mit 1,2 Milliarden Euro angegeben. Ende letzter Woche teilte Thyssenkrupp aber mit, dass die Anlage nun deutlich größer ausfallen soll, weshalb man die Investitionen nun auf rund zwei Milliarden Euro veranschlagt.

War bisher die Produktion von einer Million Tonnen grünen Stahls pro Jahr geplant, soll die Anlage jetzt über zwei Millionen Tonnen produzieren können. Das Unternehmen sprach von der größten deutschen Direktreduktionsanlage für CO2-armen Stahl. Thyssenkrupp will im Gegenzug einen seiner vier konventionell betriebenen Hochöfen in Duisburg stilllegen. Die Auftragsvergabe für den Bau soll noch in diesem Herbst erfolgen. Den ersten "grünen" Stahl soll die Anlage 2026 produzieren, ein Jahr später als bislang geplant.

Thyssenkrupp und Salzgitter werden DIE Grünstahlkocher Europas

Bei der Stahlherstellung entstehen sehr große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid. Thyssenkrupp ist nach eigenen Angaben für rund 2,5 Prozent des bundesweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich, im Ruhrgebiet sogar für rund ein Viertel der Kohlendioxidemissionen. Mit dem neuen Hochofen für grünen Stahl leiste das Unternehmen dann einen wichtigen Beitrag, mit dem die nationalen und europäischen Klimaziele ein Stück weit näher rücken dürften.

Damit zieht Thyssenkrupp mit dem Stahlhersteller Salzgitter AG gleich, der bereits Mitte Juli einen ähnlichen Beschluss gefasst hat. Salzgitter plant, mit seiner Anlage nämlich bis zu 1,9 Millionen Tonnen CO2-armen Stahl zu fertigen.

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