Das Land NRW und die Bundesregierung wollen den Bau der ersten wasserstoffbetriebenen Direktreduktionsanlage finanziell unterstützen. Im Bild (v.l.): Bernhard Osburg, Burkhard Dahmen, Hendrik Wüst, Martina Merz, CEO Thyssenkrupp; Sören Link, Oberbürgermeister von Duisburg und Tekin Nasikkol, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Thyssenkrupp Steel.
(Bild: SMS group)
Thyssenkrupp Steel beauftragt die SMS Group, Düsseldorf, mit dem Engineering, der Lieferung und dem Bau der ersten wasserstoffbetriebenen Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg. Damit startet eines der weltweit größten industriellen Dekarbonisierungsprojekte, mit dem zukünftig bereits über 3,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden können. Das Auftragsvolumen für SMS beträgt über 1,8 Milliarden Euro.
Darüber hinaus sind erhebliche weitere bautechnische Leistungen sowie die Infrastruktur und Medienanbindung erforderlich. Im Rahmen der Gewährung eines vorgezogenen Maßnahmenbeginns kann mit den Vorarbeiten unverzüglich begonnen werden. Die Fertigstellung der Anlage mit einer Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen direkt reduziertem Eisen (DRI) ist für Ende 2026 geplant. Das Gesamtprojekt steht weiterhin unter den Vorbehalten der beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Union und des finalen Zuwendungsbescheides. Beides wird in den nächsten Monaten erwartet. Das Land NRW und die Bundesregierung signalisierten bereits eine substanzielle finanzielle Unterstützung für das Vorhaben. „Die Auftragsvergabe an die Düsseldorfer SMS Group ist eine gute Entscheidung für das Klima, für Thyssenkrupp und für den Standort Nordrhein-Westfalen“, so Hendrik Wüst, Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen. „Dieses Projekt unterstützen wir aus Überzeugung mit bis zu 700 Millionen Euro und tragen damit zum Erhalt und zur Transformation einer wichtigen Wertschöpfungskette für die gesamte Wirtschaft im Land bei.“
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Ablösung der CO2-intensiven Primärstahlherstellung beginnt
Die Auftragsvergabe markiert für den größten deutschen Stahlhersteller eine entscheidende technologische Wende in seiner mehr als 200-jährigen Geschichte: Im Rahmen des Transformationskonzepts „tkH2Steel“ beginnt nun der Ersatz der CO2-intensiven Stahlproduktion durch klimafreundliche Technologien. Bislang werden durch die kohlebasierte Roheisenproduktion im Hochofen große Mengen CO2 emittiert – allein am Standort Duisburg rund 20 Millionen Tonnen pro Jahr. Wasserstoffbasierte Verfahren in Direktreduktionsanlagen bieten hier eine wesentliche Grundlage, Stahl in Zukunft klimaneutral herzustellen.
Thyssenkrupp Steel plant, 2030 bereits 6 Millionen Tonnen CO2 und damit weit mehr als 30 Prozent seiner Emissionen zu vermeiden. Spätestens 2045 soll die Transformation zur klimaneutralen Produktion abgeschlossen sein.
Bernhard Osburg, CEO Thyssenkrupp Steel: „Mit der Auftragsvergabe gehen wir jetzt in die Umsetzung und Industrialisierung unserer Transformation. Ein historischer Moment für thyssenkrupp Steel und ein guter Tag für den industriellen Klimaschutz, denn bereits mit unserer ersten Direktreduktionsanlage können wir 3,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden.“ Gemeinsam mit SMS wolle sein Unternehmen den Beweis antreten, dass eine zukunftsfähige Transformation der Stahlindustrie in Deutschland und Europa möglich ist.
Mit der SMS Group hat ein Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen den Zuschlag für die Anlage bei Thyssenkrupp Steel erhalten. SMS gilt als Spezialist für Produktionsanlagen der Stahlindustrie und gestaltet den Wandel der Branche aktiv mit. Doch dieser Auftrag ist auch für SMS historisch, denn es ist der größte Einzelauftrag in der über 150-jährigen Geschichte. „Dieses Projekt bedeutet uns sehr viel. Thyssenkrupp und SMS arbeiten seit vielen Jahrzehnten eng zusammen. Wir freuen uns darauf, auch bei diesem zukunftsweisenden Projekt Verantwortung zu übernehmen und die grüne Transformation von Deutschlands größtem Stahlproduzenten mit unserer Technologie, unserem Know-how und unserer Expertise im Projektmanagement zu unterstützen“, so Burkhard Dahmen, CEO SMS Group, stolz.
Hightech für die klimaneutrale Stahlproduktion
Im Streben nach der besten technologischen Lösung wird Thyssenkrupp als erster Stahlhersteller der Welt eine zu 100 Prozent wasserstofffähige Direktreduktionsanlage mit neuen Einschmelzern kombinieren. Durch die Positionierung der beiden Einschmelzer direkt neben der Direktreduktionsanlage wird das dort erzeugte feste Vormaterial unmittelbar in flüssiges Eisen umgewandelt. Dies mache den gesamten Prozess besonders effizient.
Die Direktreduktionsanlage basiert auf der Midrex-Flex-Technologie. SMS liefert auch die neuen Einschmelzer, die Schlackengranulierung und andere Hilfseinrichtungen, zum Beispiel die Wasseraufbereitung. Die Anlage wird auf EPC-Basis errichtet; damit trägt SMS die Gesamtverantwortung für die Entwicklung (engineering), die Beschaffung (procurement) und den Bau (construction) der Anlage. Darüber hinaus sind erhebliche weitere Arbeiten im Bereich des Hoch- und Tiefbaus, der Infrastruktur und der Medienversorgung notwendig.
Das Konzept soll eine gleichbleibend hohe Produktqualität gewährleisten, da es sich nahtlos in das bestehende Hüttenwerk integriert. So können alle nachfolgenden Prozessschritte ab dem Stahlwerk beibehalten und die bestehende Anlagenstruktur genutzt werden.
Die Kooperation zwischen Thyssenkrupp Steel und SMS ist auch ein starkes Signal für den Industriestandort Nordrhein-Westfalen. Beide Unternehmen bilden nach eigenen Angaben durch den Bau der Direktreduktionsanlage eine Partnerschaft für Innovation und für effizienten industriellen Klimaschutz.
Stand: 08.12.2025
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Im Rahmen der von der Bundesregierung erteilten Gewährung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns wird mit der Detailplanung und den vorbereitenden Arbeiten zum Bau der Direktreduktionslage unmittelbar begonnen.