Digitaler Zwilling Virtuelles Abbild als Basis der Digitalisierung

Redakteur: Stefanie Michel

Siemens PLM zeigt auf der Hannover Messe: Ein 3D-Modell ist die Konstruktionsbasis für ein Produkt, ein kompletter digitaler Zwilling aber ist die Basis für die Digitalisierung.

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Ein Servicetechniker erhält am realen Produkt beispielsweise Informationen zu den verbauten Komponenten – über Augmented Reality.
Ein Servicetechniker erhält am realen Produkt beispielsweise Informationen zu den verbauten Komponenten – über Augmented Reality.
(Bild: Stefanie Michel)

Am Stand von Siemens PLM ist es bereits spürbar: Die Software alleine spielt eine untergeordnete Rolle; anschauliche Beispiele zeigen hingegen wie Software und Hardware verschwimmen.

Mit Software von Siemens PLM lassen sich 1D- bis 3D-Simulationen erstellen, die Mechanik, Software, Elektronik und Automatisierung abdecken. Es ist somit möglich, ganzheitliche digitale Zwillinge von Produkten, aber auch von Produktionsanlagen zu erstellen und daraus dann digitale Informationen für den Service zur Verfügung stellen. Man ist jedoch nicht mehr nur darauf beschränkt, ein digitales Abbild kommender oder bestehender Produkte und Anlagen zu entwickeln. In Verbindung mit Mindsphere lassen sich vorhandene Modelle auch altern.

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Systeme müssen miteinander kommunizieren können

Wie Peter Scheller, Marketing Director NX, berichtet, besteht allerdings die Herausforderung darin, dass die verschiedenen Systeme in Konstruktion, Produktion und Service miteinander sinnvoll kommunizieren können. Hier ist Offenheit gefragt, die Zeit der monolithischen Systeme ist passé. „Die Softwareentwicklung geht heute so schnell, dass man sich Partner suchen muss“, weiß Scheller. Und die hat Siemens unter anderem mit SAP, Microsoft und Bosch.

Doch was hat letztendlich der Kunde vom digitalen Zwilling? Zum einen ist es hilfreich, im Vorfeld beispielsweise den Automatisierungscode oder die Ergonomie virtuell zu testen. Zum anderen – und das ist laut Scheller noch viel wichtiger – funktioniert dank der virtuellen „Vorarbeit“ die Inbetriebnahme auf Anhieb. Doch damit ist die Aufgabe eines digitalen Zwillings noch lange nicht beendet. Er liefert außerdem Daten und Informationen für den Service: angefangen von reinen Konstruktionsdaten über reale Sensordaten bis hin zu Arbeitsanweisungen. Dies alles kann über Augmented Reality auf einfache Weise zur Verfügung gestellt werden.

Digitalisierung kann neue Geschäftsmodelle realisieren

Bevor das jedoch soweit kommt, muss sich allerdings jedes Unternehmen, jeder Firmenchef fragen, wohin es mit der Digitalisierung gehen soll. Wie Scheller erklärt, sind Ideen nötig, Visionen und Geschäftsmodelle. Ist klar, wo die Business Cases liegen, wo jeder sein Know-how sieht, dann kann Digitalisierung neue Wege ermöglichen – und Siemens kann dabei unterstützen.

Siemens Industry Software auf der Hannover Messe 2017: Halle 6, Stand K17

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