Expertenmeinung / Teil 2

Wie 20 Experten die Zukunft der Automatisierung sehen

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Accenture

Jan Daske ist Automatisierungsexperte im Bereich Industry X bei Accenture.(Bild:  Accenture)
Jan Daske ist Automatisierungsexperte im Bereich Industry X bei Accenture.
(Bild: Accenture)

Wir sehen gerade im Bereich der autonomen Systeme, beispielsweise den fahrerlosen Transportsystemen, großes Potenzial. Da in diesem Bereich die Technologie massive Fortschritte gemacht hat, kann die Branche nun sehr effiziente und schnell einsetzbare Lösungen anbieten, die gerade vor dem Hintergrund gestiegener Lagerkapazitäten in der Supply Chain verstärkt relevant werden. Diese Lösungen sind eine weitere wichtige Komponente in der Entwicklung der Resilienz von Fertigung und Logistik.

Technologisch ist die Branche auf dem richtigen Weg, da sie offene Schnittstellen und eigene Lösungskompetenzen gut verbindet. Wir werden hier sicherlich weitere Entwicklungen erleben, die aus der Intralogistik und Fertigung hinaus, wachsen werden – hin zu mehr autonom organisierten Prozessen in allen Wertschöpfungsprozessen.

Baumüller

Markus Jaksch ist Leiter technischer Vertrieb bei Baumüller.(Bild:  Baumüller)
Markus Jaksch ist Leiter technischer Vertrieb bei Baumüller.
(Bild: Baumüller)

In der Zukunft sind die Steuerungs- und Antriebssysteme intelligent und selbst lernend. Sie geben Informationen an ihre Bediener über neue, moderne Kommunikationsmittel weiter und erleichtern somit zum Beispiel den Service. Sie melden, bevor ein Fehler auftritt oder schalten automatisch einen Gang zurück. Sie sammeln Daten aus Ihrer Umgebung und erkennen Anomalien. Gewisse Themen sind jetzt schon möglich und umsetzbar und gar nicht mal mehr so weit in der Zukunft.

Bosch Rexroth

Steffen Winkler ist Vertriebsleiter der Business Unit Automation & Electrification Solutions bei der Bosch Rexroth AG.(Bild:  Bosch Rexroth)
Steffen Winkler ist Vertriebsleiter der Business Unit Automation & Electrification Solutions bei der Bosch Rexroth AG.
(Bild: Bosch Rexroth)

Automatisierung wird immer offener, vernetzter und sie wird immer häufiger in Zusammenarbeit mit mehreren Teilnehmern umgesetzt. Das in Summe benötigte Domänenwissen ist sehr breit und kann nur durch die Zusammenarbeit spezialisierter Unternehmen gebündelt werden. Auch der direkte Einbezug der Anwender und ihrer individuellen Bedarfe ist für die Automatisierungslösungen der Zukunft unabdingbar. Das Thema Co-Creation rückt in den Mittelpunkt.

Außerdem ist eine einfache Anwendung gefragt. Für eine einfachere und noch schnellere Umsetzbarkeit geht der Trend klar zu Software-Entwicklungsumgebungen wie Low Code-/No Code-Plattformen. Personen, die über wenige bis gar keine Programmierkenntnisse verfügen, können so ganz einfach Software generieren. Dazu kommt: Die Low-Code-Softwareentwicklung ist mit verschiedenen Apps drei- bis fünfmal schneller und liefert einen fehlerfreien Code.

Zudem sehen wir eine zunehmende Relevanz von 5G. Diese Technologie revolutioniert derzeit viele Bereiche und wird ebenso wie KI-Lösungen für die Automatisierung stark an Bedeutung gewinnen. Mit KI-Mechanismen lassen sich perspektivisch signifikante Vorteile bei der Fehleridentifizierung, Qualitätsprüfung, Produktionssystemsteuerung und vielem mehr erzielen.

In der Fabrik der Zukunft ist 5G die erste vollständig standardisierte Carrier-Grade-Mobilfunktechnologie, die für industrielle Anwendungen geeignet ist. Sie bietet Mechanismen für extrem niedrige Verzögerungen, integrierte Cybersicherheit und gegenüber anderen Mobilfunktechnologien eine höhere Zuverlässigkeit. Das ist die Basis für KI-Anwendungen in der industriellen Automatisierung und für die flexible Fertigung mit zeitkritischer Vernetzung, niedriger Latenz, hoher Zuverlässigkeit und präziser 5G-Positionierung.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Automatisierung muss sich Technologien öffnen, die in anderen Bereichen und Branchen längst Standards oder zumindest fortgeschritten sind. Nur so kann sie den hohen Anforderungen in der digitalisierten Welt entsprechen.

Faulhaber

Dr. Andreas Wagener ist Leiter System Engineering bei der Dr. Fritz Faulhaber GmbH & Co. KG.(Bild:  Faulhaber)
Dr. Andreas Wagener ist Leiter System Engineering bei der Dr. Fritz Faulhaber GmbH & Co. KG.
(Bild: Faulhaber)

Im Zusammenhang mit Industrie 4.0 gewinnen Datenerfassung und Datenmanagement zunehmend an Bedeutung. Auch hierfür gilt es wieder geeignete Automatisierungslösungen zu finden, um die riesigen Datenmengen sinnvoll nutzen zu können. Ein Motorregler beispielsweise weiß sehr viel über seinen Antrieb. Wie er den Motorstrom alle 100 Mikrosekunden nachregelt, interessiert allerdings weniger. Solche Informationen gilt es zu verdichten und so aufzubereiten, dass zum Beispiel die Instandhaltung anhand des Spitzenstroms den Zustand der Motorlager im Blick hat.

Die Challenge lautet also: Welche Daten gilt es wie aufzubereiten, damit sich zum Beispiel Muster ergeben, deren Interpretation größtmöglichen Nutzen bringt. Auch bei der Datenverarbeitung sollte Wiederkehrendes deshalb zu vernünftigen Kosten so automatisiert werden, dass sinnvolle Ergebnisse vorliegen. Unser System-Engineering will hierfür im Bereich der Antriebstechnik die Voraussetzungen vorantreiben.

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