Wo Standardverfahren des Schweißens und Lötens an ihre Grenzen stoßen, kommt die Mig-o-mat Mikrofügetechnik GmbH auf den Plan. Geräte und Maschinen für spezielle Verfahren und vielfältige Anwendungen, die vom riesigen Edelstahltank bis zum filigranen Schmuckstück reichen ist die Spezialität des Unternehmens.
Ein Automatenträger zum Plasmastichlochschweißen.
(Bild: Mig-o-mat)
Das Plasmaschweißen, genauer gesagt das Plasmalichtbogenschweißverfahren, ist das Hauptstandbein von Mig-o-mat. Es ist ebenso aufwendig wie unbekannt. Die Energie am Lichtbogen wird viel konzentrierter eingebracht und die Zündsicherheit ist höher. „Das Plasmaschweißen ist bis zu 70 Prozent kostengünstiger als andere Schweißverfahren und kommt vor allem bei hochwertigen Materialien wie Edelstahl zum Einsatz“, berichtet Geschäftsführer Thomas Schumacher. Hauptabnehmer ist inzwischen die edelstahlverarbeitende Industrie im Blechstärkenbereich von 0,1 bis 10 Millimetern. Auch die Automotivbranche ist wichtig für Mig-o-mat. Mithilfe der Plasmaschweißtechnik werden hier Kompensatoren und Turbolader geschweißt. Ein anderer wichtiger Bereich ist der Behälterbau, in dem das Siegerländer Unternehmen am Dreiländereck NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen auch Kunden in der Region hat. Das Plasmaschweißen von Blechen im Wandstärkenbereich von 3 bis 10 Millimetern, aus denen zum Beispiel Tanks für die Getränkeindustrie hergestellt werden, geht im I-Stoß ohne aufwändige Nahtvorbereitung. Das heißt, es wird direkt in einem Schritt geschweißt, das spart Material und Zeit gegenüber anderen Schweißverfahren.
Plasmaschweißen ist eine Nische
Dank moderner Technologie ist das Plasmaschweißverfahren heute zwar nicht mehr mit früher zu vergleichen, es ist aber nach wie vor viel Erfahrung notwendig. Und trotz seiner Vorteile ist es selbst unter Fachleuten wenig bekannt und auch nicht Teil der Schweißerausbildung. Wer bei Mig-o-mat anfängt, ob Facharbeiter oder Ingenieur, hat in der Regel noch nie vom Plasmaschweißen gehört. Die Einarbeitung ist entsprechend aufwendig. „Unsere Beschäftigten sind hoch spezialisiert, haben aber zugleich ein sehr breit gefächertes Aufgabenspektrum. Bei uns macht jeder alles“, sagt Schumacher und meint auch sich selbst. Er ist nicht nur Geschäftsführer, sondern arbeitet, wie auch seine Kollegen und Kolleginnen, ebenfalls im Vertrieb, Schweißlabor und Service sowie in der Programmierung und Schulung. Die Arbeitsteilung erfolgt nach Kunden. Da Mig-o-mat hochspezialisiert ist, hat das Unternehmen sich hier längst einen sehr guten Ruf erarbeitet.
„Neue Kunden gewinnen wir oft über Empfehlungen oder Messen. Das Nischenverfahren zu bewerben, ist allerdings nicht ganz einfach. Wir unterliegen meist Geheimhaltungsvereinbarungen mit den Kunden, sodass ich kaum konkrete Anwendungsbeispiele geben darf“, sagt Schumacher. Ein Kunde habe anderthalb Jahre lang vergebens versucht, eine Lösung für seine Schweißaufgabe zu finden und sei schließlich durch eine Empfehlung auf Mig-o-mat gestoßen: Binnen zwei Tagen war das Problem gelöst. Schumacher ist überzeugt, dass Plasmaschweißen eine Nische bleibt und trotz Verfahren wie Laserschweißen auch in Zukunft seine Berechtigung hat und Anwendung finden wird.
Die Mig-o-mat Mikrofügetechnik GmbH wurde 1972 als Mig-o-mat Schweißmaschinen GmbH gegründet, wuchs in den ersten Jahren schnell und war einmal deutlich größer mit circa 50 Beschäftigten. Da war das Unternehmen Vertriebspartner vieler wichtiger Schweißgerätehersteller mit bis zu zehn Niederlassungen in Deutschland. Dies erwies sich aber nicht als zukunftstauglich, so dass Mig-o-mat Mitte der 1990er Jahre das Handelsgeschäft aufgab und 1996 die Sparte der Plasmaschweißtechnik von der Schwesterfirma Uniweld Schweißtechnik Ebersbach übernahm und anschließend eine neue Generation von Plasmaschweißgeräten entwickelte und diese erstmals 2001 auf der internationalen Messe „Schweißen & Schneiden“ präsentierte. Mig-o-mat gehört zur weltweit tätigen Uniweld-Gruppe, die auch in Burbach ihren Sitz hat. Das Unternehmen ist nach ISO 9001 zertifiziert.
Filigranes Löten kostbarer Metalle
Im Plasmaschweißen macht das Siegerländer Unternehmen drei Viertel seines Jahresumsatzes in Höhe von 2,4 Millionen Euro. Mit über 200 Kunden ist dies das Hauptstandbein. Seit einigen Jahren entwickelt das Unternehmen neben den individuell auf den Bedarf des Kunden abgestimmten Schweißgeräten auch komplexe Maschinen zur Behälterfertigung – sie sind ein stärker werdendes Standbein.
Ein kleineres Standbein von Mig-o-mat sind Mikroflammlötgeräte. Die handlichen Geräte erzeugen durch Elektrolyse von destilliertem Wasser Brenngas. Temperatur, Größe und Kontur der bis zu 3000 Grad Celsius heißen Flamme können hochpräzise bestimmt werden, sodass das Verfahren sich optimal für das filigrane Löten kostbarer Metalle eignet. Mit dem Verfahren lassen sich alle Metalle, Gläser und andere Werkstoffe schmelzen, schweißen und wärmebehandeln. Schweißen, Löten und Wärmebehandlungen sind wichtige Anwendungen. Schmuckhersteller, Produzenten von Transformatoren sowie Glas- und Kunststoffverarbeiter fertigen mit den Geräten. Die Geräte sind nahezu immer betriebsbereit, haben niedrige Betriebskosten und bieten hohe Sicherheit, weil keine Druckgasflasche eingesetzt wird. Mig-o-mat ist hier Marktführer in Deutschland mit etlichen hundert Kunden, und auch der Export wird wichtiger, weil immer mehr Länder die Druckgasflaschen in Wohnhäusern verbieten.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Auch im Plasmaschweißen hat Mig-o-mat viele Kunden im Ausland, und immer mehr deutsche und europäische Kunden verlagern ihre Produktion, vor allem nach Südosteuropa, Südamerika, Indien und China. Das Unternehmen hat sich somit in den letzten Jahren deutlich internationalisiert, sowohl was die Reisetätigkeit angeht als auch auf virtueller Ebene in Form von Fernwartungen und anderen Online-Serviceleistungen.