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Produktetrend

Vom CAD ins ERP und zurück

| Autor: Simone Käfer

Verbindet man die Software im Unternehmen, können mehrere Abteilungen davon profitieren.
Verbindet man die Software im Unternehmen, können mehrere Abteilungen davon profitieren. (Bild: © adam121 - Fotolia.com)

Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Programmen wird mit Industrie 4.0 immer notwendiger. Neben einer genauen Übersicht über alle wichtigen Faktoren bringt ein Austausch aber noch mehr Vorteile. So kann beim Verknüpfen von CAD und ERP die PDM/PLM-Software wegfallen.

  • ISD bietet eine Integration seiner CAD-Software Hi-CAD und des PLM-Programms Helios in das ERP-Tool von Beosys.
  • Durch CA-Link von Pro-Alpha werden PDM- und PLM-Systeme überflüssig.
  • CAD-Integration von DPS Software ist ein Add-in, das zur ERP-Lösung RPS zugekauft werden kann.

Bei der Entwicklung eines Bauteils zählen nicht nur technische Parameter. Auch auf Materialpreise und Beschaffungskosten wird geachtet. Das heißt, man springt vom CAD-Programm in die ERP-Software und vielleicht auch noch ins PDM/PLM-System und wieder zurück. Die einfache Lösung: Verknüpfen Sie Ihre Software! Doch leider ist das nicht immer so einfach. Deswegen gibt es Softwareservices, die diese Aufgabe übernehmen, oder man kauft sich eine Schnittstelle hinzu, sprich ein extra Tool.

Produkttester der Woche ist Sven Prieß, Geschäftsführer von Priess, Horstmann & Co. Maschinenbau. Das Unternehmen produziert seit 1970 Maschinen für die Möbelfertigung. Um den Durchsatz der Maschinen zu erhöhen, sollte die bestehende Software an ein ERP-System gekoppelt werden.

CAD und PLM mit ERP verbinden

Die Situation: Der Maschinenbauer arbeitete wie so viele mit Insellösungen. Stücklisten wurden in Excel erstellt, worauf die Disposition aufbaute. Aufträge, Adressverwaltung, Ausgangsrechnungserstellung, Lagerverwaltung und die Zeiterfassung der Mitarbeiter wurden separat gemanagt.

Die Lösung: Priess, Horstmann & Co. Maschinenbau arbeitete bereits mit Hi-CAD, einem 2D/3D-CAD-System der ISD Group. Dabei war dem Maschinenbauer eine flexible Änderung von Bauteilen wichtig. Außerdem sollte in jedem der von ihm verwendeten Bauteile erkennbar sein, welche Halbzeuge darin enthalten sind. Dafür nutzt Priess, Horstmann & Co. die PDM/PLM-Lösung Helios von ISD. Sie unterstützt Anwender bei der Suche nach ähnlichen oder identischen Teilen, die sonst wegen mangelnder Klassifizierung und Strukturierung erfolglos bliebe, was häufig eine zeit- und energieraubende Neukonstruktion erfordert. Neben der höheren Produktivität schützt Helios auch vor ungewollten Änderungen, indem der Konstrukteur grafisch dargestellte Arbeitsabläufe nach eigenen, individuellen Anforderungen erstellen kann. Es fehlt nur noch eine zentrale, datenbankbasierende Software, die den gesamten Produktlebenszyklus abbildet. Also installierte man das ERP-System von Beosys. In dieses wurde Helios integriert. Nun können Artikelstammdaten und Stücklisten über Systeme, Abteilungen und Standorte hinweg synchron gehalten werden.

Ergänzendes zum Thema
 
Drei Fragen an den Anwender

Wer braucht schon PDM und PLM?

Der ERP-Anbieter Pro-Alpha bietet eine Schnittstelle an, um einen durchgängigen Daten- und Informationsfluss von CAD zu ERP zu schaffen: CA-Link. Er geht allerdings einen Schritt weiter als ISD und Beosys: Durch sein Produkt würden Schnittstellen und Systeme für PDM und PLM überflüssig. CA-Link überträgt die CAD-Daten automatisch in das ERP Pro-Alpha. Es stellt so 3D- und 2D-CAD-Modelle, technische Zeichnungen und Stücklisten aus dem Konstruktionsprozess für nachfolgende Arbeitsschritte bereit. Das ERP-System übernimmt vollständig die Rolle von PDM und PLM.

Mit einen Viewer können alle Abteilungen auf CAD-Daten zugreifen, als Stückliste und als interaktives 3D-Modell. Zudem informiert das Workflowmanagement von Pro-Alpha automatisch über Veränderungen im Datensatz, sämtliche Anpassungen für Komponenten werden in der Änderungshistorie hinterlegt. Außerdem lassen sich alle nötigen Unterlagen, von der Stückliste bis zum Schriftverkehr, in zentralen Produktakten bündeln.

Austausch per Add-In

RPS ist die ERP-Komplettlösung von DPS Software. Ein Modul, das Interessierte dafür auswählen können, ist die CAD-Integration. Sie ist zu vielen marktüblichen CAD-Systemen kompatibel, DPS scheint aber Solidworks zu bevorzugen. Auch hier ist eine PDM-Software nicht nötig, aber auch nicht verboten. Informationen werden über Add-ins in der CAD-­Software ausgetauscht. So können Konstrukteure in ihrer gewohnten Umgebung arbeiten sowie ERP-relevante Daten generieren und Daten aus dem ERP abfragen.

Eine Analysefunktion unterstützt Konstrukteure. Beispielsweise können Reklamationskennzahlen von Zukaufteilen aus dem ERP in der Konstruktion angezeigt und genutzt werden. CAD-Integration wartet mit vielen Funktionen auf, unter anderem mit definierbaren Vorlagen für Artikeltypen, konfigurierbarem Mapping, Zuordnung von Halbzeugen oder Rohteilen, dem Erstellen von QS-Merkmalen aus Abmessungen und Toleranzen des CAD-Teils sowie passend dazu Analysefunktionen, um frühzeitig Probleme zu erkennen. Um den kollaborativen Ansatz zu unterstreichen, können Warnung und Hinweismeldungen ausgetauscht werden.

Sie wollen Ihre Erfahrungen mit neuen Maschinen, neuer Software oder einem Servicedienstleister teilen? Dann werden Sie unser Produkttester der Woche. Schreiben Sie an: simone.kaefer@vogel.de

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