Adiabatisches Trennen

Trennen mit Hochgeschwindigkeit reduziert die Nacharbeitskosten

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Irreführende Aussagen oder auch überzogene Vorteile beziehen sich beim adiabatischen Trennen meist auf die Taktzeiten. Selbstverständlich ist es möglich, 1500 Teile und mehr pro Minute zu trennen. Das geht allerdings nur unter Laborbedingungen.

Adiabatisches Trennen muss sich auch in der Praxis bewähren

Die 1500 Teile geben aber keine Auskunft über die Standzeit der Werkzeuge, wie stabil dabei der Prozess läuft oder wie die Teile für die Folgebearbeitung aussehen. Mit einer 30-prozentigen Verringerung der Werkzeugstandzeit und einem höheren Aufmaß für ein eventuell folgendes Schleifen hat man nicht wirklich etwas gewonnen.

Nach Erfahrungen von Coprotec sind bei kleinen Abmessungen bis zu einem Durchmesser von 15 mm, abhängig von der Teilelänge, bis etwa 800 Stück pro Minute unter Praxisbedingungen realistisch. Bei einem Rundmaterial mit 42 mm Durchmesser dagegen sind bis 1,2 s pro Teil einzuplanen.

Adiabatisches Trennen für hoch- und höchstfeste Stähle gut geeignet

Dabei sind diese Werte unabhängig vom Werkstoff. Um so höherfester ein Stahl, umso besser lässt er sich adiabatisch trennen — 800 bis 1200 N/mm2 sind optimale Festigkeitswerte. Zudem werden wärmebehandelte Stähle bis zu einer Härte von 50 HRC bei Coprotec erfolgreich bearbeitet. NE-Metalle wie Aluminium- oder Kupferlegierungen dagegen sind für das Trennverfahren aufgrund der niedrigen Festigkeiten kaum geeignet.

Das Trennen dieser Werkstoffe ist sehr wohl möglich, es ist aber mit einer stärkeren Verformung zu rechnen. Ein weiterer Aspekt ist die Art der Bearbeitung: Trennt man von der Stange oder einem Ring? Welche Durchmesser kommen zum Einsatz? Müssen die Bauteile einer Rissprüfung unterzogen werden oder ist eine Endenbearbeitung notwendig?

Die Obergünzburger Trennspezialisten sind aber für jeden Einsatz gerüstet, denn sie können auf vier unterschiedliche Maschinentypen zum adiabatischen Trennen zurückgreifen. Trennen können die zwar alle, aber jeder mit einer ganz anderen Technik und Peripherie.

Wirtschaftlichkeit des adiabatischen Trennens setzt sich bei der Endbearbeitung fort

Nun sind die kurzen Taktzeiten beim Trennen nur ein Teil der Bearbeitung. Häufig müssen Profile, Rohre oder Rundmaterial auch von beiden Seiten einer Endenbearbeitung unterzogen werden. Dafür wird bei Coprotec ein völlig neues Verfahren eingesetzt. Es basiert auf einem horizontalen Rundtaktautomaten mit einem eigens entwickelten Zuführsystem.

So können beispielsweise bei einem Durchmesser von 7 mm pro Minute 200 Teile beidseitig bearbeitet werden. Die Wirtschaftlichkeit des adiabatischen Trennens setzt sich also selbst in der Endbearbeitung fort.

Rainer Wölfel ist technischer Leiter bei der Coprotec Systeme GmbH in 87634 Obergünzburg

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