H2-Hopp oder H2-Flop? Fraunhofer-Forscher zum Stand in Sachen Wasserstoff

Quelle: dpa 5 min Lesedauer

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Wasserstoff (H2) als Energieträger ist ein Schlüssel für die Energiewende, heißt es allenthalben. Hier ein Überblick auf das derzeitige Wasserstoffgeschehen ...

Wie sieht es eigentlich in Sachen Wasserstoffzukunft aus? Wo steht man, was muss noch kommen, was wird gehen und was nicht? Und was macht man außerhalb von Europa? Das versuchen hier Forscher vom Fraunhofer ISI zu beantworten ...(Bild:  H2Checker)
Wie sieht es eigentlich in Sachen Wasserstoffzukunft aus? Wo steht man, was muss noch kommen, was wird gehen und was nicht? Und was macht man außerhalb von Europa? Das versuchen hier Forscher vom Fraunhofer ISI zu beantworten ...
(Bild: H2Checker)

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) hat zum Tehma Wasserstoffnutzung nun 100 Faktenchecks ausgewertet. Das Ergebnis lag der dpa vor und zeichnet demnach ein differenziertes – aber meist klares – wo Wasserstoff wohl das Mittel der Wahl wird, und wo nicht. Auch was für die Wasserstoffnutzung noch gebraucht wird, wurde untersucht. Fangen wir also an ...

Die Art der Wasserstoffgewinnung ist bunt

Wasserstoff kann auf viele verschiedene Arten erzeugt werden, vorzugsweise greift man zur Elektrolyse bei der über elektrischen Strom Wasser in seine Bausteine Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt wird. Der Wasserstoff ist dabei gasförmig, gebildet aus zwei Wasserstoffatomen, also Molekülen dieses Elements, dem man seine Herkunft nicht ansiehen kann, weil es eben chemisch gesehen nur Wasserstoff ist. Ob Wasserstoff aber umwelt- und klimafreundlich ist, macht seine Gewinnung aus. Dabei blickt man auf eine große Bandbreite: Es gibt etwa grauen und schwarzen/braunen Wasserstoff, der mithilfe von Gas (grau) beziehungsweise Kohle

(schwarz/braun) erzeugt wird, wobei aber CO2 entsteht. Beim blauen und türkisen Typ entsteht Wasserstoff zwar ebenfalls aus Gas, allerdings wird dabei entweder entstehendes CO2 abgeschieden und gespeichert (blau) oder Kohlenstoff entsteht als Feststoff (türkis). Dann gibt es auch noch roten, orangeneb oder eben grünen Wasserstoff, die alle per Elektrolyse gewonnen werden. Entscheidend ist dann, woher der Strom kommt: Atomenergie (rot), Biomasse (orange) und erneuerbare Energie wie Wind oder Solar (grün).

Sinnvolle Einsatzfelder für Wasserstoff

Derzeit sind die mengenmäßig wichtigsten Einsatzgebiete für Wasserstoff Raffinerien und die Herstellung von Ammoniak. Diese Bereiche bleiben den Forschern zufolge wichtig. Als weitere (künftige) Großabnehmer sehen sie die Stahlerzeugung sowie den Transport- und Energiesektor. Besonders relevant werde Wasserstoff dort, wo direkte Elektrifizierung an physikalische oder wirtschaftliche Grenzen stoße. Im Verkehrssektor sei das vor allem mit Blick auf den Schwerlastverkehr der Fall, aber auch bei der internationalen Schifffahrt und in puncto Luftfahrt. Die Gasheizung werde Wasserstoff aber nicht retten. Denn Wasserstoffheizungen sind nach Ansicht der Forscher zwar technisch machbar, für den Einsatz in privaten Haushalten jedoch zu teuer. Auf absehbare Zeit werde es auch keinen günstigen Wasserstoff für einen flächendeckenden Einsatz geben. Aber bei lokalen Anwendungen wie bei der Fernwärme oder in Sachen Blockheiz-Kraftwerke könne er je nach regionalen Randbedingungen eine Alternative sein. Skeptisch sieht man wiederum den Einsatz als Energiespeicher für die Stromversorgung, denn die Herstellung von grünem Wasserstoff – mit dem Ziel, daraus wieder Strom zu gewinnen – sei wegen der hohen Umwandlungsverluste derzeit nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Das wären zum Beispiel Notstromaggregate.

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