Interviewreihe Energieeffizienz „Unser Go-Green-Team hat mit jedem Rexroth-Werk individuelle Programme entwickelt“

Von Melanie Krauß

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Leo Pototzky entwickelt mit seinem Projektteam schon länger individuelle Energieeffizienz- und Energieeinspar-Programmen für jedes Rexroth-Werk. Ganz aktuell für das Werk in China.

Leo Pototzky leitet das Projekt „Go Green“ bei Bosch Rexroth.
Leo Pototzky leitet das Projekt „Go Green“ bei Bosch Rexroth.
(Bild: Bosch Rexroth AG )

Welche Energie nutzen Sie bei Bosch Rexroth?

Bei Bosch Rexroth nutzen wir überwiegend elektrischen Strom. Dieser stammt heute schon zu einem großen Teil aus regenerativen Quellen – teils aus eigenen Anlagen, teils aus Anlagen der Energieversorger. In deutlich geringerem Umfang werden Erdgas und Heizöl, Diesel, Benzin und Fernwärme verwendet.

Wie stark ist Bosch Rexroth von den Preiserhöhungen bei Energie betroffen?

Bosch Rexroth ist deutlich von den Preiserhöhungen betroffen. Langfristige Lieferverträge sowie die Senkung der EEG-Umlage in Deutschland für Strom mildern dies aktuell noch ab. Die Gaspreise sind allerdings schon merklich gestiegen. Für die Folgejahre rechnen wir mit deutlichen Preiserhöhungen.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie bereits, um Energie im Unternehmen effizient zu nutzen oder einzusparen?

Energieeffizienz- und Energieeinsparprogramme gibt es bei Bosch Rexroth schon seit vielen Jahren. Unser unternehmensübergreifendes Go-Green-Team hat im Zuge dessen mit jedem Rexroth-Werk individuelle Programme entwickelt. Ganz aktuell zum Beispiel für unser Werk in Xian (China). Dort hat das Team Maßnahmen für die nächsten drei Jahre geplant. Darunter:

  • die Einführung eines KI-gestütztem Energie-Monitoring und -Control (Überwachen und automatisiertes Steuern von Energieverbrauchern),
  • die Optimierung von Be- und Entlüftung sowie von Hydraulik-Anlagen und
  • die Installation einer großen Photovoltaik-Anlage mit 1,4 Megawatt Peak.

Das Programm wird ständig weiterentwickelt. Zum einen durch den Austausch mit dem Go-Green-Team und dem Austausch der Werke untereinander. Zum anderen durch die Zusammenarbeit mit Universitäten und innovativen Partnern.

Einfache Maßnahmen wie etwa der Umbau auf eine LED-Beleuchtung spielen nach wie vor eine Rolle. Der Fokus hat sich jedoch stark in Richtung digitaler und prozessorientierter Lösungen verschoben. Hierzu zählen beispielsweise die Nutzung künstlicher Intelligenz oder die energetische Vernetzung von Prozessen.

Haben die aktuellen Entwicklungen dazu geführt, dass Bosch Rexroth neue Maßnahmen ergreift oder bestehende Maßnahmen auf den Prüfstand stellt?

Die aktuellen Entwicklungen haben auch den Anstoß für neue Maßnahmen gegeben. Wir starten beispielsweise gerade mit einem Dekarbonisierungsprogramm. Dabei wird auch untersucht, wie Herstellprozesse umgestellt werden können, die bisher mit fossilen Energieträgern arbeiten. Außerdem untersuchen wir, wie wir Projekte zur Eigenerzeugung von Strom aus regenerativen Quellen beschleunigen können.

Blicken wir einmal fünf Jahre in die Zukunft: Mit welchen Entwicklungen rechnen Sie bis dahin beim Thema Energie und wie stellen Sie sich die Energieversorgung für Bosch Rexroth ganz konkret vor?

Fünf Jahre sind für die Energieversorgung ein sehr kurzer Zeitraum. Trotzdem glaube ich, dass bis dahin die fossilen Energien in unserer Fertigung zu einem guten Stück abgelöst sein werden. Der Anteil des elektrischen Stroms wird weiter steigen, genauer gesagt der „grüne“ Stroms aus regenerativen Quellen. Mit digitalen Lösungen werden Fabriken besser als heute in der Lage sein, auf die steigende Volatilität der Energieversorgung zu reagieren.

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