Interview „Wer jetzt nicht aktiv wird, sucht nur Ausreden“

Autor Gary Huck

Eigentlich sind Nachhaltigkeit und Klimaneutralität keine Zukunftsthemen mehr. Wer sie wirtschaftlich umsetzen will, muss jetzt anfangen. Wir haben mit einem Unternehmer gesprochen, der das gemacht hat.

Andreas Müller ist Geschäftsführer der Alois Müller GmbH in Memmingen.
Andreas Müller ist Geschäftsführer der Alois Müller GmbH in Memmingen.
(Bild: Alois Müller GmbH)

Klimaneutralität ist schön und gut, aber ist sie auch bezahlbar? Wenn es nach Andreas Müller geht auf jeden Fall. Der Geschäftsführer der Alois Müller GmbH aus Memmingen hat bereits vor zehn Jahren das Projekt Klimaneutralität im Unternehmen angestoßen. Und es hat gut funktioniert.

Herr Müller, bei Ihnen funktioniert Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich. Was würden Sie denen sagen, für die sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit immer noch ausschließen?

Dazu kann man eigentlich nur sagen: Alles, was man heute nicht richtig plant und baut, wird automatisch zum Sanierungsfall in der Zukunft. Wenn man in die Politik blickt und sich ansieht, welche Vereinbarung zur Klimapolitik getroffen werden, zeichnet sich ab, was in Zukunft von der Industrie erwartet wird. Wenn man dann noch bedenkt, wie sich die Kosten für Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den letzten Jahren entwickelt haben, stellt man fest, dass die immer weiter steigen. Manche Projekte bei uns wären jetzt auch knapp 20 Prozent teurer als noch vor drei, vier Jahren. Nachhaltigkeit an sich wird außerdem auch immer mehr zum Wirtschaftlichkeitsfaktor. Firmen werden nicht mehr auf Finanzkraft und Eigenkapital geprüft, sondern auf Nachhaltigkeit.