AGV Variantenvielfalt sichern und wandlungsfähig bleiben

Autor / Redakteur: / Mag. Victoria Sonnenberg

Im Werk Mercedes-Benz Türk in Aksaray läuft alle 8,9 Minuten ein fertiges Fahrzeug vom Band. Um den Qualitätsansprüchen und der Variantenvielfalt in der Lkw-Produktion weiterhin gerecht zu werden, setzt Daimler auf fahrerlose Transportfahrzeuge.

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Flexibles fahrerloses Transportsystem im Lkw-Montagewerk von Mercedes-Benz Türk in Aksaray.
Flexibles fahrerloses Transportsystem im Lkw-Montagewerk von Mercedes-Benz Türk in Aksaray.
(Bild: Kuka)

Im Werk Mercedes-Benz Türk in Aksaray kommen bei der Montage der unterschiedlichen Lkw-Fahrerhauskabinen fahrerlose Transportfahrzeuge von Kuka zum Einsatz. Es handelt sich dabei um omnidirektionale mobile Plattformen des Typs KMP 1500, die die einzelnen Montageabschnitte miteinander verbinden. Die ehemalige Förderlösung mit spurgeführten FTF ist damit einer modernen Intralogistiklösung mit maximal flexibel und frei navigierenden mobilen Plattformen gewichen. „Die FTF integrieren sich optimal in die Linie des Montagewerks von Daimler“, sagt Robert Vogel, Kuka Key Account Manager für Daimler. „Wir konnten mit der Intralogistiklösung die Wünsche unseres Kunden nach mehr Flexibilität und Wandlungsfähigkeit erfüllen. Darauf sind wir sehr stolz.“

Neben der flexiblen Intralogistiklösung integrierte Kuka auch weitere Anlagentechnik in der Lkw-Produktionsstätte in Aksaray. So fertigen die 35 Kuka-Roboter durch automatisiertes Widerstandspunktschweißen, Bolzenschweißen sowie Montieren und Kleben der Windschutzscheibe die Kabine des Fahrerhauses und übernehmen darüber hinaus auch das Bauteil-Handling an der
Kabine.

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Mobile Plattformen verbinden Produktionsstationen

Seit bereits zwei Jahren baut Daimler auf die etablierte und flexible Intralogistiklösung von Kuka. Insgesamt sieben frei navigierende mobile Plattformen des Typs KMP 1500 verbinden die einzelnen Produktionsstationen in der Montagelinie. Ob Karosserieboden, Innenstruktur der Lkw-Kabine oder Lkw-Kabine ohne Dach: Das fahrerlose Transportfahrzeug ist in der Lage, ein Gewicht von 1500 kg zu befördern. In der jeweiligen Prozessstation angekommen, laden die FTF zeitgleich zu den Montageabläufen in der Anlage. Die Ladestationen der FTF wurden mittels Bodenladeplatten direkt in den Prozessstationen integriert. Das spart Zeit und macht die FTF rund um die Uhr einsatzbereit.

Flächen effizienter nutzen und Prozesssicherheit erhöhen

Das neue fahrerlose Transportsystem sorgt für eine effiziente Flächennutzung, hohe Prozesssicherheit auf allen Produktionsstufen und maximale Variantenvielfalt bei der Montage der Lkw-Fahrerhauskabine. Eine 360°-Sicherheitsüberwachung gewährleistet, dass das KMP 1500 in jeder Fahrlage, ob quer oder längs, ob drehend oder diagonal, stets eigensicher ist. Richtungs- und geschwindigkeitsabhängig erkennt das KMP 1500 somit Mitarbeiter oder andere Hindernisse und kann sofort reagieren. Die FTFs bahnen sich so sicher und dynamisch ihren Weg von der Lkw-Unterbaumontage zur Montage der Lkw-Seiten-, -Front- und -Rückwand. Die Lkw-Fahrerkabine ohne Dach wird so auf der effizientesten Route durch die Montagelinie transportiert.

Für kurze Reaktionszeiten bei gleichzeitig hoher Qualität muss eine Produktion flexibel und wandlungsfähig sein. Bei unterschiedlichen Modellen und Kundenwünschen ist dabei eine flexible Produktions- und Intralogistiklösung entscheidend. Die Schlüsselkomponente für eine wandlungsfähige Produktion ist dabei die mobile Plattform KMP 1500. Das FTF navigiert auf einem virtuellen Straßennetz durch die Produktionsanlage. Hierbei nutzt es die bereits vorhandenen Messdaten seiner Personensicherheitsscanner und Odometrie mittels der Software Kuka Navigation Solution. Spurführungs- oder Navigationselemente sind dadurch überflüssig. Der Vorteil: Produktionserweiterungen oder -anpassungen sind einfacher und schneller zu realisieren.

* Weitere Informationen: Kuka Systems GmbH in 86165 Augsburg, Tel. (08 21) 7 97 26 20, Sandra.Neumeier@kuka.com

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