International VDMA: Maschinenbau in China startet wieder durch

Redakteur: Melanie Krauß

Die Geschäftssituation in China hat sich für die Maschinen- und Anlagenbauer vor Ort deutlich verbessert. Verschärfte Reisebeschränkungen bleiben jedoch weiterhin ein großes Hindernis.

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Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen in China gehen davon aus, dass sich ihr Geschäft im nächsten halben Jahr verbessern wird.
Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen in China gehen davon aus, dass sich ihr Geschäft im nächsten halben Jahr verbessern wird.
(Bild: ©kromkrathog - stock.adobe.com)

Die Herbstumfrage des VDMA unter den in China ansässigen Mitgliedsbetrieben brachte zum ersten Mal seit Herbst 2018 eine positive Einschätzung, der Wert erreichte plus 18 Punkte. In der Frühlingsumfrage lag dieser Wert noch bei minus 12 Punkten.

Seinerzeit hatte die Coronapandemie für einen sehr schlechten Start in das Geschäftsjahr 2020 gesorgt. Inzwischen profitiert die Industrie aber davon, dass die Pandemie in China eingedämmt wurde. Vor allem Industriebereiche wie der Elektroniksektor, der Automobil- und der Maschinenbau haben sich nach dem Lockdown der chinesischen Wirtschaft gut erholt.

Die Auftragseingänge im Maschinen- und Anlagenbau haben sich im Vergleich zur ersten Umfrage im Frühling deutlich verbessert. 24 % der befragten Unternehmen berichten, dass ihr aktueller Auftragseingang über dem normalen Bereich liegt. Nur 20 % gaben an, dass die Bestellungen unter dem normalen Wert liegen. Es zeigt sich abermals, dass die Auftragseingänge vor allem innerhalb Chinas deutlich zulegen, während die Aufträge aus dem Ausland immer noch zurückbleiben. Fast alle Fachverbände des VDMA in China weisen seit April 2020 eine Besserung in ihren Orderbüchern aus.

Dieser positive Trend scheint auch in den kommenden Monaten stabil zu bleiben. 55 % der Befragten gehen davon aus, dass sich das Geschäft in den nächsten sechs Monaten verbessern wird. 38 % sagen, dass das Geschäft in China unverändert bleibt. Nur 7 % der Unternehmen berichten, dass sich ihre Situation verschlechtern wird.

Die VDMA-Mitglieder in China spüren trotz dieser positiven Entwicklung noch immer die Folgen der Pandemie auf ihr lokales Geschäft. Die aktuellen Reisebeschränkungen werden in China derzeit wieder verschärft und es bleibt eine große Herausforderung, Techniker und andere Experten zu den Projekten nach China zu holen. Aber auch der Wettbewerbsdruck von chinesischen Konkurrenten im Maschinen- und Anlagenbau nimmt weiter zu.

„China ist derzeitig der einzige bedeutende Markt in der Welt, der sich bereits in der Erholungsphase befindet“, so Daniel Yoo, Chief Representative des VDMA in Shanghai. „Wir hoffen, dass die Lage in China über den Winter hin stabil bleibt. Aber noch entscheidender ist es, dass sich die anderen wichtigen Weltmärkte ebenfalls bald von der Pandemie erholen.“

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