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Hidden Champions
120 Jahre, das klingt vor allem nach Tradition. Erfolgreiche Unternehmer blicken aber nicht nur mit nostalgischen Gefühlen zurück. Sie haben in der Vergangenheit den Erfolg der Zukunft gesät. Deshalb spannt unsere Serie bewusst den Bogen zwischen Gestern, Heute und Morgen. Pars pro toto werden wir beispielhafte Erfolgsgeschichten vorstellen. Unternehmen, die das verkörpern, was den Maschinen- und Anlagenbau ausmacht. Dieses permanente Tüfteln, dieses Optimieren, diese Anpassungsfähigkeit, diese Freude an ganzheitlicher und zunehmend auch nachhaltiger Weiterentwicklung. Die von der Redaktion ausgewählten Unternehmen werden nicht nur für einen historischen Meilenstein gewürdigt, sondern durch die Übergabe eines Innovationspreises auch für ihre dauerhafte Innovationsführerschaft.
„Die Hauptursache für den anhaltenden deutschen Exporterfolg liegt in der Stärke unseres Mittelstandes oder, präziser gesagt, der Elite des Mittelstandes, den sogenannten ,Hidden Champions“ schreibt Hermann Simon, Autor des Buches „Hidden Champions – Aufbruch nach Globalia“. Für wen gilt das mehr als für den Maschinenbau, die „Mutter aller Industrien“, wie Reiner Gondek, Marketing-Verantwortlicher von Chiron, einmal von seinem Metier schwärmte? Deutschland, hat Hermann Simon in seinen umfassenden Analysen gezählt, habe 16 Hidden Champions je eine Million Einwohner. Ähnliche Werte weisen – man lese und staune – nicht etwa die Japaner (1,7), die USA (1,2) oder Frankreich (1,1) auf, sondern die Schweiz und Österreich (beide knapp 14).
Doch was heißt hier Hidden? Die Großen unserer Branche, Unternehmen wie Trumpf, müssen sich mit fast 10.000 Mitarbeitern und mehr als 2,4 Mrd. Euro Umsatz vor niemandem verstecken – und sind dabei immer noch familiengeführt. Solche Unternehmen werden wir in unserer Serie ebenso vorstellen wie kleinere Firmen, die sich erst in jüngerer Vergangenheit, dann aber ganz schnell in ihrem Bereich exponiert haben – der Mess- und Prüfspezialist Faro beispielsweise. Wir werden die spannende Geschichte von Kuka zeigen, einem Unternehmen, dessen Name heute in manchen osteuropäischen Ländern immer noch als Synonym für kommunale Müllfahrzeuge gilt, obwohl es sich längst zu einem weltweit führenden Robotikexperten gewandelt hat. Rittal, ABB, DMG, KSB, Schuler, die Exportplattformen der Deutschen Messe – allesamt Erfolgsgeschichten, die eine nähere Betrachtung lohnen.
Nicht alle Beispiele, doch auffallend viele, stammen aus Deutschland. Zufall? Ein letztes Mal sei Hermann Simons lesenswerte Analyse zitiert: wegen der geostrategischen Mittellage, weil die jahrhundertelange Kleinstaaterei bei uns schon früh den Drang zur Internationalisierung förderte, weil die Industrie immer regional und dezentral strukturiert und damit die Konkurrenz schon immer nah und scharf gewesen sei, weil jahrhundertelange Kompetenzen wie die der Feinmechanik in der Uhrenmacherei nahezu übergangslos in neue Industrie-Cluster wie den der Medizintechnik rund um Tuttlingen mündete. Tradition sicher, aber es gibt für ihn auch wesentlich zeitgemäßere Gründe: den Erhalt einer starken Produktionsbasis auch und gerade in Zeiten, als es in anderen Ländern angesagter schien, mit Geld viel mehr, viel schnelleres Geld zu verdienen als mit Maschinen. Die duale Berufsausbildung, die Bereitschaft, fremde Sprachen zu lernen, für Simon wichtigster Ausdruck einer „mentalen Internationalisierung“.
Nachdenklich-Macher
Die Meilenstein-Serie, das ist unser Anspruch, will und soll Impulse geben. Fallbeispiele sind „Nachdenklich-Macher“. Aus Erfolgen anderer kann man lernen, aus Misserfolgen ebenso: In seiner „Typologie gescheiterter Innovationen“ schreibt Technikhistoriker Reinhold Bauer: „Wenn eine neue Lösung zu weit von den Nutzungsgewohnheiten weg ist, tut sie sich auf dem Markt schwer. Die Leute sind nicht bereit, sich an die neuen Anwendungen zu gewöhnen, selbst wenn diese einen Mehrwert haben.“
Auch deshalb dürfen Sie sich auf unsere Serie freuen. Lernen Sie mit uns in den nächsten Monaten von den Erfolgreichen, wie Innovation funktioniert und sich die Gefahr von Misserfolgen verringern lässt. Sie müssen dafür Ihre Nutzungsgewohnheiten kein bisschen verändern – lesen Sie einfach weiterhin wie gewohnt intensiv Ihren MM MaschinenMarkt print und online.
* Hans-Jürgen Kuntze ist Publisher der MM-Gruppe, Frank Jablonski ist Chefredakteur des MM MaschinenMarkt
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