Elektrische Antriebe Welche Rolle effiziente Antriebe im Kampf gegen den Klimawandel spielen

Redakteur: Stefanie Michel

Werden ineffiziente Antriebssysteme durch hocheffizienten Motoren und Antriebe ersetzt, könnte laut ABB der weltweiten Strombedarf um 10 Prozent reduziert werden. Deshalb sieht das Unternehmen dieses Potenzial als „unsichtbare Lösung“, den Klimawandel zu bekämpfen.

Firmen zum Thema

Pumpenanwendungen sind zwar häufig versteckt, doch in unserem Alltag von grundlegender Bedeutung. Ohne Motoren und Antriebe bewegt sich hier nichts.
Pumpenanwendungen sind zwar häufig versteckt, doch in unserem Alltag von grundlegender Bedeutung. Ohne Motoren und Antriebe bewegt sich hier nichts.
(Bild: ABB)

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA benötigt die Industrie 37 Prozent der weltweiten Energie, rund 30 Prozent entfallen auf Gebäude. Elektromotoren und Antriebe kommen in fast allen Gebäuden und Infrastrukturen zum Einsatz und treiben in diesen Anlagen unterschiedlichste Anwendungen an – Industriepumpen, Ventilatoren, Lüftungsanlagen, Förderbänder oder Antriebssysteme für den Verkehr und für Elektrogeräten.

In den vergangenen zehn Jahren sind Motor- und Antriebstechnologien deutlich energieeffizienter geworden. In der Industrie sind jedoch immer noch rund 300 Mio. von Elektromotoren angetriebene Systeme im Einsatz, die ineffizient sind und deutlich mehr Elektrizität aufnehmen als nötig. Das führt dazu, dass Energie in großem Maße verschwendet wird.

Industrielle Energieeffizienz als Lösung für das „Klimaproblem“

Unabhängige Forschungsergebnisse zeigen hingegen, dass sich der weltweite Strombedarf, um bis zu 10 Prozent senken ließe, wenn man dieser ineffizienten Systeme durch optimierte, hocheffiziente Anlagen austauschen würde. Das würde über 40 Prozent zur Gesamtminderung von Treibhausgasemissionen beisteuern, die zur Erfüllung der im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele bis 2040 notwendig ist.

„Industrielle Energieeffizienz bietet gegenüber anderen Schwerpunktbereichen das größte Einzelpotenzial zur Bekämpfung des Klimanotstands. Sie ist im Grunde die unsichtbare Lösung für das Klimaproblem unserer Welt“, sagte Morten Wierod, Leiter des Geschäftsbereichs Antriebstechnik von ABB. „Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Bestandteil unseres Unternehmenszwecks und des Mehrwerts, den wir für alle unsere Anspruchsgruppen schaffen. Mit unseren führenden Technologien, die den Energieeinsatz in der Industrie, in Gebäuden und im Verkehr senken, können wir den weitaus größten Beitrag zur Minderung der Treibhausgasemissionen leisten.“

EVENT-TIPP

Green Shift – Cutting Emissions | 10. März 2021

Einfach weitermachen wie bisher? – Für die Industrie keine Option, wenn es um Klimaschutz geht! Doch wie sieht der Weg zur CO2-freien Produktion aus? Wie viel kostet die emissionsfreie Fabrik? Und wer bezahlt das Investment in klimafreundliche Technologie? Diese und weitere Fragen beantworten wir Ihnen auf dem Digital Kick-Off von „Green Shift – Cutting Emissions“.

Jetzt kostenfreies Ticket sichern!

Es wurden bereits umfassende Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität und der erneuerbaren Energien eingeleitet. ABB ist überzeugt, dass nun ebenfalls Maßnahmen zum Einsatz bestehender und neuer Technologie ergriffen werden sollten, die der Umwelt und der globalen Wirtschaft noch größere Vorteile bringen wird.

Gebäude und Industrie brauchen 45 % des weltweiten Strombedarfs

„Der Beitrag, den die Umstellung von Industrie und Infrastruktur auf diese äußerst energieeffizienten Antriebe und Motoren zu einer nachhaltigeren Gesellschaft leisten kann, ist gar nicht hoch genug einzuschätzen“, betonte Morten Wierod. „45 Prozent des weltweiten Strombedarfs gehen auf das Konto von Elektromotoren in Gebäuden und Industrieanwendungen. Es liegt auf der Hand, dass Investitionen in deren Modernisierung zu deutlichen Effizienzgewinnen führen werden.“

ABB bewertet regelmäßig die Nettoauswirkungen ihrer eigenen installierten Hochleistungsmotoren und -antriebe auf die Energieeffizienz weltweit. Demzufolge konnten 2020 rund 198 Terrawattstunden Strom eingespart werden – dies entspricht mehr als der Hälfte des Jahresbedarfs von Großbritannien. Bis 2023 werden Kunden mithilfe der Motoren und Antriebe von ABB schätzungsweise weitere 78 Terrawattstunden Strom einsparen, was nahezu dem Jahresverbrauch von Belgien, Finnland oder den Philippinen und mehr als dem Jahresbedarf von Chile entspricht.

Politische Rahmenbedinungen schaffen Anreiz für mehr Energieeffizienz

Wichtigster Anreiz für Investitionen in die Steigerung der Energieeffizienz in der weltweiten Industrie sind regulatorische Rahmenbedingungen. Während in der Europäischen Union in diesem Jahr die neue Ökodesign-Verordnung (EU 2019/1781) mit strengen neuen Anforderungen an die Energieeffizienz von Motoren und Drehzahlregelungen in Kraft tritt, gibt es in vielen anderen Ländern noch keine konkreten Regelungen.

Damit das enorme Potenzial von energieeffizienten Antrieben und Motoren ausgeschöpft werden kann, müssen nach Auffassung von ABB alle Anspruchsgruppen ihren Beitrag leisten:

  • Öffentliche Entscheidungsträger und staatliche Regulierungsbehörden sollten Anreize für die Umstellung bieten,
  • Unternehmen, Städte und Länder sollten die Einsparpotenziale und ökologischen Vorteile kennen und Investitionsbereitschaft zeigen und
  • Investoren sollten ihr Kapital in Unternehmen umlenken, die besser auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet sind.

„Wir sehen unsere Aufgabe bei ABB darin, unseren Kunden stets die effizientesten Technologien, Produkte und Services anzubieten und die Effizienz mit immer neuen Innovationen weiter zu steigern. Doch das allein reicht nicht aus. Alle Stakeholder müssen zusammenarbeiten, damit die ganzheitliche Umgestaltung der Energienutzung gelingen kann. Indem wir gemeinsam handeln und Innovationen hervorbringen“, ergänzte Wierod, „können wir kritische Dienstleistungen aufrechterhalten und zugleich Energie sparen und den Klimawandel bekämpfen.“

(ID:47267764)