Fachkräfte Verschärft die Coronakrise den Ingenieurmangel?

Quelle: dpa

Der Mangel an Ingenieuren und Informatikern in Deutschland wird sich durch die Coronakrise weiter verschärfen, warnt der Verein deutscher Ingenieure (VDI). Das sind die Gründe dafür.

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Schon jetzt ist der Bedarf an Ingenieuren groß. Durch die Coronapandemie wird laut VDI ein noch stärkerer Mangel entstehen.
Schon jetzt ist der Bedarf an Ingenieuren groß. Durch die Coronapandemie wird laut VDI ein noch stärkerer Mangel entstehen.
(Bild: ©Gorodenkoff - stock.adobe.com)

Ursache für den verschärften Ingenieurmangel seien zum einen die negativen Auswirkungen der Schulschließungen auf die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Zum anderen aber auch die sinkende Zuwanderung von Studierenden aus dem Ausland in Informatik- und Ingenieurfächer während der Pandemie.

Die Zahl der offenen Stellen in den Ingenieur- und Informatikberufen ist im dritten Quartal 2021 auf 132 000 gestiegen. Das zeigt der Ingenieurmonitor, der gemeinsam von VDI und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) veröffentlicht wird. Sie liegt damit bereits wieder über dem Vorkrisenniveau. Dem standen den Angaben nach 39.600 Stellensuchende gegenüber. Besonders groß sei der Fachkräftemangel in den Ingenieurberufen Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur, gefolgt von den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik und den Informatikberufen. Engpässe bestünden aber auch in allen anderen Ingenieurberufen.

Das Potenzial von Frauen stärker nutzen

Nach Einschätzung des VDI wird der Bedarf an Ingenieuren und Informatikern in den kommenden fünf Jahren noch deutlich zunehmen. Grund dafür ist neben dem demografischen Wandel auch die Digitalisierung. Neben der Erschließung der Potenziale von Zuwandernden müsse deshalb auch das Potenzial von Frauen für die Ingenieur- und Informatikberufe stärker genutzt werden. Zwar ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen laut VDI von Ende 2012 bis Ende März 2021 von knapp 144.000 auf fast 246.000 und damit um 70,9 Prozent gestiegen. Allerdings liege der Frauenanteil insgesamt dennoch nur bei 18,2 Prozent, betonte der VDI.

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