Fertigung Wohin die deutsche Automobilproduktion abwandert

Autor / Redakteur: Svenja Gelowicz / Melanie Krauß

Deutschland hat zuletzt als Fertigungsstandort deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Serbien, Nordmazedonien oder Marokko werden hingegen zunehmend wichtig. Weshalb das so ist und was das für einzelne Komponenten bedeutet.

Autoproduktion im Daimler-Werk Sindelfingen.
Autoproduktion im Daimler-Werk Sindelfingen.
(Bild: Daimler)

Seit dem Jahr 2015 ist Deutschlands Anteil an der europäischen Fahrzeugproduktion von 28 Prozent auf 22 Prozent gesunken. Das entspricht einem Verlust der jährlichen Produktion von 2,3 Millionen Fahrzeugen, wie die Beratung Alix Partners am Montag (3. Mai) in einer Analyse mitteilte. Bei den Exporten von Komponenten in Europa hat die Bundesrepublik wiederum vier Prozentpunkte Anteil verloren und liegt nun bei 30 Prozent. Dabei leidet nicht nur Deutschland als Automobilstandort: Großbritannien (- 2,1 Prozent) und Frankreich (- 1,3 Prozent) müssen ebenfalls Einbußen am Marktanteil hinnehmen.

Verbrennertechnik wandert ab

Dieser Trend wird laut Nicolas Franzwa, Managing Director bei Alix Partners, in den nächsten Jahren fortschreiten. Nach Angaben des Automobilexperten sind vor allem zwei Bereiche betroffen: „Einmal sind das Bauteile, die nah am Verbrennungsmotor sind, wie Auspuffanlagen oder Zylinder. Die können bis zu ihrem Herunterlaufen in der Zeit von 2030 bis 2035 nur noch als Cash Cow betrieben werden, da kein Wachstum mehr erwartbar ist. Sie rechnen sich oft nur noch in Niedriglohn-Standorten und werden deswegen jetzt dorthin verlagert“, sagt Franzwa. Außerdem würden arbeitsintensive Bauteile wie Kabelstränge oder Teile für das Interieur gleich zu Beginn neuer Fahrzeugprojekte in einem Niedriglohnland geplant und nicht mehr in Deutschland.