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Magnetlager Welle zuverlässig schwebend gelagert

| Autor: Stefanie Michel

Der Markt für Magnetlager wächst und ebenso steigt der Bedarf für kleinere Anwendungen. Deshalb stehen nun aktive Magnetlagersysteme mit Wellengewichten kleiner 700 kg zur Verfügung – optional mit Condition-Monitoring-System, das den Lagerzustand nach Wellenabwurf sofort überprüft.

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Kommt es zu einem Dropdown der Welle, nimmt das Wälz-Fanglager die Kräfte auf und wird aus dem Stillstand auf Maximaldrehzahl beschleunigt .
Kommt es zu einem Dropdown der Welle, nimmt das Wälz-Fanglager die Kräfte auf und wird aus dem Stillstand auf Maximaldrehzahl beschleunigt .
(Bild: Schaeffler)

Schon seit über 30 Jahren liefert Schaeffler Fanglager. So war es eigentlich nicht verwunderlich, dass das Unternehmen vor zwei Jahren, auf der letzten Motion, Drives & Automation (MDA) auf der Hannover-Messe, erstmals ein eigenes aktives Magnetlagersystem vorstellte und damit das bestehende Produktportfolio ergänzte. Dieses System umfasst die Fanglager, die Magnetlager, die Steuerung und das Condition-Monitoring-System.

Der Unterschied zu gängigen Magnetlagersystemen: Beim FAG Active Magnetic Bearing sind die Magnetlagersysteme und die Fanglagersysteme aufeinander abgestimmt. Sollte es einmal zum Touchdown, also zu einem Wellenabwurf, kommen, kann der Lagerzustand dank Condition-Monitoring-Systemen wie des FAG Procheck schnell überprüft werden. Das soll die Stillstandszeiten der Maschine verringern, denn mit einem solchen System müssen die Fanglager nicht visuell inspiziert werden.

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Die 2013 vorgestellten Systeme sind bereits im Einsatz, doch was hat sich inzwischen bei Schaeffler in der Weiterentwicklung getan? Wie Carsten Duppe, Leiter Anwendungsbereich Magnetlager berichtet, hat Schaeffler seitdem zahlreiche Qualifizierungstests auf Versuchsanlagen durchgeführt. Das bedeutet, die Forscher überprüften, ob das Fanglagersystem bei Überkräften oder Stromausfall eine mit Maximalgeschwindigkeit rotierende Welle von bis zu 9 t Gewicht halten kann. Man versteht also die Dynamik im Produkt bis ins Detail. Duppe: „Wir können inzwischen sehr genau sagen, was in einem Abwurffall passiertund wie sich die Welle verhält. Mit diesem Wissen können wir für Kunden Maschinen unter den erforderlichen Sicherheitsaspekten entwickeln und auslegen.“

Magnetlagersystem jetzt auch für kleinere Wellengewichte

Parallel zur Weiterentwicklung der bestehenden, leistungsstarken Anlagen, für die eine Antriebstechniklösung von Siemens eingesetzt wird, zeigte sich ein Bedarf für kleinere Lösungen, die beispielsweise in der dezentralen Energieerzeugung verwendet werden können. Daraufhin hat Schaeffler begonnen, auch für diesen Markt ein System zu entwickeln – komplett aus dem eigenen Haus mit einer kleineren Elektronik: So stehen ab sofort kundenspezifische Prototypen für aktive Magnetlagersysteme mit Wellengewichten kleiner 700 kg zur Verfügung. Die Leistungs- und Steuerungselektronik hierfür stammt von INA – Drives & Mechatronics (IDAM) und nutzt standardisierte Komponenten aus der Antriebstechnik sowie ein HMI von Beckhoff.

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt