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Steinmeyer Wie genau muss ein Kugelgewindetrieb sein?

| Redakteur: Bernhard Kuttkat

Bei Kugelgewindetrieben muss jede Drehbewegung unabhängig von Last, Geschwindigkeit und den vorangegangenen Bewegungen, zu einer exakt vorausberechenbaren Axialbewegung führen. Dies wird ein zukünftig nicht mehr zu vernachlässigendes Qualitätsmerkmal sein.

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Kennzeichnende Merkmale des neuen Kugelgewindetriebs ETA+ sind laut Steinmeyer eine minimierte Reibung, höhere Steifigkeit und nahezu kein Umkehrfehler. Bild: August Steinmeyer
Kennzeichnende Merkmale des neuen Kugelgewindetriebs ETA+ sind laut Steinmeyer eine minimierte Reibung, höhere Steifigkeit und nahezu kein Umkehrfehler. Bild: August Steinmeyer
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Diskussion um die benötigte Güteklasse bei Kugelgewindetrieben wird häufig mit der Bemerkung beendet, daß keine hohe Genauigkeit für eine bestimmte Anwendung erforderlich ist, oder dass ein direktes Messsystem vorhanden ist und ein hochgenauer Kugelgewindetrieb deshalb unnötig, so der Spezialist für Kugelgewindetriebe Steinmeyer. Die erste Aussage ist noch nachvollziehbar. Bei manchen Anwendungen ist die geforderte Positioniergenauigkeit tatsächlich in einem Bereich, der mit praktisch jedem Kugelgewindetrieb erreichbar ist. Und der Zusammenhang zwischen „Güte“ und Eigenschaften wie Lebensdauer oder Schwingungsverhalten ist weniger prominent und oft kaum nachweisbar.

Kugelgewindetrieb ist Teil eines Regelkreises

Die Behauptung aber, die Anforderungen an den Kugelgewindetrieb sind minimal, weil ein Messsystem vorhanden ist, ist in vielen Fällen schlichtweg falsch, konstatiert Steinmeyer. Wie erläutert wird, fängt das Problem bei der DIN beziehungsweise ISO-Norm an, die die Güte eines Kugelgewindetriebes über die Steigungsabweichung definieren. Zwar werden andere Eigenschaften wie die Geradheit der Spindelwelle und Konzentrizität der Lagerzapfen einbezogen, doch erfolgt die Bewertung der Positioniergenauigkeit rein statisch über die Steigungsabweichung. Lediglich die Angabe von bestimmten Toleranzen des Reibmomentes – allerdings im unbelasteten Zustand – deutet darauf hin, dass der Kugelgewindetrieb Teil eines Regelkreises darstellt, dessen Funktion unter Umständen durch übermäßige Störgrößen beeinträchtigt wird.

Verminderte Erwärmung

An genau dieser Stelle setzt die Technik ETA+ von Steinmeyer an. Während die technischen Details immer noch ein wohlgehütetes Geheimnis sind, haben in den fast vier Jahren seit der Einführung eine ständig zunehmende Zahl von Kunden die Vorzüge von ETA+-Kugelgewindetrieben in der Praxis kennen gelernt, so das Unternehmen. Ein verminderter Temperaturgang bei Maschinen ohne direktes Messsystem ist noch ein aufgrund der deutlich verminderten Erwärmung erklärbarer Vorteil.

Aber auch und gerade Maschinen mit direktem Messsystem profitieren besonders deutlich, denn diese neue Kugelspindel verhält sich laut Steinmeyer im Regelkreis anders als eine konventionelle Spindel – eine Eigenschaft, die in den einschlägigen Normen bisher keinen Eingang gefunden hat.

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