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VDMA Kunststoff- und Gummimaschinen Umsatzwimmern mit Hoffnungsschimmern!

| Autor / Redakteur: Florian Mikulasch / Peter Königsreuther

In diesem Jahr müssen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer mit bis zu 30 % Umsatzrückgang rechnen, sagt der VDMA. Doch die meisten sehen Licht am Ende des Tunnels...

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Kunststoff- und Gummimaschinen-Branche laut VDMA im Sinkflug...doch viele erwarten keinen Aufschlag am Boden...
Kunststoff- und Gummimaschinen-Branche laut VDMA im Sinkflug...doch viele erwarten keinen Aufschlag am Boden...
(Bild: MM)

Wie erwartet sind 2019 die Umsatz-Höhenflüge der vergangenen Jahre zum Erliegen gekommen: Die deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer mussten einen Umsatzrückgang von 6 % verbuchen. „Nach 11 langen Jahren des Wachstums kommt dieser Einschnitt jedoch bei niemandem aus der Branche mehr überraschend“, resümiert Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA. „In vielen wichtigen Abnehmerbranchen, allen voran der Automobilindustrie, standen die Zeichen auf Investitionszurückhaltung, das hat sich schon seit Längerem deutlich in den Auftragsbüchern bemerkbar gemacht. Hinzu kommt das Imageproblem des Kunststoffs“, so Reifenhäuser weiter.

Nun kommt zu dieser schwierigen Gemengelage auch noch die Corona-Pandemie. Bis Juni 2020 gibt es rund 20 % weniger Aufträge. „Den Abnehmerbranchen, die auch zuvor schon schlecht liefen, hat die Pandemie nun den Rest gegeben. Allerdings beobachten wir auch, dass gerade in die Bereiche Medizintechnik und Verpackung in Zeiten der Corona-Krise viele Kunststoff- und Gummimaschinen geliefert werden, erläutert Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes.

Erfreulicher Imagegewinn für Kunststoffe

Überall, wo Hygiene ins Spiel kommt, zeigt der Kunststoff seine Vorteile. „Dies führt zu einer wahrnehmbaren Imageverbesserung in der Gesellschaft“, freut sich Kühmann. „Allerdings sind wir uns auch bewusst, dass aktuell eine Ausnahmesituation herrscht und der Imagewandel keine langfristige Wirkung haben wird.“ Den Grundstein hin zu einem langfristigen Wandel und einem Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft hat die Branche bereits im Oktober letzten Jahres auf der KMesse gelegt.

In den Kunststoffmärkten ist viel Bewegung drin...

In den ersten fünf Monaten des aktuellen Jahres blieben die deutschen Exporte von Kunststoff- und Gummimaschinen 19 % unter denen des Vorjahres. Dabei ließen die Lieferungen nach China und in die USA Corona-bedingt jeweils um 3 % nach. Für den chinesischen Markt sind dabei wieder positive Signale erkennbar, während der jetzige Exportrückgang in die USA erst den Anfang markiert. Die Auswirkungen der stark vom Coronavirus betroffenen europäischen Länder schlagen sich auch in der Exportstatistik nieder. So nahmen die Lieferungen nach Italien (- 31 %), Frankreich (- 42 %) und Spanien (- 48 %) deutlich ab. Aber auch nach Indien (- 73 %) wurden erheblich weniger Maschinen geliefert. Diejenigen Märkte, die in den ersten fünf Monaten 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres überdurchschnittlich mehr deutsche Kunststoff- und Gummimaschinen abnahmen, waren Russland (+ 28 %) und die Türkei (+ 102 %).

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