Adiabatisches Trennen Trennen mit Hochgeschwindigkeit reduziert die Nacharbeitskosten

Autor / Redakteur: Rainer Wölfel / Rüdiger Kroh

Beim adiabatischen Trennverfahren handelt es sich um ein spanloses Trennen von Profilen, Rohren oder Rundmaterial mit Hochgeschwindigkeit. Dabei entstehen ebene Trennflächen und die Verformung des Bauteils ist nur gering. So reduzieren sich die Kosten der nachfolgenden Zerspanung.

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Es ist keine Erfindung der Neuzeit, denn bereits im Zweiten Weltkrieg wurde anscheinend erkannt, dass beim Durchschuss von Projektilen durch Panzerplatten eine sehr saubere Schnittfläche entsteht. Fast 50 Jahre später begann das Unternehmen Coprotec Systeme GmbH, sich mit dem adiabatischen Trennen zu beschäftigen.

Nach intensiver Entwicklung setzte man das Verfahren 2001 in der Serienfertigung für verschiedene Kunden im Bereich Automotive und anderen Branchen erfolgreich ein. Heute, so die Wissenschaftler am Fraunhofer-IWU, ist das Interesse am adiabatischen Trennen in Deutschland sehr groß.

Adiabatisches Trennen heißt Abschlagen des Materials mit hoher Geschwindigkeit

Leider werden darüber teilweise recht irreführende Aussagen oder auch überzogene Vorteile in Publikationen oder Werbebroschüren veröffentlicht. Fakt aber ist, dass das adiabatische Trennen ein Abschlagen des Materials mit hoher Geschwindigkeit ist und es ab bestimmten Losgrößen ein sehr wirtschaftliches Verfahren darstellt.

Im Gegensatz zum klassischen Abscheren, bei dem mit hoher Kraft Material abgequetscht wird, erfolgt das adiabatische Trennen mit sehr hoher Trenngeschwindigkeit in einem sehr kurzen Impuls. Die dabei entstehenden Trennflächen haben einen geringen Schnittanteil mit überwiegender Bruchzone und guter Ebenheit.

Bauteile haben nach dem adiabatischen Trennen bessere Eigenschaften

Aufgrund der hohen Geschwindigkeit haben die getrennten Bauteile eine wesentlich geringere Verformung, weisen keine relevanten Gefügeveränderungen auf und haben eine gleichmäßige Härteverteilung. Diese positiven Bauteileigenschaften reduzieren die Kosten in nachfolgenden Zerspanungsprozessen durch unter anderem ein geringeres Aufmaß.

Zudem entsteht keine Flitterbildung. Das ist für Folgebearbeitungen ein großer Vorteil, denn die Partikel bei einer Flitterbildung könnten sich im schlimmsten Fall lösen und so beispielsweise in Umformwerkzeugen festsetzen.

Weder Kühlschmiermittel noch Späne haften am Werkstück

Selbst im Vergleich zu den zerspanenden Trennverfahren wie dem Sägen oder Trennschleifen kann das adiabatische Trennen punkten, weil einerseits bei Abschnittslängen von 10 mm die Materialeinsparungen größer 10% sind. Anderseits haften weder Kühlschmiermittel noch Späne auf dem Werkstück. Das heißt, ein zusätzlicher Waschvorgang erübrigt sich.

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