Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Koch, Executive Vice President Industry Management and Automation, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont
(Bild: Phoenix Contact)
Ich würde gar nicht so sehr die Technologien in den Vordergrund stellen, sondern vielmehr den Umgang mit ihnen. Egal welche Technologie zum Einsatz kommt oder kommen wird: Offenheit ist das Gebot der Stunde. Geschlossene Systeme sind nicht nur für den Anbieter kostspielig in ihrer Erstellung, sondern in der heutigen zunehmend vernetzten Welt lediglich bedingt erfolgreich. Unternehmen sollten sich mehr darauf konzentrieren, was eigentlich differenzierend ist.
Erfolgreiche Technologien werden immer zum Standard, also zu einem Muss für jeden Akteur. Hier können Kooperationen hilfreich sein, damit effizient und schnell agiert werden kann. Die kreative, intelligente Anwendung der zur Verfügung stehenden Innovationen, um Kundennutzen zu generieren, macht die differenzierende Eigenschaft im aktuellen Wettbewerb aus.
Schneider Electric
Michael Krausnick ist Sales Director Endusers & System Integrators bei Schneider Electric.
(Bild: Schneider Electric)
Für die Automatisierung der Zukunft entscheidend sind Technologien, die zur Bewältigung der großen Herausforderungen beitragen, mit denen sich die meisten Industriebetriebe gegenwärtig konfrontiert sehen: globaler Wettbewerb, individuelle Kundennachfrage, Fachkräftemangel, Lieferengpässe und nicht zuletzt die Folgen des Klimawandels. Themen wie eine noch engere IT-OT-Konnektivität, KI-unterstütztes Data-Mining oder fortgeschrittene Modularität spielen hier eine wesentliche Rolle.
Ebenso wichtig wie die Existenz entsprechender Technologielösungen ist aber auch die Entwicklung eines Automatisierungsansatzes, der diesen Industrie 4.0-Technologien am besten gerecht wird. Bei Schneider Electric setzen wir deshalb, im Gegensatz zur heute gängigen Norm IEC 61131, auf das in der Norm IEC 61499 vorgeschlagene herstellerunabhängige Automatisierungsparadigma. Dieses sieht neben einem eventorientierten Ausführungsmodell unter anderem vor, dass Softwareobjekte unkompliziert wiederverwendet werden können, dass die Ausführungslogik ‚demokratisch‘ auf sämtliche Feldgeräte verteilt werden kann, und dass sich das Engineering selbst komplexer Anlagen erheblich einfacher und schneller umsetzen lässt. Ohne einen solchen Automatisierungsansatz wird das Potenzial innovativer Automatisierungstechnologien notgedrungen immer beschränkt bleiben.
SEW-Eurodrive
Hans-Joachim Müller ist Marktmanager bei SEW-Eurodrive.
(Bild: SEW-Eurodrive)
Das Interessante an der Maschinenautomatisierung ist, dass man mit sehr vielen technischen Fachbereichen in Kontakt kommt. Sei es die Mechanik, die Elektrotechnik für die Antriebselektronik, die Mikrocontroller- und Regelungstechnik für die Steuerungen sowie die Informatik für die Software, die auf den Controllern läuft oder zur Konfiguration, Steuerung und Überwachung des gesamten Antriebsstrangs dient.
Das Spannende daran ist, dass es wiederum in jedem Bereich fortlaufend Neuheiten und neue Technologien gibt. Denken wir nur an die neuen Möglichkeiten der Simulation von Antrieben bei der Getriebe- und Motorenentwicklung oder neue Kommunikationsstandards bei Steuerungen. Das betrifft auch neue Technologien bei der Programmierung sowie der Sicherheit und dem Komfort von Software oder der Verknüpfung von Steuerungen mit dem Internet. Daher ist es schwierig, hier eine spezielle wichtige Technologie zu benennen.
Wichtig sind das Beherrschen und das stetige Weiterentwickeln von Technologie. Daher sind Forschung und Ausbildung extrem wichtige Komponenten, denen sich SEW-Eurodrive verschrieben hat.
Sick
Markus Scaglioso ist Senior Vice President Global Industry Center Factory Automation bei der Sick AG.
(Bild: Sick AG)
Im Bereich Robotik werden Lösungen für kollaborative Ansätze die Zusammenarbeit verändern und den Menschen weiter entlasten sowie bei der Arbeit unterstützen. Ich denke da vor allem an das private Umfeld, in dem Serviceroboter im Pflegebereich, der Hotellerie oder im industriellen Umfeld in sicherheitsrelevanten Bereichen eingesetzt werden.
Die Entwicklung von Lösungen, basierend auf Künstlicher Intelligenz, bis hin zu cyber-physischen Systemen, wird dazu führen, dass immer komplexere Aufgabenfelder automatisiert werden können. Wir sehen heute schon Möglichkeiten im Bereich der Virtualisierung und Simulation. Hier ermöglicht Künstliche Intelligenz beispielsweise die Virtualisierung von kompletten Produktionsanlagen, um etwaige Prozessmängel bereits im Vorfeld zu erkennen und direkt in der Planungsphase zu beseitigen.
Stand: 08.12.2025
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Des Weiteren werden – wie schon so oft – gesellschaftlich, wissenschaftlich oder politisch getriebene Themen Entwicklungen voranbringen. Denken wir nur an den Diskurs um Nachhaltigkeit. In diesem Bereich findet bereits ein Umdenken statt. Dieses Umdenken wird ebenfalls ein Beschleuniger für Lösungen sein, die durch den entsprechenden Einsatz neuer, oder verbesserter Technologien möglich werden.
Ich denke auch, dass vorhandene Technologien und Werkzeuge im Kontext der Automatisierung kombiniert werden, um so komplexe Prozesse umfänglich zu automatisieren. Stichwort: „Hyperautomatisierung“. Dies betrifft dann nicht nur die industrielle Automatisierung, sondern geht auch darüber hinaus, zum Beispiel in die Finanzwelt.