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Blechbearbeitung

Vier Trends prägen die Blechbearbeitung

| Autor: Stéphane Itasse

Die Blechbearbeitungsbranche ist in Bewegung – Laserhub hat jetzt neue Trends identifiziert.
Die Blechbearbeitungsbranche ist in Bewegung – Laserhub hat jetzt neue Trends identifiziert. (Bild: Trumpf)

Die Plattform Laserhub hat für die nächsten Schritte den Markt analysiert. Der Anbieter sieht aktuell vier wichtige Trends.

Laut Mitteilung von Laserhub rücken die Gesamtkosten immer mehr in den Fokus. Zudem komme die vernetzte Fertigung nicht so recht in Fahrt. Drittens würden Plattformen zur zentralen Schnittstelle zwischen Kunde und Blechbearbeiter. Und zu guter Letzt werde die Spezialisierung unausweichlich.

1. Die Gesamtkosten rücken in den Fokus der Blechbearbeitung

Der Markt ist gekennzeichnet durch harte Preisverhandlungen über den Teilepreis von Blechteilen, in denen auch ein halber Cent mehr oder weniger über den Zuschlag entscheidet. Bereits heute zeigt sich: Der singuläre Fokus auf den Teilepreis wird von einer erweiterten Betrachtung der gesamten Einkaufskosten unter Berücksichtigung des Aufwands der Einkaufsabteilungen abgelöst.

„Bei kleiner werdenden Losgrößen, verbunden mit komplexer werdenden Anforderungen an jede Einzelbestellung, werden die Kosten für das Einholen und die Bewertung von Angeboten zu einem ganz entscheidenden Kostenfaktor, der nicht mehr vernachlässigt wird“, sagt Adrian Raidt, Geschäfsführer für Operations, Partnermanagement & Finanzen bei Laserhub. „Das Lieferantenmanagement für B- und C-Teile wird zunehmend ausgelagert und auf Spezialisten übertragen, während sich der Einkauf auf die Beschaffung von A-Teilen konzentriert.“

2. Die vernetzte Fertigung kommt nicht in Fahrt

Die vernetzte Fertigung unter dem Schlagwort Industrie 4.0 ist Thema auf allen branchenrelevanten Messen. In den Fertigungshallen ist sie jedoch selten anzutreffen, wie der Plattformanbieter beobachtet hat. Den Grund sieht das Unternehmen in der fehlenden Alltagstauglichkeit der Systeme und führt folgende Beispiele an:

  • Mangelnde Nachrüstbarkeit: Nur selten werden Fabriken auf der grünen Wiese geplant und mit den neuen Maschinen nur eines Herstellers ausgestattet. Die mangelnde Vernetzbarkeit älterer Fabrikate sowie die unzureichende Kompatibilität von Maschinen unterschiedlicher Hersteller machen die Vernetzung einer bestehenden Fertigung nahezu unmöglich.
  • Fehlende Kundenakzeptanz: Ein Barcode auf jedem Teil zur eindeutigen Identifizierbarkeit und zum Abruf aller fertigungsrelevanten Informationen zum richtigen Zeitpunkt würde der Fertigung erhebliche Effizienzgewinne verschaffen. Es gibt jedoch kaum einen Blechbearbeiter, der alle seine Kunden davon überzeugen kann, einen Barcode auf ihren Teilen zu akzeptieren. Barcode und Begleitpapiere parallel bringen keine Effizienzgewinne.
  • Unzureichender Produktivitätsgewinn: Moderne Intralogistiksysteme erlauben die Ortung von internen Flurförderfahrzeugen auf den Zentimeter genau, was die Suchkosten nach Aufträgen und Teilen reduzieren soll. Bei einer gut organisierten Fertigung mit sauberen Abläufen sind die Suchkosten auch ohne solche Technik gering. Und wer eine chaotische Fertigung digital abbildet, hat nicht etwa gute, sondern vielmehr schlechte digitale Prozesse.

Die Liste ließe sich laut Mitteilung um weitere Beispiele ergänzen. Fazit: Die vernetzte Fertigung bleibt außerhalb der Messestände etwas sehr Seltenes.

Mit Biegeautomatisierung das Wachstum bewältigen

Abkanten

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3. Plattformen werden zur zentralen Schnittstelle zwischen Kunde und Blechbearbeiter

Moderne Festkörper-Laserschneidanlagen erreichen im Dünnblechbereich heute die achtfache Schneidegeschwindigkeit im Vergleich zu Maschinen aus dem Jahr 2010. Was hingegen heute noch gleich ist, wie vor 30 Jahren, ist die Schnittstelle zwischen Kunde und Blechbearbeiter. Anfragen werden per Telefon, E-Mail oder gar Fax aufgegeben und manuell bearbeitet. Der Großteil der Anfragen führt dabei nicht zu einem Auftrag.

Vertrieb und Arbeitsvorbereitung kommen mit der höheren Geschwindigkeit der Maschinen nicht mehr mit, wodurch die Maschinen oft nicht ausgelastet sind.

Digitale Plattformen können laut der Mitteilung von Laserhub Vorteile bieten. Entscheidend seien hierbei die Netzwerkeffekte der Plattformen. Sie sollen die optimale Platzierung der Aufträge bei Lieferanten unter Berücksichtigung von Auslastung, Maschinenpark, Verschnitt, Qualitätsanforderungen und der Distanz zum Kunden ermöglichen.

4. Spezialisierung wird in der Blechbearbeitung unausweichlich

Spezialisierung ist bei Lohnfertigern in der Blechbearbeitung heute selten. Vom 0,5-mm-Edelstahl bis zum 20-mm-Aluminium – die Kunden werden in der Regel vollumfänglich bedient. Die Wirtschaftlichkeit einzelner Aufträge wird der Lieferfähigkeit untergeordnet. Durch immer kleiner werdende Losgrößen, stets zunehmende Anforderungen (zum Beispiel an die Oberflächen) sowie die unterschiedlichen Stärken unterschiedlicher Bearbeitungsverfahren werden es die Generalisten zunehmend schwer haben. Die heute schon vielfältige Struktur der Blechbearbeitung – mit weit über 10.000 Betrieben in Europa – wird durch unterschiedliche Spezialisierungen diverser werden.

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