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Ausbildung

Trumpf hat den ersten „Ausbilder Industrie 4.0“

| Autor: Melanie Krauß

Als erstes Unternehmen in Deutschland beschäftigt Trumpf einen Ausbilder für die vernetzte Industrie. Er soll den Nachwuchs auf das digitale Arbeitsumfeld vorbereiten und entsprechende Kompetenzen vermitteln.

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In der Trumpf-Lehrwerkstatt arbeiten Auszubildende aus verschiedenen Bereichen zusammen unter der Leitung von Daniel Stannard, dem Ausbilder für die Industrie 4.0 (2. v.r.).
In der Trumpf-Lehrwerkstatt arbeiten Auszubildende aus verschiedenen Bereichen zusammen unter der Leitung von Daniel Stannard, dem Ausbilder für die Industrie 4.0 (2. v.r.).
(Bild: Trumpf Group)

Der „Ausbilder Industrie 4.0“ koordiniert bei Trumpf zukünftig alle digitalen Inhalte der verschiedenen Ausbildungsrichtungen und zeichnet sich diesbezüglich für die Betreuung der Auszubildenden und dual Studierenden verantwortlich. „Es geht darum, die Schnittstellen zu kennen“, sagt Daniel Stannard über die neuen Inhalte. „Die Auszubildenden müssen nicht alle Programmierer werden, sollten aber zumindest wissen, was da überhaupt möglich ist. Um dann auch zu entscheiden, dass man seine Funktion als Maschinenbauer vielleicht anders begreifen muss.“

Der IT-Ausbilder hat selbst sein duales Studium der Wirtschaftsinformatik bei Trumpf absolviert und koordiniert nun rund 50 Nachwuchskräfte über drei Jahrgänge hinweg. Eine spezielle Ausbildung für die neue Position gibt es noch nicht. „Ich bringe die Erfahrung aus meiner beruflichen Laufbahn mit. Schließlich habe ich mehrere Jahre in der IT gearbeitet“, erzählt Stannard. „Viel entsteht auch durch learning by doing.“

„Die Digitalisierung wird bei uns zum fundamentalen Baustein der Ausbildung“, sagt Katja Tiltscher, Ausbildungsleiterin bei Trumpf. „Wir rüsten unsere Auszubildenden mit IT-Wissen, Praxis-Know-How und agilen Arbeitsmethoden für die digital vernetzte Zukunft.“ Auch in klassischen Fachrichtungen spiele die Digitalisierung eine immer größere Rolle. „Wer IT studiert oder in dem Bereich eine Ausbildung absolviert, muss verstehen, was der Maschinenbauer macht. Gleichzeitig muss der Maschinenbauer wissen, welche Software er für seine Maschine braucht. Das wächst zusammen, auch mit der BWL, die beispielsweise für die Maschinenkalkulation Blechteile und Software einbeziehen muss“, so Tiltscher weiter.

Bei den Projekten der Auszubildenden, den sogenannten Cubes, waren daher im letzten Jahr die Informatiker zum ersten Mal von Anfang an dabei. Gemeinsam mit den Auszubildenden und Studierenden der anderen Fachrichtungen entwickelten sie in Kleingruppen eigene Produkte. Ein Konzept, das sich bewährt hat, und auch weiterhin beibehalten werden soll.

Zum 2. September sind bei Trumpf 65 neue Auszubildende und dual Studierende gestartet. Sie werden in ihrer zweiten Woche übergreifend an einem ersten Workshop teilnehmen. Ziel ist es, ein Grundverständnis für wichtige Themen wie IT, Digitalisierung, Vernetzung und Künstliche Intelligenz zu schaffen. Für die Zukunft kann sich Stannard jedoch auch vorstellen, noch einen Schritt weiter zu gehen: „Es wäre schön, wenn die Auszubildenden einfach selber zwei Tage etwas programmieren – und sei es nur eine kleine Applikation oder ein kleines Spiel.“ Ein konkretes Konzept dazu müsse er allerdings noch entwickeln, erste Ideen habe er schon.

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Über den Autor

 Melanie Krauß

Melanie Krauß

Redakteurin Management & IT und Karriere & Weiterbildung