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Die Reparatur durch den Hersteller hat immer den Vorteil, dass nicht nur dringend zu ersetzende Teile getauscht werden, um einen erneuten Betrieb der Spindel zu gewährleisten, sondern auch präventiv Teile getauscht werden, damit die Spindel nach der Reparatur quasi neuwertig ist. Der im Folgenden beschriebene Reparaturprozess, der nötig ist, um die Qualität einer neuwertigen Spindel zu erzielen, ist aufwendig.
Aufwändiger Reparaturprozess
- 1. Eingangsprüfung der Spindel mit diversen Messungen, Demontage und Reinigung der Einzelteile: Die Spindelverdrahtung wird als erstes geprüft, gefolgt von einem Hochspannungstest. Danach werden die Rundlaufeigenschaften ermittelt. Ebenso wird die Spindel beziehungsweise deren Zustand anhand von Bildern dokumentiert. Falls eine Spindel noch betrieben werden kann, wird ein Testlauf durchgeführt. Bei diesem wird die Spindel (falls noch möglich) über ihren gesamten Drehzahlbereich betrieben und alle vorhandenen Sensoren ausgewertet sowie das Vibrationsniveau gemessen. Ist die Spindel nicht mehr zu betreiben, folgt direkt die Spindeldemontage. Diese ist dann die einzige Möglichkeit, Informationen über die Spindel oder ihren möglichen Ausfallgrund zu erhalten.
- 2. Erstellen eines Gutachtens, das aufgrund der visuellen und messtechnischen Analyse der Einzelteile versucht, Ausfallursachen zu beschreiben
- 3. Erstellen eines Reparaturangebots
- 4. Reparaturfreigabe durch den Kunden
- 5. Montage und Prüfung der Spindel mit Originalteilen nach Herstellerangaben: Jede Spindel ist eine Montage von vielen Komponenten, die alle Toleranzen im Mikrobereich besitzen. Lager werden ersetzt und die Lagervorspannung ist sorgfältig einzustellen. Sensoren werden kalibriert und der verbaute Motor getestet. Komponenten werden individuell gewuchtet. Durchflussmessungen werden durchgeführt, um die richtige Durchflussmenge an Kühlmedium sicherstellen zu können. Wenn erforderlich, werden Federn des Spanners, Zugstange, Hydraulik eingestellt, dass eine einwandfreie Funktion gewährleistet ist. Vieles davon erfolgt in einer staubfreien Umgebung.
- 6. Wuchten der Spindel und Spindeltestlauf
- 7. Endabnahme der Spindel, genau so wie eine Neuspindel: Eine zusätzliche Endabnahme nach dem Testlauf und dem Wuchten ist sinnvoll, um weitere mögliche Fehlerquellen einfach zu eliminieren. Das menschliche Ohr und Auge in Kombination mit jahrelanger Erfahrung der Spindelhersteller ist der strengste Qualitätsmaßstab. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, jede Spindel nach dem Testlauf noch einer Endabnahme zu unterziehen. Rundläufe, Temperaturen und Schwingungsniveaus werden dabei nochmals geprüft. Alle diese Ergebnisse werden in einer Datenbank erfasst.
- 8. Auslieferung der Spindel mit Prüfprotokollen
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