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Nach der Pariser Weltausstellung nahm die Automobilproduktion ihren großen Aufschwung und so war es kein Wunder, dass Schuler die OEM mit seinen Umformverfahren begeistern konnte. Schuler-Pressen wurden bereits 1924 als Karosseriepressen für die Massenfertigung an Opel in Rüsselsheim geliefert. Im Laufe der Jahre vertrauten immer mehr Automobilhersteller und ihre Zulieferer auf die zuverlässige Umformtechnik aus dem Hause Schuler – wie das Beispiel des französischen Autokonzerns Peugeot 1936 zeigt.
Internationalisierung wird erfolgreich vorangetrieben
Eine Parallele dazu erlebte Schuler 1945 nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Das im Aufschwung begriffene Deutschland und ganz Europa brachten den Menschen Wohlstand. Dieser zeigte sich sowohl in der Automobilproduktion als auch in der Herstellung von anderen Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens. So war es für Schuler ein Glücksfall, dass das Unternehmen gleich nach dem Krieg die „Export License No. 1“ von der amerikanischen Besatzungsmacht erhielt und die damals gebaute Tubenherstellungsanlage nach Frankreich liefern konnte.
Die Folgejahre waren von der Entwicklung einer ganzen Reihe neuer Pressen und Verfahren gekennzeichnet. Schuler erwarb sich auch im Großwerkzeugbau eine herausragende Position. Denn die Schuler-Ingenieure hatten schon immer gute Ideen, mit denen sie die Kunden überraschten. Nicht unwesentlich daran beteiligt ist bis heute die Ausbildung eigener Fachkräfte, die mit schwäbischer Akribie und viel Wissen die Vorgaben der Ingenieure und Techniker praktisch umsetzen.
Das Jahr 1954 wurde insbesondere durch die Entwicklung und Fertigung von Scheren und Großpressen geprägt. Die Internationalisierung wurde weiter und erfolgreich vorangetrieben. 1962 überschritt der Umsatz bereits die 100-Millionen-Grenze, acht Jahre später, also 1970, schon die 200-Millionen-Grenze. Das Auto war zum beliebtesten Fortbewegungsmittel in der Welt geworden.
Produktionszahlen schnellen nach oben
Die Produktionszahlen schnellten nach oben – in der Folge wurden mehr Pressen benötigt, vor allem größere zum Abpressen ganzer Seitenteile und schnellere, um die Nachfrage befriedigen zu können. So ist es nicht verwunderlich, dass Schuler auf diese Anforderungen mit der ersten Großteil-Transferpresse antwortete. Sie wurde 1982 entwickelt und gebaut und 1983 bereits erfolgreich in Betrieb genommen. 1991 nimmt Peugeot in Frankreich die erste Großteil-Transferpresse mit Saugertechnik – eine sogenannte Crossbar-Transferpresse – in der Produktion ihren Dienst auf.
Mit dem Einstieg in das Innenhochdruckumformen (IHU), auch Hydroforming genannt, brach 1994 ein neues technologisches Zeitalter an. Die Themen Leichtbau und Ressourceneffizienz rückten zu dieser Zeit in das Bewusstsein der Autobauer. Und damit auch das Hydroforming, mit dem es möglich ist, Teile für Abgasanlagen und spezielle Strukturen leichter und materialschonender herzustellen. Hydroforming und das gesamte Neumaschinengeschäft der hydraulischen Anlagen ist seit 2009 am Standort Waghäusel konzentriert. Aktuell erlebt das IHU mit dem weiterentwickelten Stützdruckverfahren eine Wiederbelebung am Markt. Schuler hat bereits für mehrere Anlagen im Bereich Automobil- und Zulieferindustrie Aufträge erhalten.
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