Kundgebungen Aktuelle Lage zwingt Tausende Stahlarbeiter auf die Straßen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Wirtschaftsflaute, Billigstahl aus Asien, hohe US-Zölle plagen auch die Stahlbranche. Jetzt gab es aus Angst um die Jobs Kundgebungen in Berlin und Völklingen ...

Angst vor Jobverlusten in der Stahlbranche! Kundgebungen in Berlin und Völklingen wollten gestern klarstellen, dass es der deutschen Stahlindustrie noch immer nicht gut genug geht ...(Bild:  IG Metall)
Angst vor Jobverlusten in der Stahlbranche! Kundgebungen in Berlin und Völklingen wollten gestern klarstellen, dass es der deutschen Stahlindustrie noch immer nicht gut genug geht ...
(Bild: IG Metall)

Die energieintensive deutsche Stahlbranche mit rund 80.000 Beschäftigten steckt seit Jahren in der Krise. Und 2025 war die Produktion auf 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl gefallen – ein Tiefstand seit der Finanzkrise 2009. Angesichts der Krise der Stahlindustrie haben Tausende Arbeiter bei Kundgebungen in Berlin und Völklingen für den Erhalt ihrer Jobs demonstriert. Unter dem Motto „Stahl hat Zukunft – bei uns!“ zogen etwa Stahlarbeiter vom Brandenburger Tor zum Bundeswirtschaftsministerium. Und nach Angaben der IG Metall beteiligten sich daran rund 1.700 Beschäftigte aus über 40 Betrieben. Die Polizei sprach von rund 900 Personen. Im saarländischen Völklingen kamen rund 8.500 Menschen zu mehreren Demonstrationszügen, wie die dortige Polizei mitteilte. Die IG Metall fordert im Rahmen dessen mehr Hilfe seitens der Politik für die gebeutelte Stahlindustrie. Sie leidet unter der Wirtschaftsflaute und der Krise in Sektoren, wie dem Autobau.

Der Weg zu grünem Stahl könne zur Sackgasse werden

Auch die zu teure Energie sowie Konkurrenz aus Asien schmälerten den Umsatz. Nicht zu vergessen, die ausufernden US-Zölle unter Donald Trumps Regierung. Die IG Metall habe auch die Sorge, dass der Umbau der Branche zu grünem Stahl in Gefahr sei. So haben Unternehmen wie Salzgitter und Saarstahl zwar schon Schritte zum Umbau ihrer Produktion eingeleitet, doch der Konzern Arcelormittal wiederum hat 2025 Pläne für den klimaneutralen Umbau seiner Stahlwerke in Bremen und Eisenhüttenstadt gestoppt. Doch neue Produktionsanlagen für klimafreundlicheren Stahl, die mit Erdgas (und später einmal) mit Wasserstoff betrieben werden können, kosten die Stahlbranche viel Geld, während der Markt dafür noch am Anfang steht. Auch stellt die IG Metall den Emissionshandel infrage, weil dieser Zehntausende von Arbeitsplätzen bedrohe. Zugleich brauche es Unterstützung für Unternehmen, die die Investitionen in die klimafreundliche Produktion nicht allein stemmen könnten.

Bisherige Unterstützungen gehen der IG Metall nicht weit genug

Der Hintergrund ist die Debatte um weniger Klimavorgaben, um die Industrie in Europa zu stärken. In Brüssel will die EU-Kommission im Juli Vorschläge für eine Revision des Emissionshandels (ETS) vorlegen. Aus Industrie und Teilen der Politik wächst der Druck, das Klimaschutzinstrument aufzuweichen, um Belastungen für die Wirtschaft aus dem Handel mit CO2-Zertifikaten zu senken. Doch die Politik ist der Branche bereits zur Seite gesprungen. So hat die Bundesregierung einen lang geforderten Industriestrompreis für energieintensive Branchen schon auf den Weg gebracht. Zudem beschlossen die EU Schutzmaßnahmen, um die heimische Stahlbranche vor Konkurrenz zu schützen. Das geht der IG Metall aber nicht weit genug! Sie kritisiert deshalb, dass der Industriestrompreis zeitlich befristet ist, unter Finanzierungsvorbehalt steht und nur homöopathisch gegen teure Energie wirkt.

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