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Security Wie gut kennen Sie Ihre Produktion?

Autor: Melanie Krauß

Beim Thema Produktionssicherheit sollten Unternehmen sich in drei Bereichen selbst auf den Prüfstand stellen. Prof. Dr. Dominik Merli, Institutsleiter am Institut für innovative Sicherheit der Hochschule Augsburg, verrät, welche das sind, und gibt einen ersten Überblick.

Wichtige Bereiche bei der Produktionssicherheit: Menschen, Prozesse und Technik.
Wichtige Bereiche bei der Produktionssicherheit: Menschen, Prozesse und Technik.
(Bild: ©is1003 - stock.adobe.com)

1. Menschen

  • Einer der wichtigsten Punkte ist das Bewusstsein bei den Mitarbeitern. Ein Sicherheitskonzept kann noch so ausgeklügelt sein – es scheitert, wenn der Mitarbeiter am Ende das furchtbar komplizierte Passwort als Post-it an der Maschine kleben hat.
  • Entscheidend ist, dass sich auch das Management die Produktionssicherheit auf die Agenda setzt und klare Anforderungen definiert. Sind die Fachexperten aus der IT der einzige Treiber, werden die Bemühungen wahrscheinlich früher oder später ins Leere laufen.
  • Apropos IT-Abteilung: Die IT und die Produktion sind zwei Welten mit oft unterschiedlichen Ansichten. Im schlimmsten Fall führt das zum Konflikt. In puncto Sicherheitskonzept sollten daher beide Seiten gleichberechtigt miteinander sprechen und interdisziplinär eine Lösung entwickeln.

2. Prozesse

  • Etablieren Sie ein Information Security Management System (ISMS)! Damit haben Sie eine klare organisatorische Struktur, die Ihnen dabei hilft, Ihre Produktion sicherer zu machen – bis hin zur Zertifizierung nach der Norm IEC 62443.
  • Innerhalb dieses Prozesses werden Sie unter anderem eine Risikoanalyse für jede Anlage erstellen. Entscheidende Fragen dabei sind: Wie hoch ist die Eintrittswahrscheinlichkeit? Und wie hoch ist die Schadenssumme?
  • Wichtig ist, dass es sich um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess handelt, Stichwort PDCA-Zyklus. Das heißt, der Prozess ist nicht irgendwann einfach abgeschlossen. Stattdessen muss der aktuelle Stand immer wieder überprüft und gegebenenfalls optimiert werden.

3. Technik

  • Sie sollten sich zunächst einmal darüber im Klaren sein, welche Geräte an ihr Netz angeschlossen sind. Dazu benötigen Sie einen aktuellen Netzwerkplan. Zudem wichtig: Wie sind die Geräte konfiguriert? Ist die Software jeweils auf dem aktuellen Stand oder benötigt sie ein Update?
  • Auch beim Thema Datenverkehr sollten Sie Transparenz schaffen. Wissen Sie, welche Daten bei Ihrer Maschine ankommen und ausgehen? Wer oder was kann auf die Maschine zugreifen?
  • Normalerweise ist es beispielsweise nicht notwendig, dass der PC der Sekretärin mit der Stanzmaschine kommuniziert. Solche Strukturen sind oftmals historisch gewachsen und bleiben aus Bequemlichkeit bestehen. Schaffen Sie stattdessen kleinere Einheiten und segmentieren Sie Ihr Netzwerk.

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Über den Autor

 Melanie Krauß

Melanie Krauß

Redakteurin Management & IT und Karriere & Weiterbildung